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Rückblick  2009

25.  Dezember 2009 – Weihnachten

Liebe Angehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

Gott ist ein Kind geworden, damit wir Kinder Gottes werden. Das ist das zentrale Geheimnis der Weihnachtsbotschaft.

So genannte „mündige Leute“, die selber schon über alles längst Bescheid wissen, werden den Zugang zu dieser Botschaft kaum finden. –

Im Markus-Evangelium heißt es: „Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

Im Johannes-Evangelium lesen wir: „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden!“

Wie ist das möglich? „Du bist doch kein Kind mehr“, sagen wir heranwachsenden Menschen, wenn sie Tränen und Gefühle von Freude oder Schmerz und Trauer nicht zurückhalten können, wenn sie ihren Empfindungen und Gefühlen spontan freien Lauf lassen.

Gott wird Kind, weil er nicht deutlicher machen kann, wie er mit uns anfängt. Das Kind macht deutlich, dass ich immer wieder neu anfangen kann: Alle Begeisterung neu zu entdecken, die die Nacht der Gewohnheit hat einschlafen lassen. So steigt Gott in unser Leben ein. So wir Gott Kind – auch in uns!

Wer mit diesem göttlichen Kind oder mit seiner Gemeinde „gebrochen“ hat, kann neu anfangen.

Wo Glaube und Liebe zum Stillstand gekommen sind gilt:

„Ein Kind bringt Leben in die Ehe, in das Haus, in die Kirche und in das Herz.“

Gott bleibt Kind in uns, weil er nie aufhört anzufangen. Lassen wir darum die Zeichen sprechen, die uns in der Heiligen Nacht erinnern, dass wir „Kinder Gottes“ sind.

Denn 360 Tage im Jahr spielen wir „den starken Mann“, „die starke Frau“. In dieser Heiligen Nacht dürfen wir sein, was wir sind, weil „Er“ es geworden ist: ein Kind!

Liebe Angehörigen unserer Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler, ich wünsche Ihnen allen im Namen unseres Seelsorgsteams und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, ebenso Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen für das Jahr 2010.

Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus!

 

Ihr Pastor Leo Hofmann

 

20.  Dezember 2009

Liebe Angehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler

Vor Jahren habe ich von einem griechischen Ikonenmaler eine Ikone aus dem Urlaub mitgebracht: „´Die Wurzel Jesse“.

Ein schlafender alter Mann liegt am Boden und hat den Kopf in die rechte Hand gestützt. Aus seinem Schoss wächst eine Wurzel und ein Spross, der zu einem Baum wird.

Der alte schlafende Mann ist Isai: Er ist der Vater des späteren Königs David (oder nach der lateinischen Bibelübersetzung „Jesse = Mann Gottes“). Jesse schläft. Sein Gesicht strahlt Zuversicht und Frieden aus.

Wie kann „Jesse“ so schlafen? Müsste er nicht nervös und geschäftig sein? Aber Jesse schläft. Wer schläft, der vertraut!

Jesse vertraut der Verheißung: Der Wurzelspross wird sich verzweigen. König David wird aus diesem „Stammbaum“ hervorgehen. – Jesse vertraut darauf, dass nach allem Auf und Ab vieler Generationen der aus der Wurzel hervorgeht, auf den die Verheißung letztendlich zielt: Jesus, der Sohn Josefs aus dem Geschlecht Davids.

Das besingen wir in der Weihnacht im Lied: „Es ist ein Ros (ein Reis!) entsprungen, aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, aus Jesse kam die Art.“

„Du Wurzel Jesse“, so ruft die Kirche in einer Antiphon zum Magnificat im Advent zu Jesus, „Du stehst da als Zeichen für die Völker. Komm und befreie uns!“

Wovon möchte ich befreit werden? Von meiner Hektik und Geschäftigkeit? Von meiner Anspannung und Ruhelosigkeit? Von meinem Misstrauen und Zweifel?

Ja, dann würde es Weihnachten nicht nur auf dem Kalenderblatt, sondern auch in mir.

Weihnachten kommt in mir, wenn ich vertrauen kann, dass Gott da ist, dass mein Leben in Gottes Hand liegt und letztlich alles gut wird.

Kann ich solches Vertrauen lernen?

Ich kann einstimmen in den alten Adventsruf der Kirche: „Du Wurzel Jesse, komm und befreie uns!“ – Dabei sehe ich auf den Wurzelspross aus dem die Freude der Weihnacht aufblüht.

Sagen Sie in diesen Tagen ganz bewusst: „Gott, du bist da. Mein Leben liegt in deiner Hand. Du machst alles gut.“

Dann fängt es an, Weihnachten zu werden in Dir und mir.

Einen frohen, gelassenen und ruhigen Advent wünscht Ihnen allen das Seelsorgeteam.

Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

Ihr Pastor Leo Hofmann

13.  Dezember 2009

Liebe Angehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

Hätten jene Werbestrategen Recht, die uns einreden wollen, das Weihnachtsfest würde nur durch den Kauf ihrer Produkte ein „Frohes Fest“, dann wäre die Konsequenz: „Freude ist käuflich“.

Echte Freude kann man nicht kaufen. Sie ist immer ein Geschenk. In einem modernen Chanson heißt es: „Was wirklich zählt auf dieser Welt, bekommst du nicht für Geld.“ (Udo Jürgens).

Freude begegnet uns oft gerade da, wo sie am wenigsten erwarten. – Dass Freude nicht mit Geld zu kaufen ist, gilt ganz besonders auch für die Weihnachtsfreude.

Wenn es anders wäre, müssten die fröhlichsten Weihnachtsfeste in den Häusern der Reichen stattfinden. Glauben Sie das?

Fragen Sie einmal ältere Menschen, an welchen Heiligen Abend sie sich besonders gut erinnern. Meist sind das nicht die Festtage im neu gewonnenen Wohlstand, sondern die, die in entbehrungsreichen Zeiten gefeiert wurden: In der Kriegs- und Nachkriegszeit.

Oftmals rückte aus der Not dieser Zeiten der eigentliche Wesenskern des Weihnachtsfestes wieder in den Mittelpunkt und vermittelte innere Zufriedenheiten und eine Hoffnung, die weit über das Materielle hinausging.

Wenn wir uns wieder auf den eigentlichen Inhalt und auf die ursprüngliche Bedeutung der Weihnachtsbotschaft besinnen und einlassen, dann ist die äußere Festgestaltung zweitrangig.

Wenn wir Weihnachten als das Fest der Freundschaft Gottes mit uns Menschen feiern, dann spielt es keine Rolle, ob mit Sekt oder Selters, mit Peking-Ente oder Eintopf gefeiert wird.

Sicherlich hat das „Drumherum“ des Weihnachtsfestes seinen Reiz und seine Faszination. Aber es kann in meinem Leben nur dann den Stellenwert erhalten, der ihm zukommt – nämlich den der Beiläufigkeit und Nebensächlichkeit – wenn ich um die Hauptsache und die zentrale Mitte weiß: Gott schenkt mir seine Zuwendung in der Gestalt des Kindes in der (Futter-)Krippe.

Dieses Ereignis der Liebe Gottes gilt es zu feiern, ganz gleich, in welchen äußeren Umständen ich lebe, ob arm oder reich.

Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams einen frohen und gesegneten Advent und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

 

Ihr

Pastor Leo Hofmann

 

06.  Dezember 2009

Liebe Angehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

Was ist für Sie das größte Unglück? – Streit? – Krieg? – Unfriede? – Dieses größte Unglück ereignet sich tagtäglich. Täglich ist irgendwo Streit. Täglich ist irgendwo Krieg. Täglich ist irgendwo Unfriede.

„Du Sehnsucht“, so ruft die Kirche in diesen Tagen des Advents zu Christus. Mit diesem Ruf erhält meine Sehnsucht einen Namen, ein Gesicht. Meine Sehnsucht hat das Gesicht Jesu! –

Aber bin ich damit nicht total überfordert? Wie schwer fallen mir schon in Familie und Freundeskreis Zuwendung und Einfühlung. Wie schnell stoße ich an meine Grenzen. Zuwendung und Einfühlung gegenüber jedem Menschen – das scheint unmöglich.

Ist dann meine Sehnsucht auch unmöglich? Muss ich den Adventsruf abändern und sagen: „Du Christus, meine unmögliche Sehnsucht – unerreichbar – unfassbar“?

Dann kommt alles darauf an, dass ich mich von ihm erreichen und erfassen lasse!

Sie werden fragen: „Wie geht das?“

Ich kann mit Jesus zum Vater beten: „Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe.“ – Nicht mein Name, nicht mein Reich, nicht mein Wille!

Wo ich nicht „ich“ sage, sondern „Du“, da streift meine Sehnsucht allmählich das Unmögliche ab.

Du meine Sehnsucht – mit diesem Ruf wachse ich über mich und meine Möglichkeiten hinaus. Aber dieser Ruf zu Christus ist noch kühner: Er heißt nicht nur: „Du meine Sehnsucht.“ Er geht weiter: „Du Sehnsucht der Völker!“

Wo sich etwas unter Völkern von dieser Sehnsucht erfüllt, da erfüllt sich auch die Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung und Gemeinschaft.

„Du Sehnsucht der Völker“, so betet die Kirche in diesen Tagen des Advents. Wenn ich mit anderen in diesen „Christus-Ruf“ einstimme, dann bringt das auch meine Sehnsucht in Bewegung. Auch meine Sehnsucht kann dann Schritt für Schritt in Erfüllung gehen.

Ich wünsche Ihnen allen einen frohen und gesegneten Advent und lade Sie ein, in den Christus-Ruf einzustimmen.

Im Namen des Seelsorgeteams grüße ich Sie alle von Haus zu Haus

 

Ihr

Pastor Leo Hofmann

29. November 2009

Liebe Angehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler,

gelegentlich höre ich junge Leute sagen: „Die Gottesdienste sind langweilig. Da muss mehr Pep und mehr Pop sein, sonst interessiert das keinen.“

Andere sagen: „Die Kirche müsste mehr mit der Zeit gehen. Sie sollte lockerer, offener sein. Sie müsste moderner organisiert werden und professioneller in ihren Ansichten und in ihrem Auftreten.“

Ich kann die jungen Menschen verstehen, dass die Kirche ihre Botschaft lebensnäher verkünden sollte.

Aber gleichzeitig bin ich der Überzeugung, dass Kirche immer „unzeitgemäß“ ist. – Unzeitgemäß zu sein heißt nicht: starr, unbeweglich, steril und leblos zu sein.

Die „Uhren“ der Kirche gehen nur anders. Am ersten Adventssonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Das alte Kirchenjahr endet mit dem Christkönigsfest und beginnt mit einer „Zeit des Wartens“ auf die Geburt Jesu.

Wir erwarten Gottes Sohn. Darin kommt die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gottes Liebe mitten unter uns erfahrbar wir. Unsere Hoffnung und Erwartung braucht seine Zeit.

„Alles hat seine Zeit.“ sagt der Prediger Kohelet im Alten Testament. „Weinen hat seine Zeit und Lachen hat seine Zeit“, sagt er. Alles hat seine Zeit. Alles braucht seine Zeit.

Heute heißt es eher: „Alles zu jeder Zeit, alles jetzt und sofort!“

Das bedeutet konkret: Das Karussell auf dem Weihnachtsmarkt dreht schon vor dem Totensonntag und dem Volkstrauertag seine Runden. Lebkuchen und Christstollen liegen schon seit September in den Regalen.

In vielen deutschen Urlaubs- und Touristenstädten halten „Christmas-Shops“ das ganze Jahr hindurch die Türen für kauflustige Kunden offen. Es ist sicher „zeitgemäß“, durch die Ausdehnung der Weihnachtszeit den Umsatz zu steigern. Zeit ist in diesem Sinne auch Geld.

Trotzdem scheint mir die „Unzeitgemäßheit“ des Kirchenjahres menschenfreundlicher zu sein:

Die Zeiten des Weinens und Lachens, die Zeit des Gedenkens an die Toten und die Zeit der frohen Erwartung auf den Advent (= Ankunft) des Herrn müssen unterscheidbar bleiben und dürfen nicht nivelliert werden. Sonst haben weder Lachen noch Weinen Zeit und Raum.

Gut, dass die Kirche unzeitgemäß ist.

Ich wünsche Ihnen allen im Namen des Seelsorgeteams einen frohen und gesegneten Advent. Versuchen Sie trotz aller Hektik „Zonen der Stille“ in ihrem Alltag einzubauen.

Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

Ihr Pastor Leo Hofmann

 

 

22. November 2009

Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

Wir feiern an diesem Sonntag das Hochfest „Christkönig“. – Papst Pius XI. hat dieses Fest 1926 für die ganze Kirche angeordnet.

Der äußere Anlass war das „Heilige Jahr 1925“, das mit großem Erfolg gefeiert worden war. Noch nie zuvor war der Pilgerstrom nach Rom so groß gewesen. Menschen aus aller Herren Länder hatten sich zu diesem Ereignis zu den Gräbern der Apostel und Märtyrer der frühen Kirche auf den Pilgerweg gemacht.

Der Erste Weltkrieg hatte mit einer Katastrophe geendet. Feindschaft und Zerrissenheit hatten unter den Völkern hatten Wunden und Narben hinterlassen.

Pius XI. wollte durch das Christkönigsfest die „Idee von der Gemeinschaft der Völker und Nationen“ in Erinnerung rufen und verlebendigen.

Doch schon vor dem Heiligen Jahr 1925 kamen Anregungen zu einem Christkönigsfest aus dem benachbarten Frankreich. Im burgundischen Paray-le-Monial wurde der Christkönigsgedanke als Ergänzung oder Verinnerlichung durch die Herz-Jesu-Frömmigkeit gepflegt.

In Deutschland wurde das Christkönigsfest bald zu einem Treffpunkt der Jugend in den Pfarreien und Dekanaten.

Während der Zeit des Nationalsozialismus ging vom Christkönigsfest eine lebendige Stärkung des Glaubens für die katholische Jugend aus.

Papst Paul VI. gab dem Fest in der Liturgie einen neuen Platz am letzten Sonntag des Kirchenjahres – einen Sonntag vor dem 1. Advent.

Pius XI. ging es bei diesem Fest nicht nur um die heilsgeschichtliche Bedeutung des Festes, sondern vor allem um den sozialen und staatspolitischen Wert des Christkönigsfestes. Er war davon überzeugt:

Die Völker können in sich und untereinander nicht Frieden finden, wenn sie sich nicht gemeinsam unter das Königstum Christi stellen, der sie miteinander vereint und versöhnt.

Im Namen des Seelsorgeteams grüße ich Sie von Haus zu Haus und wünsche Ihnen Gottes Segen

Ihr Pastor Leo Hofmann

 

15. November 2009

Liebe Pfarrangehörige aus Alsweiler und Marpingen,

Nach einer alten Legende wird die folgende Geschichte „Vom Traum des Einsiedlers Epilandus“ erzählt:

„Epilandus lebte als Einsiedler in einer Felsenhöhle. Ganz in der Nähe sprudelte eine kleine Quelle. Einige Palmen boten ihm Datteln als Nahrung. Von früh bis spät sang Epilandus Psalmen und Lieder; sie hallten wider an den Felswänden.

Eines Tages verirrte sich ein Kamelreiter in der Wüste. Epilandus nahm ihn freundlich auf und bewirtete ihn mit frischem Quellwasser und süßen Datteln. Der Kamelreiter hatte bald großes Vertrauen zum Einsiedler, und er begann, sein Leben zu erzählen. Epilandus hörte tagelang zu - vom Leid und Gram, von den Fehlern und Schwächen des Nomaden. Als dieser seine Geschichte beendet hatte, umarmte ihn Epilandus und segnete ihn.

Voll Freude kehrte der Fremde nach Hause zurück und erzählte von seinem Erlebnis beim Einsiedler. Von nun an zogen sie von allen Regionen zu Epilandus, erzählten ihm ihre Sünden und holten sich Rat und Segen. Befreit und beglückt zogen sie wieder nach Hause.

So ging das viele Jahre lang, und Epilandus hörte voller Güte und Menschenfreundlichkeit, was jene ihm zu beichten hatten. Doch eines Tages überkam ihn tiefe innere Unruhe. Er hatte Zweifel, und eine innere Stimme raunte ihm zu, er sei zu gütig zu den Menschen; er solle ihnen von den Strafen der Hölle erzählen, damit sie endlich aufwachten und sich bekehrten...

Epilandus war zutiefst erschüttert, und so entschloss er sich zu fliehen. Nach einer langen Tagesreise sank er vor Müdigkeit in einen tiefen Schlaf - und er träumte von einem Weinstock in voller Lebenskraft. Er stand mitten in der Wüste. Wanderer kamen von allen Seiten und labten sich an seinen Trauben. Voller Dank gegenüber dem Schöpfer zogen sie weiter. Und ein Engel sprach zu Epilandus: ,,Der Weinstock - das bist du. Kehr zurück zur Felsenhöhle und erquicke die Menschen mit deiner Liebe ..."

Als Epilandus erwachte, erkannte er die List des Teufels - und er zog zurück in seine Höhle und hörte nie mehr auf, die Menschen mit seiner Güte zu beglücken - eingedenk jenes Herrenwortes: Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

„Der Weinstock – das bist du!“ – Dieses Wort gilt nicht nur dem Einsiedler Epilandus. Jeder von uns kann auf seine Weise dieser „Weinstock“ sein, der Menschen mit seiner Güte ermutigt, erfrischt und erfreut.

Nehmen wir doch diese Geschichte als „Leitwort“ mit in die Woche. Es wird uns und anderen nützen.

Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine gute Woche. Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus

Ihr Pastor Leo Hofmann

8. November  2009

Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

In einem Dorf, in dem es schon länger kein Gasthaus, keine Post und Bank, keine Metzgerei und Bäckerei gibt, ist nur noch die Dorfkirche geblieben.

In ihr versammeln sich die Dorfbewohner jeden Sonntag zum Gottesdienst.

Nun musste die Kirche wegen Renovierungsarbeiten für mehrere Wochen geschlossen bleiben. – Ausweichmöglichkeiten gab es nicht. – Die Gemeindemitglieder gingen entweder in die Nachbarkirche oder sie gingen eben wochenlang gar nicht mehr zum Gottesdienst.

Nach einigen Wochen sagte eine Frau im Dorf: „Jetzt trifft man sich überhaupt nicht mehr. Es wird höchste Zeit, dass die Renovierung abgeschlossen wird. Sonst kommen wir nie mehr zusammen.“

Einander nicht mehr begegnen, einander nicht mehr treffen – das ist nicht nur in diesem kleinen Dorf so. – Jeder geht heutzutage seiner Wege, hat es eilig.

Kaum einer hat Zeit zu einem Gespräch, zu einem Zusammenstehen und Plaudern. Man trifft sich immer seltener, man begegnet sich kaum mehr.

Der Gottesdienst der Christen ist ganz wesentlich Anlass zur Zusammenkunft und zur Begegnung: Man teil sich mit, tauscht sich aus, man sieht sich und begegnet einander.

Blicken wir in die Geschichte zurück:
Es geschah am 11. Februar des Jahres 304 n. Chr. Der römische Kaiser Diokletian (Erbauer der Trierer Kaiserthermen und der Basilika) hatte befohlen, alle gottesdienstlichen Versammlungen der Christen zu verbieten und ihre sakralen Räume zu zerstören.

In der Stadt Abitana (Nordafrika) waren 49 Christen gerade zu Eucharistiefeier versammelt, als Beamte, unterstützt von Stadtsoldaten, die Christen festnahmen. Diese kamen nach Karthago (Hauptstadt!) vor Gericht. Als sie sich weigerten, dem Glauben an Christus abzuschwören, wurden sie geschlagen und gefoltert. Alle Beschuldigten waren sich bis zuletzt einig im Bekenntnis: „Ohne das Zusammenkommen und ohne die eucharistische Feier am Sonntag können wir nicht leben.“

Ja, wir brauchen diese gemeinsame Feier. Denn der Mensch lebt nicht von der Arbeit allein. Der Mensch braucht die Feier. Er braucht die Zeit für seine Mitmenschen – und erst recht für Gott.

Wer die Zeit für Gott nicht mehr hat, der hat auch bald keine Zeit mehr für den Menschen. Dann sieht es für uns alle schlecht aus. Wir sterben den „sozialen Kältetod“!

Die Israeliten des Alten Bundes nannten ihre Zusammenkunft am Sabbat ein „Fröhlichsein vor Jahwe“. – Fröhlichsein vor Gott, miteinander leben, miteinander glauben – ohne diese „Sonntagskultur“ geht unser Mensch sein und unser Christ sein zugrunde.

Wenn am kommenden Sonntag in der gesamten Bundesrepublik die Besucher der katholischen Gottesdienste gezählt werden, dann ist das kein „Zahlenfetischismus“, der hier betrieben wird.

Aber die Zahl der Gottesdienstbesucher kann uns in etwa Aufschluss darüber geben, wo wir mit unserer „Sonntagskultur“ stehen.

Es geht gewiss nicht in erster Linie um Zahlen und Statistiken. Es geht letztlich darum:

Der Gottesdienst ist und bleibt der Ort, wo der gehetzte Mensch die Ruhe des Herzens, die verborgene Führung Gottes in seinem Leben und damit Orientierung, Hilfe und Hoffnung für seinen Alltag erfahren kann.

Wir müssen in der gottesdienstlichen Feier zusammenkommen, damit die Begegnung mit Gott und unter einander sich ereignen kann.

Im Namen unseres Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen einen frohen Sonntag.

Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus bleibe ich

 

Ihr Pastor

Leo Hofmann

01. November 2009

Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

In den meisten Hauptstädten dieser Erde gibt es ein „Grab des unbekannten Soldaten“. – Es soll an all diejenigen erinnern, die für ihr Vaterland unbemerkt und unerkannt ihr Leben hingegeben haben.

So gibt es auch auf vielen Friedhöfen und an unbekannten Orten zahllose Gräber von nicht „heilig gesprochenen“ Heiligen –

Das Fest Allerheiligen gilt auch ihnen, nicht nur den namentlich bekannten Heiligen. – In der „Allerheiligen-Litanei“ werden viele Heiligen mit ihrem Namen genannt. Aber sie schließt auch eine Vielzahl von Heiligen ein, die nicht ausdrücklich namentlich erwähnt werden:

„Ihr heiligen Päpste und Bischöfe …

„Ihr heiligen Märtyrer und Bekenner …

„Ihr heiligen Väter und Mütter …

„Alle Heiligen Gottes – bittet für uns!“

Die Kirche tut gut daran, Menschen, die ihr Christ sein aus dem Geist des Evangeliums sehr ernst genommen haben, nach dem Tod heilig zu sprechen.

Denn wir Christen brauchen dringend Vorbilder und Leitbilder.

Die Heiligen sind gewissermaßen „Dolmetscher“ des Evangeliums.

Sie übersetzen uns anschaulich das Evangelium in das praktische Leben und zeigen, wie wir es „verwirklichen“ sollen.

Wir dürfen aber das Wort „heilig“ nicht ausschließlich denen vorbehalten, die in der Allerheiligen-Litanei oder im Heiligenkalender der Kirche benannt sind. –

Sie sind nicht zuerst dadurch heilig geworden, dass sie sich gleichsam in einem „Kraftakt“ zur Vollkommenheit im christlichen Leben hoch geschwungen haben,

sondern weil sie von Gott in der Taufe „geheiligt“ worden sind.
Das hat aber Gott auch an unzählig vielen anderen getan, und er tut es ständig – auch an uns!

Deshalb nennt der hl. Paulus alle getauften Christen, an die er seine Briefe adressiert „Heilige“.

Im Römerbrief 1, 7 schreibt er:

„An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“

Wir getaufte Christen können mit der Gnade Gottes mitwirken und zur Heiligkeit gelangen.

So war es mit den nicht heilig gesprochenen Heiligen, die früher gelebt haben. So ist es in unserer heutigen Welt mit denen, die jetzt verborgen und unbekannt als Heilige in unserer Mitte leben.

Keinem von uns fehlt die zu solcher Heiligkeit notwendige Gnade Gottes. Auch jeder von uns ist zur Heiligkeit berufen.

Würde es nicht mit der Welt, mit unserer Gesellschaft und nicht zuletzt mit der Kirche besser stehen, wenn mehr Christen – wenn auch wir – treu der Berufung Gottes folgen würden?

Es gibt im Himmel unzählige Scharen von Heiligen, die zwar nicht von der Kirche, aber von Gott heilig gesprochen worden sind.

Wir wollen auch sie um ihre Fürbitte anrufen. Sie waren ein Segen für die Menschen und für diese Welt. Sie sind es auch heute noch!

Allerheiligen ist ein Fest der Hoffnung und Zukunft unseres Lebens. Im Namen des Seelsorgeteams lade ich Sie alle zu den Gottesdiensten ein und wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Fest.

Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus bleibe ich

Ihr Pastor Leo Hofmann

 

25. Oktober  2009

Liebe Pfarrangehörige aus Alsweiler und Marpingen,

Dieser Tage las ich als Bettlektüre vor dem Schlafengehen folgende Geschichte des russischen Dichters Leo Tolstoi (1828 – 1910), die ich Ihnen als „Impuls zum Nachdenken“ mitteilen möchte.

Diese Geschichte trägt die Überschrift: „Vom König, der Gott sehen wollte“:

Vor vielen Jahren lebte ein Herrscher, der hatte sich in den Kopf gesetzt, er wolle Gott sehen. So befahl er denn den Priestern und den Weisen des Landes, sie sollten seinen Wunsch erfüllen. Natürlich wusste niemand, wie man diesem Befehl des Königs folgen könne, und schon ängstigten sich die Priester und Weisen, was wohl passiere, wenn sie den Wunsch ihres Herrschers nicht erfüllten.

Da traf eines Tages ein Hirte am Königshof ein. Er hatte vom Wunsch des Herrschers gehört, und er erklärte sich bereit, den königlichen Wunsch zu erfüllen.

Der Herrscher willigte ein; falls er es aber nicht fertig bringe, sollte es den Kopf des Hirten kosten!

Der führte nun den König hinaus ins Freie und zeigte ihm die Sonne. „Schau genau hin!" sagte der Hirte, aber die Sonne blendete so stark, dass der König unwillkürlich die Augen wieder schloss. „Du willst wohl, dass ich

erblinde?" schrie der König den Hirten an. Der antwortete: „Aber großer König, das ist doch nur die Sonne, ein schwache Abglanz der Größe Gottes; nur ein winziges Fünkchen des großen göttlichen Feuers! Sag, willst du immer noch Gott sehen?"

Der König lenkte ein. Aber ehe er den Hirten wieder entließ, stellte er ihm eine weitere Frage: „Sag mir, was war, ehe Gott war?" Nach einer längeren Denkpause sagte der Hirte: „Fang an zur zählen!“ Der König, etwas verwundert über die sonderbare Bitte, begann: „Eins, zwei, drei ...“ Doch der Hirte unterbrach ihn: „Was kommt vor der Eins?“ Der König: „Nichts; mit der Eins fängt doch erst alles an!" Darauf der Hirte: „Sehr gut und sehr weise, großer Herr! Auch vor Gott gibt es nichts ..."

Das gefiel dem König und er war willens, den Hirten großzügig zu belohnen; doch zuvor wollte er ihm noch eine dritte Frage stellen: „Was macht Gott?" Auch darauf wusste der Hirte eine Antwort: „Lass uns die Kleider für kurze Zeit tauschen“, sagte er zum König. Und sie taten so. Dann fuhr der Hirte fort: „Dies macht Gott: Er steigt vom Thron und wird einer von uns; er gibt uns, was er hat, und nimmt entgegen, was wir haben und sind."

Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen im eine gute Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

Ihr Pastor Leo Hofmann

 

18. Oktober 2009

Liebe Pfarrangehörige aus Alsweiler und Marpingen,

Der größte deutsche Mystiker des christlichen Mittelalters, Meister Eckhart (1260 – 1327), war Theologe und Philosoph. Von ihm stammt das beeindruckende Wort: „Das Größte, das Gott je an den Geschöpfen gewirkt hat, ist seine Barmherzigkeit.“

An dieses Wort wurde ich erinnert, als ich im Tagesgebet der hl. Messe am Sonntag, den 27. Sept. 2009, betete: „Großer Gott, du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen.“

Was für eine großartige und großzügige „Offerte“ Gottes an uns! Rechnen nicht auch wir täglich mit der Barmherzigkeit unserer Mitmenschen, gerade unserer Allernächsten?

Wie schwer fällt es uns aber oft, selbst im engsten Kreis der Familie über unseren Schatten zu springen, geduldig, großzügig und barmherzig zu sein!

Es gibt Eheleute, die einander versprochen haben, am Abend hinter sich zu lassen, was sie sich während des Tages an Ungutem und Hässlichem angetan haben.

Uns allen würde ein solcher „Pakt der Barmherzigkeit“ gut tun: Mit dem Erbarmen der anderen rechnen dürfen und selbst barmherzig zu sein:

Dabei darf diese Barmherzigkeit ruhig mit etwas Humor und wohltuender Ironie gewürzt sein. So manche Fehler unserer Mitmenschen – wie auch die eigenen – sind doch eigentlich zum Lachen.

Wir haben allerdings nichts zum Lachen, wenn wir unversöhnt und mit einem verhärteten Herzen am Ende unseres Lebens vor Gott stehen. – Denn dann dreht sich alles um dieses eine Thema: Barmherzigkeit. Im Matthäus-Evangelium sagt Jesus: „Barmherzigkeit will ich, nicht (irgendwelche) Opfer.“

Kein anderer als Jesus selbst hat unmissverständlich ausgesprochen, dass das Endgericht „kein Pardon“ kennt gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Es ist also gut und heilsam, schon heute zu beginnen mit einem „Pakt der Barmherzigkeit“.

Mit eindringlichen Worten mahnt der Apostel Paulus seine Gemeinde in Korinth: „Wir sind Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (2 Kor 5, 20).

Immer stehe ich unter dem Angebot der göttlichen Vergebung. Ich muss sie nur annehmen und mein Herz dafür öffnen. Doch das geht nur, wenn ich mich mit meinen Mitmenschen versöhne. Zu den Bußgottesdiensten vor dem Allerheiligenfest lade ich Sie herzlich zur Versöhnungsfeier ein.

Ich wünsche Ihnen allen ein versöhnliches Herz. Es wird nicht nur den anderen, sondern auch Ihnen selbst gut tun.

Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus – auch im Namen des Seelsorgeteams – bleibe ich

Ihr Pastor Leo Hofmann

 

11. Oktober 2009

Liebe Pfarrangehörige aus Alsweiler und Marpingen,

Der Monat Oktober wird seit über 400 Jahren als „Rosenkranzmonat“ begangen. – Was hat es eigentlich mit dieser „Gebetsschnüre“ auf sich?

Der Rosenkranz ist ein meditatives Wiederholungsgebet. Dazu dient die „Perlenschnüre“. – In der Zeit des lateinischen Psalmengebetes der Priestermönche (150 Psalmen im Wochenrhythmus) haben im Mittelalter die Laienmönche, des Lateins unkundig waren, 150 „Vater unser“ gebetet.

Aus der ostkirchlichen Überlieferung kennen wir das so genannte „Jesusgebet“. – Es besteht in der ständigen Wiederholung des Rufes: „Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, erbarme dich unser.“

Die Tradition des Wiederholungsgebetes geht auf das dritte Jahrhundert zurück – also in die Zeit der Wüstenväter.
Durch die ständige rhythmische Wiederholung der gleichen Worte beteten die Wüstenväter sich spiralenförmig immer tiefer in eine Gebetshaltung hinein, in der nicht nur die Lippen, sondern auch die Sinne, der Atem und das Herz mitbeteten.

Und wie wird der Rosenkranz gebetet?

Das Rosenkranzgebet wird eingeleitet durch das „Apostolische Glaubensbekenntnis“, das „Ehre sei dem Vater …“, das „Vater unser“ und drei „Ave Maria“ mit den Einfügungen:

  • „Jesus, der den Glauben in uns vermehre“,
  • „Jesus, der die Hoffnung in uns stärke“,
  • „Jesus, der die Liebe in uns entzünde“.
  • Dann folgen fünf so genannte „Rosenkranzgesätze“:
    • Eingerahmt vom „Vater unser“ und dem „Ehre sei dem Vater …“ umfassen sie zehn „Ave Maria“, in dessen Zentrum jeweils eine Begebenheit aus dem Leben Jesu bzw. seiner Mutter Maria bedacht wird.
  • Es geht beim Rosenkranzgebet nicht in erster Linie um eine ganz bestimmte manuelle Handhabung der Perlenschnur.
    • Im Rosenkranzgebet verweilen wir mit Maria bei Jesus. Maria ist die Frau, die sich Gott geöffnet und geglaubt hat, was er ihr sagen ließ. Sie ist die Mutter Jesu und zugleich seine treueste Jüngerin.
      Indem wir sie im „Ave Maria“ mit den Worten des Engels und mit den Worten ihrer Verwandten Elisabeth grüßen, „nähern“ wir uns gleichsam innerlich und treten ein in ihr „Haus“.
    • Der Name „Jesus“ steht immer in der Mitte jedes „Gegrüßet seist du, Maria“. Ich lerne zusammen mit Maria Jesus näher kennen und lasse mich von ihm „verwandeln“.
  • Wer das Rosenkranzgebet einmal lieb gewonnen hat, mag es in seinem Gebetsleben nicht mehr missen.
  • Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    03. Oktober 2009

  • Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!
  • Am Sonntag, 04. Okt. 2009 (Erntedankfest!) findet um 16.30 Uhr in der Pfarrkirche Marpingen eine Lesung des Markus-Evangeliums statt. (Bitte Hinweis in den Mitteilungen beachten!)

    Das älteste, griechisch geschriebene Evangelium wird nach altchristlicher Überlieferung dem Evangelisten Markus zugeschrieben. Er heißt mit vollständigem Namen Johannes Markus. Er stammt aus Jerusalem und ist der Sohn einer Maria, in deren Haus sich die Urgemeinde in Jerusalem versammelte. Er war ein Vetter des Barnabas, ein Mitarbeiter des Apostels Paulus und später auch des Petrus.

    Um das Jahr 70 nach Chr. – ein Menschenalter nach dem Tod und der Auferstehung Christi – wurde Jerusalem und der Tempel durch den römischen Felderherrn Titus zerstört.

    Wenige Jahre zuvor – etwa 66 oder 67 n. Chr. – wurden Petrus und Paulus in Rom unter Kaiser Nero grausam hingerichtet.

    Möglicherweise war das der Anlass für Markus, ein „Leben Jesu“ zu schreiben, in dem Petrus, dessen Predigten er mitgehört hatte, eine besondere Rolle spielt.

    Markus hat von vornherein nicht angestrebt, ein „Leben Jesu“ im Sinne einer lückenlosen Lebensbeschreibung, einer Biografie, zu erstellen. Er wollte vielmehr wichtige Ereignisse des Lebens Jesu für die kommenden Generationen festhalten.

    Markus sammelte Überlieferungen über Jesus, vor allem:
    Wunderberichte – Gleichnisse – Geschichten, die in einem Jesuswort gipfeln und Ereignisse und Zeugnisse über die Passion Jesu.

    Die geschichtliche Bedeutung des Markusevangeliums besteht darin, dass hier erstmals Geschichten und Ereignisse von Jesus und Worte Jesu in schriftlicher Form gesammelt und in eine literarische Form eingeordnet werden, die er „Evangelium“, d. h. „Frohbotschaft“, nannte.

    Der zeitliche und geographische Rahmen ist so gegliedert:

    • Das Wirken Jesu in Galiläa (im Gebiet vom See Genezareth, Kap. 1, 14 – 5, 43)
    • Wanderung durch das jüdisch-heidnische Gebiet von Samaria, mit Belehrung der Jünger (Kap. 6, 1 – 9, 5)
    • Zug nach Jerusalem – Auseinandersetzung mit den jüdischen Behörden und schließlich Jesu Tod am Kreuz (Kap 10, 1 – 15, 47)
  • Das Evangelium nach Markus beginnt mit dem Auftreten Johannes des Täufers und endet mit dem Auffinden des leeren Grabes am Ostermorgen.
  • Die theologische Verkündigungsabsicht des Markus besteht darin:

    Gott hat durch diesen Jesus seinen Willen offenbart, die Menschen zu retten.

    Jesus ist der von den Propheten verheißene Messias, der Sohn Gottes.

    Durch sein Wirken ist die Heilszeit angebrochen.

    Jesus richtet das Reich Gottes auf:
    Er überwindet das Unheil und vergibt Sünden.

    Die einzig angemessene Antwort auf die Botschaft Jesu lautet:
    Unbedingter Glaube und Bereitschaft Jesus nachzufolgen.

    Weihbischof Ricardo Centellas aus Bolivien hat kürzlich in einem Interview gesagt: „Der Prozess der Neu-Evangelisierung ist dringend erforderlich, um eine neue, enge und fundamentale Verbindung des Menschen zu Jesus zu schaffen. Vieles ist zu oberflächlich. Die tiefe Begegnung mit Jesus fehlt. Das muss erneuert und gepflegt werden durch Bibelstudium, Gebet und christliches Handeln.“

    Liebe Angehörige der Pfarreiengemeinschaft, es ist mir ein besonderes Anliegen, die Bibel, das Wort Gottes, stärker in den Mittelpunkt unserer Pfarrgemeinden zu stellen. -

    Die Lesung des Markusevangeliums von geschulten Sprechern ist ein wichtiger Impuls, dem Wort der Schrift zu begegnen. Der Apostel Paulus sagt: „Der Glaube kommt vom Hören.“

    So lade ich Sie alle herzlich zur Markus-Lesung am kommenden Sonntag ein. Ich wiederhole noch einmal, was der große Bibelgelehrte der frühen Kirche, der hl. Hieronymus gesagt hat: „Wer die Schrift nicht kennt, kennt Jesus nicht!“

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    27. September 2009

     

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen

     

    Für viele Kirchenbesucher sind die sonntäglichen Lesungen die einzige „Berührung“ mit der Bibel. Einmal in der Woche kommen sie für nur wenige Minuten mit den Worten der Bibel in Kontakt.

    Vermittelt werden die Worte der Schrift durch den Lektor/ die Lektorin. Das „Vor-lesen“ des Wortes Gottes im Gottesdienst hat deshalb große Bedeutung für die Verbindung der Gemeinde mit der hl. Schrift. – Eine gute Vorbereitung ist aus diesem Grund ein wichtiger Dienst für die zum Gottesdienst versammelte Gemeinde.

    Wenn Lesung und Evangelium deutlich, verständlich und sinngemäß vorgetragen werden, dann erhöht sich die Aufmerksamkeit und das Verständnis bei den Hörerinnen und Hörern. Dann kann ein Wort oder ein Satz etwas „ent-zünden“ und „be-wirken“!

    Der Lektor/ die Lektorin hat einen Vorteil gegenüber der Gemeinde. Er bzw. sie hat sich schon im Vorfeld mit dem biblischen Text bekannt und vertraut gemacht. Außerdem sind die Lektoren die einzigen, die den biblischen Text lesen. Den Zuhörern fehlen die optischen Eindrücke der Buchstaben. Sie sind deshalb auf ein deutliches und sinnentsprechendes Vorlesen angewiesen.

    Wenn sich die Lektoren – und auch der Priester oder Diakon – vor der Lesung und dem Evangelium inhaltlich mit dem Text beschäftigt und gedanklich auseinandergesetzt haben, dann werden sie auch für die Hörer verständlich lesen.

    Darum ist ihr Dienst für die Verkündigung nicht zu unterschätzen. Wünschenswert ist, dass sich sowohl die Lektoren – aber auch die einzelnen Gemeindemitglieder – grundlegende Schriftkenntnisse aneignen durch:

    Bibelgespräche, Kurse, Bücher, Zeitschriften etc.

    Wichtig ist vor allem auch:

    die Unterschiede in den Textarten der Bibel: z B. Erzählung, Bericht, Psalmen, Hymnen, Lieder, Briefe etc. zu kennen.

    Die Teilnahme an Bibelgesprächen in der Gemeinde kann dabei sehr hilfreich sein. Beachten Sie deshalb die Angebote zu Bibelgesprächen in unserer Pfarreiengemeinschaft!

    Der hl. Hieronymus, ein großer Bibelgelehrter der frühen Kirche, hat einmal gesagt: „Die Schrift nicht kennen, heißt Christus nicht kennen!“

    Die Pfarrgemeinde St. Mauritius Alsweiler feiert an diesem Wochenende das Patronatsfest des hl. Mauritius. Wir wünschen allen Pfarrangehörigen ein frohes Fest des Glaubens und der Gemeinschaft und viel Vergnügen auf der Kirmes.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich allen eine gute Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    20. September 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Die Bibel ist die „Ur-kunde“ unseres christlichen Glaubens. Viele haben zwar eine Bibel in ihrem Bücherregal stehen, aber sie bleibt weitgehend unberührt. Sie bleibt ein verschlossenes Buch mit sieben Siegeln!

    Einfache Formen, die Bibel zu lesen, regelmäßig und wiederholt, können Wesentliches bewirken. Sie regen nicht nur zur Entdeckungsreise mit biblischen Texten an. Sie wirken oft segensreich ins konkrete menschliche Leben hinein.

    Ein Gedicht von Paul Roth fasst wunderbar zusammen, wie es gelingen kann einen persönlichen Zugang zur Bibel zu bekommen:

    „Einmal am Tag
    da solltest du
    ein Wort in deine Hände nehmen,
    ein Wort der Schrift.
    Sei vorsichtig,
    es ist so schnell erdrückt
    und umgeformt, damit es passt.
    Versuch nicht hastig, es zu „melken“,
    zu erpressen, damit es Frömmigkeit absondert.
    Sei einfach still.
    Das Schweigen, Hören, Staunen ist bereits Gebet
    und Anfang aller Wissenschaft und Liebe.
    Betaste das Wort von allen Seiten,
    dann halt es in die Sonne
    und leg es an dein Ohr wie eine Muschel.
    Steck es für einen Tag wie einen Schlüssel in die Tasche,
    wie einen Schlüssel zu dir selbst.
    Fang heute an! Vielleicht damit:
    << Es geschehe dein Wille, wie im Himmel so auf der Erde!>>“

    Einmal am Tag sollten wir uns auf Gottes Wort einlassen. Wir sollten es behutsam „in die Hände“ nehmen und mit ihm vor allem still werden.

    Im Schweigen und Hören kann sich die Kraft des Wortes Gottes entfalten. Im Schweigen und „Hin-Hören“ auf das, was zu uns sprechen will, kann das Wort Gottes uns zur Stärkung werden.

    Lassen Sie sich darauf ein! Das Wort Gottes wartet darauf, von uns – von Ihnen entdeckt zu werden.

    Eine große Hilfe ist das Lesen und Verstehen der Bibel in der Gruppe. Diakon Wolfgang Schu bietet ein 14tägliches Bibelgespräch an unter dem Motto: „Bibel teilen“. Näheres lesen Sie bitte in dem nachstehenden Infokasten nach. Alle Pfarrangehörigen sind dazu eingeladen. Biblische Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Bringen Sie bitte Ihre Bibel mit!

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich allen Pfarrangehörigen eine gesegnete Woche.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus bleibe ich

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    13. September 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Innerhalb einer Woche feiern wir drei Mariengedenktage:

    08. September: Maria Geburt

    12. September: Mariä Namen

    15. September: Gedächtnis der sieben Schmerzen Mariens.

    Maria, die Mutter Christi, geht an der Spitze des pilgernden Gottesvolkes. Oft genug führt dieser Pilgerweg durch Dunkel und Unsicherheit.

    Das kommt in einem bekannten Lied und Gebet sehr deutlich zur Sprache: Es war im Jahr 1054, dem Jahr des schicksalhaften Ereignisses der Kirchenspaltung in Ost- und Westkirche.

    Im Benediktinerkloster auf der Reichenau im Bodensee erklang zum ersten Mal das „Salve Regina“, verfasst von dem Mönch „Hermann, der Lahme“.

    Dem von schmerzendem Gichtleiden heimgesuchten Mönch erschien das Erdendasein als ein Leben in Verbannung, als eine Wanderschaft durch ein „Tal der Tränen“. – Aber der Schöpfer des unvergesslichen Marienliedes verlor nicht den Mut.

    Er blickte unverzagt auf das Bild der verklärten Gottesmutter, die an den Leiden ihres göttlichen Sohnes zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangt ist.

    So schrieb er auf, was aus seinem getrösteten Herzen kam: ein Marienlob, das nunmehr seit über 1000 Jahren in der ganzen Welt gesungen wird: „Salve Regina, mater misericordiae“ – In der deutschen Übersetzung lautet es so:

    „Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit

    unser Leben, unsre Wonne und unsere Hoffnung sei gegrüßt!

    Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;

     zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.

    Wohlan – denn, unsere Fürsprecherin,

    wende deine barmherzigen Augen uns zu,

    und nach diesem Elend zeige uns Jesus,

    die gebenedeite Frucht deines Leibes.

    O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria“

    Unsere Hoffnung sei gegrüßt!“ Ja, Maria ist die erfüllte Hoffnung: Die jungfräuliche Mutter Jesu Christi, die auf Hoffnung hin geglaubt hat. Sie ist für das pilgernde Gottesvolk das „Zeichen der sicheren Hoffnung“ geworden. Sie ermutigt alle Glaubenden, dem treuen Gott zu glauben. Maria wird „Morgenstern“ oder „Morgenröte“ des Heiles genannt, weil sie Christus, den Herrn und Retter geboren hat. Darum ist sie auch die Ursache unserer Freude.

    Liebe Pfarrangehörige, ich bitte Sie, die Marienfeste mit gläubigem Bewusstsein mitzufeiern. Sie sind Feste unseres Glaubens und unserer Hoffnung.

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und gesegnete Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    06. September 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Der dänische Philosoph und Theologe Sören Kierkegaard (1913 – 1855) hat uns eine tiefgründige Gleichniserzählung mit dem Titel: „Der brennende Wanderzirkus“ hinterlassen. Diese Parabel hat nichts an ihrer Sinntiefe und Aktualität verloren. – Lesen sie selbst!

    „Ein Wanderzirkus brach in Flammen aus am Rande eines Dorfes, wo er sich niedergelassen hatte. Der Zirkusdirektor wandte sich an die Darsteller, die schon für ihren Auftritt hergerichtet waren. So schickte er den Clown ins benachbarte Dorf, um Hilfe beim Löschen des Feuers zu holen, das nicht nur den Zirkus zerstören, sondern über die ausgetrockneten Felder rasen und das Dorf vernichten könnte.

    Der angemalte Clown rannte Hals über Kopf auf den Marktplatz ins Dorf und schrieb: „Der Zirkus brennt! Kommt und helft, das Feuer zu löschen!“ Die Dorfbewohner lachten und applaudierten diesem neuen Werbetrick, durch den sie in die Vorstellung des Zirkus gelockt werden sollten. – Der Clown weinte und flehte. Do je mehr er weinte und flehte, desto mehr johlten die Dörfler, bis das Feuer sich über die Felder ausbreitete und das Dorf erreichte. – Noch ehe die Dorfbewohner zur Besinnung kamen, waren ihren Häuser zerstört.“

    Liebe Pfarrangehörige!

    Manchmal werden auch „Außenseiter“ in einer „Spaß-Gesellschaft“ in die Rolle eines Clowns gedrängt.

    Sie werden nicht ernst genommen.

    Ihre Botschaft scheint vielen unwirklich, weltfremd und antiquiert, so dass man sich über sie lustig macht oder gar mit Spott und Häme verhöhnt.

    Christen, die sich zu ihrem Glauben bekennen, werden vielfach in den Medien als die „letzten Idioten“ hingestellt.

    Wenn Jesus angesichts einer „brennenden Welt“ die Menschen auffordert, umzukehren und an das Evangelium zu glauben“ (Mk 1, 15), könnten sie lachend und achselzuckend zurückfragen:

    • Warum sollen wir umkehren? Wir sind doch auf dem richtigen Weg:
    • des Fortschritts
    • der Moderne
    • des unabhängigen, selbständigen und aufgeklärten Menschen
    • Warum sollen wir an das Evangelium glauben? – Wir haben doch eigene Auffassungen von der Welt und vom Leben!
    • Warum sollen wir Anhänger und Jünger Jesu werden, wenn wir daran nicht interessiert sind?
  • Viele Menschen Glauben eben nicht, dass „der Zirkus“ brennt und somit eine Gefahr für die Welt werden kann. Wir fühlen uns in einer vermeintlichen Sicherheit, obwohl wir tagtäglich durch die Medien auf vielfältige Bedrohungen (politischer, ökonomischer, ökologischer Art) hingewiesen werden, ganz zu schweigen von Terror, Gewalt und Krieg!
  • Wenn wir diese Gefahren und Bedrohungen nicht ernst nehmen, wie sollen dann die Boten, Mahner und Propheten ernst genommen werden?

    Das Untertauchen in einer anonymen, lachenden Masse kann blind und taub machen und zu einem Ende mit Angst und Schrecken führen.

    Das ist uns gerade am 01. September, dem 70. Jahrestag seit Ausbruch des 2. Weltkrieges neu bewusst geworden,

    der 60 Millionen Menschen das Leben gekostet,

    weite Teile Europas in Schutt und Asche gelegt und

    ein unsägliches Flüchtlingselend herauf beschworen hat.

    Wen Gott in die „Clown-Rolle“ ruft, der muss kompromisslos folgend, auch wenn er mitleidig belächelt oder laut ausgelacht wird.

    Ich wünsche Ihnen allen Mut, Kraft und Zuversicht, sich unbeirrt zum Glauben zu bekennen.

    Ich hoffe, in den nächsten Tagen aus dem Krankenhaus entlassen zu werden.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute und gesegnete Woche und verbleibe mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus.
    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    30. August 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Dieser Tage habe ich im Krankenbett in einem Büchlein mit dem Titel „Der Sinndeuter“ folgende „Geschichte“ von Magda Becker gelesen, die mich persönlich angesprochen hat und die ich gerne an dieser Stelle als Anregung zur Überlegung weitergebe:

     

    „Der Seelenkosmetiker“

    Jeder Heide, jeder Christ weiß wohl, was Kosmetik ist.
    Jeder Mensch, ob Mann, ob Weib, tut ja etwas für den Leib,
    wäscht und salbt sich Haupt und Glieder, geht zum Doktor hin und wieder,
    um auch seine Innereien stets von Übeln zu befreien.

    Leider – oder Gott sei Dank – werden viele trotzdem krank;
    denn sie lassen arg es fehlen an Kosmetik für die Seelen.
    Hier komm’ ich als Fachmann heute, lasst euch raten, liebe Leute!
    Wenn die Seele sanft erwacht, morgens zwischen fünf und acht,
    braucht sie Stärkung für den Tag, der Gott weiß was bringen mag.
    Drum empfehl ich gegen Sorgen das Gebet am frühen Morgen.

    Hat die Arbeit uns am Kragen, rebellieren Herz und Magen,
    läuft die Galle, kocht das Blut, - hier sind Stoßgebete gut-!
    Sie sind „Balsam auf die Schnelle“ für manch wunde Seelenstelle.

    Abends nach des Tages Plage braucht der Mensch ganz ohne Frage
    noch den Seufzer „Gott sei Dank!“ Ohne diesen wird er krank.

    Das verhärtete Gemüt wird gelockert durch ein Lied.
    Dies ist bessere Massage, als wenn Zorn dich bringt in Rage.
    Runzeln, Pickel oder Falten, die sich in der Seele halten,
    müssen wir mit Liebe glätten, anders ist sie nicht zu retten.

    Und ein wahrer Seelenhalter ist das Singen frommer Psalter.
    Als Korsett und Seelenmieder braucht der Mensch auch hin und wieder
    ein ganz kräftiges Gebot, denn die Seele geht sonst tot! –

    Mancher hier – ich schließ mich ein kennt das Wörtchen „Seelenpein“.
    Dieser Zustand macht auf Dauer Herz, Gemüt und Magen sauer.
    Drum, als Natron für die Seele das Gespräch ich sehr empfehle.

    Ist die Seele arg geschunden, heilt ein Pflaster viele Wunden,
    es wird einfach Trost genannt, ist nicht immer schnell zur Hand.

    Seelen kann man auch entgiften, wenn die Menschen Frieden stiften.

    Als Expander für die Seele Einkehrtage ich empfehle.
    Diese zieh’n sich etwas hin, haben aber tiefen Sinn.

    Wird die Seele unempfindlich braucht sie Buße, aber gründlich.
    Merket! – Habgier oder Geiz nimmt der Seele jeden Reiz.
    Sie wird platt wie eine Flunder. Großmut wirkt dagegen Wunder.

    Eitelkeit und dummer Stolz macht die Seele hart wie Holz.
    Rachsucht macht die Seele klein, Machtgier macht sie hart wie Stein.

    Hat die Seele Eiterbeulen – ja das gibt’s, es ist zum Heulen - ,
    wenn es so schlimm um sie steht, setzt sie schleunigst auf Diät.
    Weg mit allem, was gefährlich, in sich gehen, aber ehrlich

     Manche Seele kriegte Schwung, wurde wieder frisch und jung,
    weil sie sich mal liften ließ und auf Gleichgesinnte stieß,
    die mit ihr nach Freude strebten, mit dem Blick nach „oben“ lebten.

    Ja, die Freude, liebe Leute, das ist mein Geheimtipp heute.
    Freude haben, Freude machen, Freuen, Singen, Beten, Lachen
    ist Kosmetik für die Seelen, dringend möchte ich sie empfehlen;
    denn Gott schuf die Seelen schön, schön will er sie wiedersehn.

    Wie Sie sicher erfahren haben, habe ich mich durch einen Unfall beim Einsteigen in den Zug am linken Bein so verletzt, dass ich im Krankenhaus operiert werden musste. Ich habe noch Glück im Unglück gehabt, dass es nicht schlimmer ausgegangen ist. Ich hoffe, dass ich Ende der Woche, spätestens Anfang nächster Woche entlassen werde.

    Ich wünsche Ihnen allen eine gute und gesunde Woche und verbleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    23. August 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    In einem Lied heißt es: „Eine Bootsfahrt, die ist lustig – eine Bootsfahrt, die ist schön …“ Boot fahren gehört auf keinen Fall zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich bin nicht gerade das, was man eine „Wasserratte“ nennt.

    Darum habe ich um alles, was mit Booten zu tun hat, meistens einen großen Bogen gemacht. – Mein Verstand sagt mir zwar, dass Boote und Schiffe hilfreich und nützlich sind. Immerhin wird der größte Teil der Erdoberfläche von Wasser bedeckt. Da bleibt uns Menschen gar nichts anderes übrig, als Flüsse und Meere mit schwimmenden Hilfsmitteln zu durchqueren.

    Mich bedrückt und beklemmt aber ein unangenehmes Gefühl, wenn ich daran denke, ich müsste mit einer Schiffsreise den Ozean überqueren.

    Falls die Technik versagt oder ein orkanartiger Sturm oder Hurrikan das Schiff in Bedrängnis bringt, ist der Mensch der vernichtenden Kraft des Wassers ausgeliefert. Er muss erfrieren oder ertrinken, wenn nicht schnelle Rettung kommt. Berühmtestes Beispiel ist der Untergang der „Titanic“ auf ihrer Jungfernfahrt im Jahre 1912, bei der in kurzer Zeit 1.500 Menschen ums Leben kamen, als das größte Schiff der damaligen Zeit bei Neufundland von einem Eisberg zerrissen wurde.

    Immer schon war ein Boot oder ein Schiff ein Zeichen dafür, dass Menschen auf Gedeih und Verderb zu einer Notgemeinschaft verbunden sind, weil es angesichts der Wassermassen keinen anderen Ausweg gibt, als zusammen zu halten.

    Daher der Ausdruck: „Wir sitzen alle in einem Boot!“ D. h.: Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft.

    Im Grunde ist unser Planet „Erde“ so etwas wie eine „Arche Noah“, die Schutz gewährt.

    Der Spruch: „Wir sitzen alle in einem Boot“ passt haargenau.

    Daher sollten wir eifrig bemüht sein, unser „Boot“ in Ordnung zu halten, damit es lange hält.

    Wenn ich an die Umweltverschmutzung, den Hunger und die Kriege in der Welt denke, kommen einem so manche Zweifel hoch. Der Mensch bohrt „Löcher“ in das Boot, das ihn trägt. Und er merkt nicht einmal, welche Folgen das hat.

    Auch in biblischen Zeiten wusste man, wie bedroht das Leben sein kann, wenn es mit Wasser und Sturm in Berührung gerät.

    Das neue Testament erzählt eine Geschichte, in der die Freunde Jesu von Wind, Sturm und Wasser überrascht werden (Mk 4, 35 – 31). Ihr Boot droht zu kentern. Angst und Panik machen sich breit. Erst als Jesus dem Sturm Einhalt gebietet, tritt Ruhe und Entspannung ein.

    Auch heute kann uns Jesus, der Mann aus Nazaret, weiterhelfen, wenn es gilt, die Stürme des Lebens zu überleben. Wenn wir seinen Weisungen folgen, tun wir nichts vergeblich. Jesus trägt uns auf, rücksichtsvoll den Menschen zu begegnen und diese unsere Umwelt und Schöpfung zu lieben, zu achten und zu bewahren.

    Denn nur so hat das Schiff mit dem Namen „Erde“ eine Chance, auf sicherem Kurs zu bleiben und angesichts der Gefahren und Bedrohung zu überleben.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine gute Woche und allen Schülerinnen, Schülern und Lehrern einen guten und erfolgreichen Schuljahresbeginn und die Gabenfülle des Heiligen Geistes.

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    16. August 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Wir feiern das „Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel“, wie der offizielle Liturgiekalender der Kirche sagt. Der Volksmund nennt dieses Fest kurz: „Maria Himmelfahrt.“

    Der hl. Petrus Canisius, der große Vorkämpfer und Reformator des katholischen Glaubens während der Gegenreformation, hat vor mehr als 400 Jahren, als die mittelalterliche Kirchenspaltung Fuß gefasst hatte, festgestellt: „Der Glaube an die Aufnahme Mariens in den Himmel sei so tief in allen Christen verwurzelt, dass er sich gezwungen sehe, die wenigen Gegner dieses Glaubens einfach in Schutz zu nehmen.“

    Die  Aufnahme Mariens in den Himmel stößt heutzutage nicht nur bei Nichtkatholiken, sondern auch bei katholischen Gläubigen vielfach auf Befremden und Unglauben.

    Wenn wir die Glaubenswahrheit, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde, mit der „Brille“ eine Naturwissenschaftlers, eines Mediziners oder Biologen lesen, dann erhalten wir keine befriedigende Antwort.

    Was will dieses Fest uns eigentlich sagen?

    Die Aufnahme Mariens in den Himmel ist ein Zeichen des Himmels! Das heißt: unser Glaube an Marias Vollendung in Gott, an ihrer „Aufnahme in den Himmel“, will nicht eine Provokation für den denkenden Menschen sein, dass er seinen Verstand zu Hause lassen muss.

    Vielmehr ist dieser Glaube eine Aussage über unsere eigene Zukunft.

    Maria ist weniger ein Zeichen am Himmel als vielmehr ein Zeichen des Himmels!

    Die Aufnahme Marias in den Himmel ist die Zusage, dass Gott auch unsere persönliche Zukunft in seinen Leben schaffenden Händen hält. Es ist die Zusage, dass über unserem Leben eine unzerstörbare, göttliche Hoffnung steht. Wir sind nicht „Kinder des Todes“, sondern „Kinder des Lebens“!

    So gesehen ist der Glaube an die Aufnahme Mariens in den Himmel eine Antwort auf die bedrängendsten Fragen unserer Zeit.

    Fragen, wie sie Heranwachsende im berühmten Musical „Hair“ stellen:

    „Wo geh ich hin? Folg’ ich den Wolken?
    Wo ist der Weg, den ich nicht seh’?
    Wer weiß eine Antwort auf meine Frage,
    warum ich lebe - und vergeh’…?

    Wo geh ich hin? Folg’ ich den Kindern?
    Seh’n sie den Weg, den ich nicht seh’?
    Gibt mir ihr Lächeln etwa die Antwort,
    warum ich lebe - und vergeh’…?

    Folg’ ich dem Winde? Folg’ ich dem Donner?
    Folg’ ich dem Neon, das leuchtet
    im Blick derer, die lieben?
    Tief in der Gosse, hoch unter den Sternen
    kann Wahrheit sein!

    Wo geh’ ich hin? Folg’ ich dem Herzen?
    Weiß meine Hand, wohin ich geh’?
    Warum erst leben, um dann zu sterben?
    Ich weiß nicht recht, ob ich das je versteh’!

    Wo komm’ ich her? Wo geh ich hin?
    Sagt, wozu? Sagt, woher?
    Sagt, wohin? Sagt, worin
    liegt der Sinn, liegt der Sinn?“

    Angesichts solcher existenzieller Fragen hat der christliche Glaube eine Antwort: Denn wir glauben, dass

    das Leben der Frau Maria aus Nazaret das Leben ein der unseren ist.

    Ein Leben, dem weder Leid noch Enttäuschung erspart geblieben sind.

    Ein Leben, das aber gerade durch Begrenztheit, Not und Tod hindurch zum ewigen Leben gelangt ist.

    Ich wünsche Ihnen allen im Namen des Seelsorgeteams frohe und gesegnete Festtage. Lasst uns miteinander in den Gottesdiensten voll Dankbarkeit das Fest unserer Hoffnung und Zukunft feiern.

    Mit herzlichen und frohen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    09. August 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen,

     

    In den kommenden Urlaubswochen möchte ich Ihnen jeweils eine Geschichte „erzählen“, auf die einige Impulse zum Nachdenken folgen.

    „Der Traum vom Samen „

    Ein junger Mann hatte einen Traum. Er betrat einen Laden. Hinter der Ladentheke sah er einen Engel stehen. Hastig fragte er den Engel: „Was verkaufen Sie, mein Herr?“ Der Engel gab freundlich zur Antwort: „Alles, was Sie wollen.“ Da fing der junge Mann sofort an zu bestellen. „Dann hätte ich gern: eine demokratische Regierung in Chile, das Ende der Kriege in der Welt, bessere Bedingungen für die Randgruppen der Gesellschaft, Beseitigung der Elendsviertel in Lateinamerika, und …“ Da fiel ihm der Engel ins Wort und sagte: „Entschuldigen Sie, junger Mann, Sie haben mich verkehrt verstanden. Wir verkaufen hier keine Früchte, wir verkaufen nur den Samen.“

     

    Zum Nachdenken:

    Der Engel steht für Gott. Weill Gott allmächtig ist, weil er also alles kann, darum meint der „Herr“, er könnte auch alles von ihm erbitten. Gott aber ist nicht bereit, dem Menschen alle Wünsche zu erfüllen und alles fertig in seine Hand zu geben.

    Früher haben die Menschen in ihren Nöten von Gott Hilfe erbeten; er sollte „die Früchte verkaufen“ und somit die Not beseitigen.

    Die säkularisierte Welt vertraut mehr auf sich selbst. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein versucht sie, zunächst einmal selbst mit dem Problem fertig zu werden: mit Krankheit, Hunger, Not, Unfrieden, Erziehungsschwierigkeiten. Sie möchte nicht sogleich Gott vor ihren Karren spannen und ihm die Schuld zuschieben, wenn der „Retter“ versagt.

    Diese Geschichte will uns lehren, dass Gott durchaus in die Welt hineinwirkt; aber er wollte nicht alle Probleme lösen. Trotz der Menschwerdung Gottes sind Not, Kriege, Hass, Terror, Hunger und Angst geblieben.

    Mit Jesus ist der Same in die Welt gekommen, nicht die Frucht.

    Der göttliche Same wächst aus innerer Lebenskraft und unaufhaltsam!

     

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    26. Juli 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen,

     

    In den kommenden Urlaubswochen möchte ich Ihnen jeweils eine Geschichte „erzählen“, auf die einige Impulse zum Nachdenken folgen.

    „Zwei Eisblöcke“

    Es waren einmal zwei Eisblöcke. Das Verhältnis zwischen ihnen war sehr kühl, was nicht verwunderlich ist. Der eine dachte: Warum kommt der andere nicht näher zu mir? Aber der Eisblock konnte nicht gehen und kommen. Da dachte der eine: Wenn der andere auftaut, dann taue ich auch auf. – Aber weil der Eisblock nicht von selbst auftaute, taute keiner von beiden auf.

    So geschah es, dass niemand auf sie zukam, und jeder noch mehr in sich selbst vereiste. Nach Monaten – oder war es nach Jahren? – entdeckte der eine Eisblock eines Mittags, als die Sonne strahlte, dass er schmelzen konnte, und er sah, dass er sich zu Wasser verflüssigte, und dass er doch noch er selbst war. Auch der andere machte diese wunderbare Entdeckung. Über die ganz alltäglichen Wassergräben flossen sie aufeinander zu. Sie begegneten sich. Zwar spürten sie ihre Kälte noch, aber auch ihre Schwachheit und ihren guten Willen, ihre eigene Not und die von anderen. Sie fanden, dass sie einander nötig hatten und zusammenbleiben müssten.

    Da kam ein Kind, und dann noch eins, und noch andere Kinder. Und die ließen kleine Schiffe auf dem großen, starken Wasser fahren. Sie hörten, dass die Kinder glücklich waren. Und diese Freude spiegelte sich wie eine Sonne im Wasser.

     

    Zum Nachdenken:

    Der eine Eisblock wartet auf den anderen. Wenn der auftaut, taue ich auch auf; wenn der nicht will, dann will ich auch nicht. So werden Menschen nie zueinander finden, wenn der andere immer den ersten Schritt tun soll. Wie sollen die Mauern eingerissen werden, die ich um mich gebaut habe, die Selbstherrlichkeit, der Stolz, der Eigensinn, die Ichbezogenheit? Je mehr ich mich in mich selbst zurückziehe, desto schwerer mache ich den anderen den Zugang zu mir. Die notwendige Kommunikation ist nicht möglich.

    Vielleicht ist einer so in sich verschlossen, dass er selbst aus sich nicht heraus kann. „Keiner kann aus seiner Haut“, sagen die Leute. Es ist so, als ob er den Schlüssel verloren hätte, um von innen das Tor aufzuschließen. Sie leiden unter ihrer Abgeschlossenheit, aber sie zeigen es nicht. Sie tun so, als ob sie sich wohl fühlten.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine frohe Woche. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    19. Juli 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen,

    An Kontoauszügen können wir ersehen, wie wirksam ein Zeichen vor einer Zahl sein kann. – Ein Pluszeichen oder ein Minuszeichen können eine Zahl ins Gegenteil verkehren: Haben oder Soll.

    Es ist ein ebenso großer Unterschied, ob vor einem Tag steht: „Du musst leben“ oder „Du darfst leben!“

    Du darfst leben: Diese Gewissheit erhalten wir durch Jesu Leben, Tod und Auferstehung.

    Du darfst leben: Dieses positive Vorzeichen wurde bei der Taufe vor unser Leben gesetzt. –

    Getauft sein heißt: angenommen, geliebt sein: „Du bis mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Lk 3, 22).

    Getauft sein heißt: Eingetaucht sein in Gott, eingetaucht sein in Jesus Christus. Das Wort „Taufe“ kommt von „tauchen“!

    Wasser ist Leben. Gott ist mein eigentliches Leben. Er ist mir so nah wie das Wasser, das mich berührt.

    Was durch die Hände Gottes geht, bleibt nicht, wie es vorher war. So hat sich auch mein Leben unter der Hand Gottes gewandelt. Ich lebe nicht einfach das Leben, das meine Eltern mir gegeben haben. Ich lebe vor allem das Leben, das Gott mir gegeben hat.

    Die Taufe ist so etwas wie eine zweite Geburt, eine „Wiedergeburt“, wie Jesus sagt.

    Die Taufe steht als bedeutungsreiches, wirksames Zeichen am Anfang meines Lebens. So steht sie vor jedem Tag, den ich erlebe:

    Zeichen eines neuen Lebens

    Zeichen eines Lebens im Dank

    Zeichen eines Lebens im Vertrauen – in der Liebe – in der Vergebung.

    Bei vielen Gelegenheiten werden wir durch das „Weihwasser“ an dieses neue, göttliche Leben erinnert. Es soll unser ganzes Leben und unseren Tod durchdringen.

    Der Apostel Paulus sagt: „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden“ (2 Kor 5, 17)

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine gesegnete Woche und das frohe Bewusstsein, durch die Taufe von Gott angenommen und geliebt und zu sein.

    Mit freundlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    12. Juli 2009

     

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen,

     

    Die Vollversammlung des Zweiten Vatikanischen Konzils begann jeden Morgen mit einem eindrucksvollen Eröffnungsritus:

    In feierlicher Prozession wurde ein kostbares Evangelienbuch in die Konzilsaula des Petersdomes getragen und an erhöhter Stelle „inthronisiert“. – Die Konzilsväter legten die Mitra ab und erhoben sich von ihren Plätzen, um dem Wort Gottes die gebührende Ehrfurcht zu bezeugen.

    In einem Gebet des Messbuches heißt es:

    „Gott, unser Vater. Wir sind als deine Gemeinde versammelt: Öffne unser Ohr, damit wir hören und verstehen, was du uns heute sagen willst.“

    Wer nicht oder schlecht hören kann, ist im menschlichen Zusammenleben sehr benachteiligt. Das Verstehen fällt ihm schwer. Oft weiß er nicht, um was es geht. Es kommt zu Verwechselungen und Missverständnissen, vielleicht auch zu Ärger. Der Hörgeschädigte spürt, dass er „außerhalb“ steht, weil er nicht in der Lage ist, den Sinnzusammenhang zu begreifen. So verliert er leicht den Kontakt mit der Lebenswirklichkeit und fühlt sich isoliert und fremd.

    Etwas Ähnliches spielt auch eine Rolle in unserem Verhältnis zu Gott. Unser Glaube wird „taub“, wenn wir Gottes Wort nicht hören!

    Deshalb die Bitte des Gebetes: Gott möge unser Ohr öffnen, damit wir sein Wort in unserem Lebensalltag wahrnehmen.

    Im Gebet heißt es: „…, damit wir verstehen, was du uns „heute“ sagen willst.“ Das „Heute“ ist der entscheidende Augenblick, in dem Gottes Will sich kundtut, der aber zugleich unsere Entscheidung fordert.

    Gott will uns „heute“ etwas sagen:

    • durch die Menschen, denen wir begegnen,
    • durch die Erfahrungen, die wir machen,
    • durch die Widerwärtigkeiten und Herausforderungen des Lebens.
  • Wir öffnen uns für Gottes Anspruch und Anruf im hörenden Gebet.
  • Im Text des eingangs zitierten Gebetes heißt es weiter:

    „Gib uns ein gläubiges Herz, damit unser Beten dir gefällt und unser Leben vor dir bestehen kann.“

    Beten und Leben dürfen nicht auseinander fallen. – Sie gehören zusammen. Andernfalls wird das Beten lebensfremd und phrasenhaft leer. Wir vergessen sonst, dass Gott mit unserem Leben etwas zu tun hat.

    Unser Gebet darf konkret und menschlich sein. Wir dürfen mitten im Alltag auf Gottes Wort und Weisung hören und antworten. Ja, beten heißt: unser Leben vor Gott ausbreiten. Die große bedeutende spanische Karmelitin und Mystikerin Teresa von Avila sagt: „Beten heißt: Mit Gott sprechen wie mit einem guten Freund!“ – Er hat uns versprochen, in seinem Wort für uns da zu sein.

    In dieser Woche haben die großen Schulferien begonnen. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrerinnen und Lehrern frohe und erholsame Wochen. Aber auch allen anderen, die Urlaub machen, wünsche ich im Namen des Seelsorgeteams eine erholsame und erlebnisreiche Zeit. Auch Zeit für Gottes Wort und für das Gebet!

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    05. Juli 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen,

    Im Johannes-Evangelium hören wir die Worte Jesu: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“

    Diese Worte Jesu sind heute aktueller denn je. Viele Menschen – darunter auch viele Christen! – scheinen den Glauben an „Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde“, aus dem Blick verloren zu haben. Für sie ist diese Welt nur eine reine „Sach-Welt!“

    Ich kann einen Löwenzahn betrachten als Viehfutter,

    als Anschauungsmittel für den Biologieunterricht oder

    als Motiv für eine Blumenfotografie („Pusteblume“!)

    Einmal frage ich:

    was er nützt, das andere Mal,

    wie er aufgebaut und strukturiert ist, das dritte Mal:

    wie schön er ist.

    Ich kann jedes Ding auf vielerlei Weise wahrnehmen.

    Wo wissenschaftlich nach der Entstehung der Welt gefragt ist, müssen auch wissenschaftliche Antworten gegeben werden.

    „Gott, der Schöpfer“ – da wird die Welt durch ein ganz anderes „Fenster“ gesehen und betrachtet als durch die Wissenschaft.

    Da bin ich gefragt, ob ich die Welt, in der ich lebe als ein „Zufallsprodukt“ ansehe, entstanden aus dem freien Spiel der Kräfte.

    Oder ob ich daran glaube, dass eine einzige Macht hinter und über all den vielen Kräften und Mächten der Welt am Werk ist.

    Ich bin auch gefragt, ob wir Menschen aus der Welt, in der wir leben, machen können, was wir wollen.

    Der christliche Glaube hält uns dazu an, so mit dieser Welt umzugehen, wie der Schöpfer-Gott es will, dass wir sie nützen, aber vor allem auch schützen.

    Das eine beherrschen wir sehr gut, das andere betreiben wir eher stümperhaft.

    Der Psalm 104 – ein so genannter „Schöpfungspsalm“ – kann uns zu einem richtigen und verantwortlichen Umgang mit der Welt führen:

    Herr, wie zahlreich sind deine Werke!

    Mit Weisheit hast du sie alle gemacht,

    die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.

    Sie alle warten auf dich,

    dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.

    Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein,

    öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.

    Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört,.

    nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie

    und kehren zurück zum Staub der Erde.

    sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,

    und du erneuerst das Antlitz, der Erde.

    Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn,

    der Herr freue sich seiner Werke.

    Im Namen des Seelsorgeteams, das durch Herrn Diakon Wolfgang Schu erweitert und bereichert ist, wünsche ich Ihnen eine Woche, in der Sie sich an Gottes Schöpfung erfreuen mögen. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    28. Juni 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!
    Von dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber stammen die folgenden schockierenden Wort:

    • „Gott ist das beladenste aller Menschenworte. Keines ist so besudelt, so zerfetzt worden. Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort abgewälzt und es zu Boden gedrückt: Es liegt im Staub und wird mit Füßen getreten.
      Sie zeichnen Fratzen und schreiben Gott darunter. Sie morden einander und sagen: In Gottes Namen!“
  • Jesus wurde im Namen Gottes gekreuzigt. Im Namen Gottes wurden Kreuzzüge und Kriege geführt.
  • „In Gottes Namen“, sagt einer, und dann tut er, was zu seinem eigenen Vorteil gelangt.
    Der Missbrauch des Namens Gottes reicht von großen, angeblich gottgewollten Aktionen bis zur alltäglichen Gedankenlosigkeit.

    Auch der scheinbar „fromme“ Gebrauch des Namens Gottes kann Missbrauch sein:
    Wo Eltern ihr Kind dazu bringen wollen zu tun, was sie möchten und dann sagen: „Gott sieht dich überall.“ – Oder wie ich es noch aus Kindertagen weiß: „Eine Auge ist, was alles sieht – auch was bei finstrer Nacht geschieht.“
    Hier wird Gott als der „verlängerte pädagogische Arm“ missbraucht.

    Sogar im Gebet kann ich Gottes Namen missbrauchen: wenn ich für einen Menschen bete und mich gleichzeitig davor drücke, etwas für ihn zu tun.

    Ich möchte den Namen Gottes lieber zu wenig als gedankenlos oft gebrauchen.
    Ich könnte keinem kranken Menschen oder einem der ein schweres Lebensschicksal erlitten hat, sagen: „Gott hat es so gewollt“ oder „Dazu musst du in Gottes Namen ja sagen“, nur weil mir nichts Passendes einfällt.

    Wenn ich Gott als Lückenbüßer einsetze, weil ich nicht weiter weiß oder Gott als „Alibi“ vorschütze, dann wird Gottes Name missbraucht.

    „Gott sei Dank!“ – das kann ich gedankenlos und oberflächlich aussprechen. Ich kann es aber auch so sprechen, dass es wirklich ein „Kurzgebet“ ist. Am Wort und Wortlaut liegt es nicht, sondern daran, ob nur die Zunge daherplappert oder das Herz mitspricht!

    Es lieg daran, ob ich wirklich Gott anreden will, wenn ich „Gott“ sage.

    Es stünde uns Christen gut an, wenn wir mit Ehrfurcht und Achtung den Namen Gottes aussprechen würden. Kennen wir noch das zweite der „Zehn Gebote“? „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen!“

    Ich wünsche Ihnen allen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und gesegnete Woche und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    21. Juni 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    „Wenn du erst einmal gute Noten nach Hause bringst, dann können wir über deine Ferienpläne sprechen.“ So das Gespräch zwischen Eltern und Sohn.

    Erst Leistung – dann Lohn! Nach diesem Grundsatz wird hier entschieden. In der Schule, im Beruf – überall wird Leistung gefordert.

    Leistung ist nach allgemeiner Auffassung Bedingung für Lohn bzw. Belohnung. Nach Leistung wird benotet und beurteilt.

    Aber Grundbedingung meines Menschseins ist, dass ich angenommen werde, ohne nach Leistung gefragt zu werden. – Wenn Eltern ein Kind nur dann annehmen und akzeptieren würden, wenn es etwas geleistet hat, dann könnte kein Kind sich auf Dauer gesund entwickeln und leben.

    Aber wie bald erfährt ein Kind, dass es „lieb sein muss“, wenn die Mutter auch zu ihm lieb sein soll. -

    In der Schule lernt es schnell, dass ein Lehrer, eine Lehrerin die Kinder am liebsten hat, die mitarbeiten, gute Leistungen bringen und unproblematisch sind. So erfährt ein Kind schon sehr früh: „Du musst etwas leisten, damit du anerkannt wirst.“

    Wenn dann später junge Menschen mit Schulverdrossenheit und Leistungsverweigerung sich dagegen wehren, dass der Wert eines Menschen nach seiner Leistung bemessen wird, dann verbirgt sich hinter diesem Protest das urmenschliche Verlangen, angenommen, geliebt zu werden – unabhängig von Leistungen.

    Mensch sein im wahrsten Sinne des Wortes kann ich nur dort, wo ich nicht gemessen werde nach Leistung und Erfolg, sondern wo ich auch dann dazugehöre, wenn ich versagt habe.

    In der Schule fragt der Lehrer die Schüler: „Wo sind wir zu Hause?“ Darauf antwortet ein Schüler: „Ich bin da zu Hause, wo ich nicht rausfliege, wenn ich was ausgefressen habe!“

    Zum Mensch sein gehört es, dass ich ohne „Wenn“ und ohne „Aber“ geliebt werde.

    Genau das sagt die Frohbotschaft Jesu: Gott ist für dich da! Er nimmt dich ohne Vorleistung an. – Noch ehe ich das Geringste habe leisten können, steht auf der ersten Seite meiner Biographie: „Du bist geliebt. Du bist angenommen, ohne dich ständig vor dir selbst, vor anderen und vor Gott als gut und tüchtig beweisen zu müssen.“

    Mit einer solchen Botschaft kann ich leben. Sie macht mir Mut und gibt mir Selbstvertrauen.

    Ich wünsche Ihnen allen im Namen des Seelsorgeteams eine gute Woche und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    14. Juni 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Das Dreifaltigkeitsfest, das wir am vergangenen Sonntag gefeiert haben, wurde von der Kath. Jugend seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts als „Gott-Bekenntnis-Tag“ gefeiert.

    Nach dem Verbot durch die Nationalsozialisten, lebte dieser „Bekenntnistag“ nach dem 2. Weltkrieg neu auf, bis er in den 60er Jahren verebbte und versandete. Seither ist er leider auch im öffentlichen Bewusstsein mehr und mehr verschwunden.

    Es gibt keinen Menschen, der nichts glaubt: Einer glaubt an Gott, ein anderer an eine Idee oder Ideologie, manche auch an eine totale Sinnlosigkeit und Absurdität des Lebens.

    Auch das ist Glaube: Horoskop, Maskottchen, Talisman. Was ist das anders als eine moderne Form von Götterglauben. – Es gehört offenbar zum Wesen des Menschen, dass er gleichsam einen „Altar“ braucht, auf dem er opfert!

    Oder er kniet vor anderen Altären und opfert anderen Göttern. Sie können viele Namen haben: Erfolg, Karriere, Hobby, Auto, Haus.

    Auf den modernen Altären, vor denen Menschen voll Verehrung und Anbetung knien, stehen: Jugendlichkeit, Schönheit, Sportlichkeit, Männlichkeit, Sex oder High life.

    Der Glaube an die Wissenschaft ist die eigentliche Religion unserer Zeit. Sie kennen die Aussprüche:

      • „Wissenschaftlich erwiesen“
      • „Wissenschaftlich geprüft.“
  • Das erhebt den Anspruch:
      • Darauf kannst du vertrauen!
      • Darauf ist Verlass!
  • Wissenschaft ist zweifellos gut und nützlich. Aber sie kann meinem Leben keinen Halt und Sinn geben. Als „Ersatzgott“ taugt sie nicht!
  • Wo der Glaube an Gott durch die Tür auszieht, kommt der Aberglaube durch die Fenster herein. Das ist eine altbekannte Tatsache.

    Und wie kommen die Ersatzgötter von den Altären herunter? Dadurch, dass ich Gott für die Dinge danke, die mir wertvoll und wichtig sind.

    Wer Gott für all das dankt, was ihm wichtig und wert ist, holt es gleichsam vom „Altar“ herunter und legt es als Geschenk und Gabe vor dem „Altar“ nieder.

    Damit werden die Dinge „ent-göttert“ und „ent-götzt“!

    Mit dem Dank, den wir vor Gott bringen, tun wir ihm nicht einen Gefallen. Gott ist nicht auf unseren Dank angewiesen. Aber wir! Denn zum wahren Mensch sein gehört es, dass ich mich dem zuwende, der mich als sein Ebenbild geschaffen hat.

    Darum ist das erste Gebot: „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben, “ ein wichtiger Schutz meines Lebens und meines Mensch seins.

    Liebe Pfarrangehörigen, besinnen und konzentrieren wir uns wieder auf diesen Gottesglauben, damit unser Leben gelingt und gut wird.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen alles Gute und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    31: Mai 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Die Feste der Kirche haben ihre Mitte im Osterfest.

    Karfreitag wäre ohne Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu, bedeutungslos.

    Die Geburt Jesu wird nur gefeiert, weil Jesus Christus auferstanden ist.

    Das Fest Christi Himmelfahrt ist im Osterfest begründet und gibt ihm einen besonderen Akzent und Schwerpunkt.

    Schließlich ist Pfingsten der Tag, an dem aus der „Karfreitags-Trauer-Gemeinde“ eine „Osterfreude-Gemeinde“ wird.

    Die Apostelgeschichte (2, 1 – 36) erzählt das Pfingstwunder und berichtet von der Pfingstpredigt des Petrus, die auf Kreuz und Auferstehung Jesu hinweist:

    „Ihn habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und getötet. Gott hat ihn auferweckt.“

    Dass Menschen frei und ohne Furcht von diesem Auferstandenen reden und sich zu ihm bekennen – das ist Pfingsten! –

    „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch … Empfanget den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen …“

    Die Begabung mit dem Heiligen Geist gibt es bei Johannes bereits an Ostern. Damit wird der enge Zusammenhang von Ostern und Pfingsten deutlich.

    Wenn der auferstandene Herr in unsere Mitte tritt, dann bringt er seinen Frieden. Er beauftragt uns als seine Boten und trägt uns auf:

    seinen Frieden in die Gemeinde und

    in die Herzen und Häuser zu bringen, indem wir Schuld vergeben.

    Aus Furchtsamen und Verängstigten werden Mutige.

    Aus Stummen – Menschen, die den Mund auftun und reden und verkündigen.

    Aus Zweiflern – Menschen, die gläubig bekennen.

    Das ist das Wunder des österlichen Pfingsten!

    Und wer den österlichen Geist hat, vergibt, bezeugt und bekennt.

    Pfingsten gilt als das Fest der Kirche. Es erinnert uns daran, dass wir unseren Glauben nicht selbst schaffen, sondern nur empfangen können.

    Pfingsten macht deutlich: Um Gottes Geist, um den Glauben an die Gegenwart des Auferstandenen müssen wir aus tiefstem Herzen bitten:

    „Komm, Heiliger Geist!

    Erfülle die Herzen deiner Gläubigen

    und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.

    Sende aus deinen Geist,

    und alles wird neu geschaffen,

    und du wirst das Angesicht der Erde erneuern!“

    Liebe Pfarrangehörigen, ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams ein frohes und gesegnetes Pfingstfest und die Gabenfülle des Heiligen Geistes. Feiern wir miteinander Gottesdienst an diesem Hochfest der Christenheit.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr

    Pastor Leo Hofmann

     

    24: Mai 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Mit dem Pfingstfest endet die österliche Zeit von 50 Tage seit dem Osterfest.

    Christus ist erstanden und mit ihm alle, die zu ihm gehören und sich zu ihm bekennen. – Wie können Christen deutlicher zum Ausdruck bringen, dass ihr Leben unter dieser österlichen Verheißung steht.

    Das erste Pfingstfest in Jerusalem endete mit der Taufe vieler Menschen. Sie folgten dem Ruf des Petrus und wurden so zu ersten christlichen Gemeinde:

    „Kehrt um, und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden. Dann werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.“ (Apg 2, 38 – 41).

    Über den Zusammenhang von Auferstehung und Taufe schreibt der Apostel Paulus: „Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind. Wenn wir ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein.“ (Röm 6, 3 – 5).

    Zum Christ sein gehört also seit Pfingsten die Taufe auf den gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus.

    Weil es bei der Taufe wesentlich um Auferstehung und Leben geht, deshalb ist seit alters das Osterfest der Tauftag der Kirche. Und jede Taufe ist das persönliche Osterfest des jeweiligen Täuflings.

    Die Taufe ist der Zugang zur Gemeinschaft der Gläubigen, der Gemeinde und die offene Tür Gottes zu einem neuen Leben.

    Ob wir Erwachsene oder Kinder taufen, Gottes „Ja“ geht unserem „Ja“ immer voraus.

    In der Mission ist die Erwachsenentaufe vielfach das Normale. Aber auch hierzulande ist die Erwachsenentaufe stark im Kommen. Am vergangenen Osterfest wurden im Bistum Trier dreißig meist junge Erwachsene getauft, darunter auch eine junge Frau aus unserer Pfarreiengemeinschaft.

    Aber warum sollten nicht Christen, denen der Glaube an den auferstandenen Jesus Christus wichtig ist, nicht auch ihre Kinder an diesem Glauben teilhaben lassen und das durch die Taufe kundtun? So haben es schon die frühen Christen gehalten!

    Der Getaufte muss in jedem Fall – gleich welchen Alters – sein eigenes „Ja“ finden und in einem „neuen Leben wandeln“, wie es im Taufritus bei der Übergabe des „weißen Kleides“ heißt. „Getaufte sind im wahrsten Sinne des Wortes Auferstehungsmenschen – schon vor dem Tod.

    Liebe Pfarrangehörigen, ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgetrams eine gesegnete Woche. Beten wir miteinander und füreinander in der Pfingstnovene um die Gabenfülle des Heiligen Geistes.

    Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus

     

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    17: Mai 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Alle Christen bekennen die Auferstehung. Sie gehört zum Grundbestand und Fundament des Glaubens aller christlichen Konfessionen.

    Vielen Christen ist es aber ein Problem, dass der auferstandene Christus der „unsichtbare Herr der Welt“ ist. Sie fragen dann: „Wo ist er zu sehen?“

    Jede der verschiedenen Ostergeschichten des Neuen Testamentes will uns etwas Besonderes erzählen. Jede hat einen bestimmten Adressatenkreis im Auge und will Menschen in einer bestimmten Situation helfen, das österliche Ereignis und Geschehen zu verstehen.

    Eine Begebenheit in der Apostelgeschichte (Apg 1, 1 – 12!) will Christen von damals und heute helfen, mit der „Unsichtbarkeit Jesu“ fertig zu werden. Es ist die Geschichte von der Himmelfahrt Christi. Dieses Ereignis ist zugleich auch eine Ostergeschichte.

    Jesus gibt seinen Jüngern die Zusage: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen … und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien bis an das Ende der Erde.“

    Als Jesus vor ihren Augen emporgehoben wurde und ihren Blicken entschwunden war, starren sie ihm immer noch nach.

    Zwei göttliche Boten sprechen sie an und sagen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging, wird ebenso wiederkommen, wir ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“

    Die Apostelgeschichte berichtet weiter: Dann kehrten sie vom Ölberg … nach Jerusalem zurück.“

    Die Unsichtbarkeit Jesu ist für die Jünger kein Grund, zu resignieren und nicht zu tun. – Im Gegenteil:

    Sie packen Aufgaben an,

    wenden sich dem Nächsten in der Not zu,

    helfen den Armen,

    verkünden die Botschaft vom auferstandenen Herrn und

    rufen seine Herrschaft über die ganze Welt aus.

    Himmelfahrt bedeutet:

    Jesus ist der unsichtbare Herr der Welt. – Seine Botschaft ist nicht mehr nur an Jerusalem, Judäa und an ganz Israel gerichtet, sondern gilt der ganzen Welt.

    Christi Himmelfahrt bekräftigt:

    Seit Ostern, seit der Auferstehung, bestehen neue Herrschaftsverhältnisse in der Welt. Wir bringen es mit einem Kirchenlied zum Ausdruck (GL 861):

    „Christus, König aller Zeiten,

    Christus, Herr auch unsrer Zeit!

    Christus, König aller Völker,
    Christus, Herr in Ewigkeit!“

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen einen frohen Festtag und das Bewusstsein: Dieses Leben ist keine „Sackgasse“! Wir haben Heimat und Zukunft beim auferstandenen Herrn. Deshalb feiern wir ein Fest. Ich lade Sie alle herzlich zu den Gottesdiensten an Christi Himmelfahrt ein.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus
    Ihr
    Pastor Leo Hofmann

    10: Mai 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Mit dem kleinen Wort „für“ bauen wir eine Brücke zu anderen Menschen hin, wenn wir damit sagen wollen: „Ich möchte für dich – für euch da sein.“

    Dieses Versprechen ist wie ein bergendes Dach und wie ein schützender Mantel. Liebende Eltern sind so „für“ ihre Kinder und liebende Partner sind so „für-einander“ da.

    In jeder Gestalt des „für andere“ da zu sein verschenkt der Mensch ein Stück von sich selbst.

    Die Zahl der Menschen „für“ die wir ganz und gar da sein können, ist begrenzt. Unsere Kraft zur Liebe kommt da oder dort an eine Grenze. Christus aber – so sagt es die Kirchen im „Großen Glaubensbekenntnis“ – ist ohne dieses Eingrenzung für all da: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde „für uns“ gekreuzigt …“

    Der Weg des Sohnes Gottes, Jesus Christus, verläuft innerhalb dieser Bandbreite des „Für-uns-da-Seins.“

    Zweimal spricht das Große Glaubensbekenntnis ausdrücklich davon: Im Zusammenhang mit der Menschwerdung Jesu Christi und mit der Kreuzigung Christi.

    Das „Für-uns-Sein“ des Herrn umgreift aber auch alle anderen Stationen seines Lebensweges – auch das Geheimnis seiner Auferstehung.

    Die Fülle dessen, was Jesus Christus „für uns“ getan hat, bezeichnen wir mit dem Wort „Erlösung“.

    Erlösung bedeutet im Vollsinn des Wortes: Wiederherstellung der Freundschaft mit Gott. Aus dieser Gottesfreundschaft erwächst auch die Kraft andere Menschen und sich selbst anzunehmen.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine frohe und friedvolle Woche in der österlichen Zeit und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr
    Pastor Leo Hofmann

    03: Mai 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Wie ein Webmuster zieht sich das Thema „Freude“ durch die Bibel. Die Botschaft Jesu nennen wir „Evangelium“, das heißt „Frohe Botschaft“.

    Die Osterfreude wurde in besonderem Maße Maria, der Mutter des auferstandenen Christus, zuteil.

    Unter den Zeugen der Auferstehung wird sie in den Schriften des Neuen Testaments nicht ausdrücklich genannt. – Maria bleibt auch nach Ostern im Hintergrund, so wie sie zur Zeit des öffentlichen Wirkens Jesu demütig im Hintergrund geblieben war.

    Im Bericht über die betende Urgemeinde, die in Jerusalem auf die Herabkunft des Heiligen Geistes wartete, nennt die Apostelgeschichte mit den Nahmen der elf Apostel ausdrücklich Maria (Apg 1, 12 – 14)

    So war sie auch zugegen, als am Pfingsttag der Geist Gottes in Sturm und Feuer auf die Urgemeinde ausgegossen wurde (Apg 2, 1 – 13).

    Im Nachsinnen und Nachdenken über Christus hat die Kirche in den ersten Jahrhunderten der Kirchengeschichte auch das Mysterium seiner Mutter immer tiefer bedacht.

    An Maria wird sichtbar, was die Kirche nach Gottes Willen ist. Sie ist die auf Gott Hörende und Gehorchende.

    Die zahlreichen Marienlieder, die sich auf das freudige österliche Ereignis beziehen, sind ein geistlicher Schatz, der sich im Laufe von Jahrhunderten angereichert hat.

    Darunter findet sich das österliche „Regina coeli laetare“, das in seinem Text und seiner Melodie im „Gregorianischen Choral“ besonders kostbar ist. Die Antiphon (= liturgischer Wechselgesang) ist bereits um 1200 n. Chr. in Rom bezeugt. Sie wurde immer stehend gebetet oder gesungen, weil die Auferstehung Christi stehend bezeugt werden sollte.

    In einer freien Übersetzung dieser Antiphon, die mit einer schönen Begleitmelodie zu einem beliebten deutschen Osterlied geworden ist, lautet die erste Strophe so:

    Freu dich, du Himmelskönigin, freu dich Maria.
    Freu dich, das Leid ist all dahin. Halleluja.
    Bitt Gott für uns, Maria.“

    Freude ist in ihrer reinsten Gestalt „Teilhabe“ an der Freude anderer. In diesem Osterlied freut sich die Kirche in dieser österlichen Zeit des Monats Mai mit Maria, die wir auch als die „Maienkönigin“ verehren.

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und friedvolle österliche Zeit im Monat Mai.

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    26 April 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    In einer Missionspredigt in Caesarea hat der Apostel Petrus die Osterbotschaft so zusammengefasst: „Gott hat Jesus am dritten Tag auferweckt und hat ihn erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volk, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen: Uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten gegessen und getrunken haben.“ (Apg 10, 40 – 41)

    Das Mahl ist eines der Ursymbole menschlichen Lebens. Zum bloßen Überleben genügt das schnelle, hastige und alleinige Verzehren von Speisen an einem „Imbissstand“ (Fast-Food!).

    Zum Leben in einem sozio-kulturellen Rahmen gehört das gepflegte, gemeinsame festliche Mahl mit Menschen, mit denen wir uns innerlich mit Herz und Gemüt verbunden fühlen.

    Mit dem „Letzten Abendmahl“ hat Jesus die lange Kette seiner Mahlfeiern mit den Jüngern vollendet. Er hat all diese Mahlfeiern überboten durch die Stiftung der Eucharistie. In den Gestalten der Grundnahrungsmittel von Brot und Wein hat er sich uns selbst „ein-gestiftet“ mit den Worten: „Das ist mein Leib für euch hingegeben. Das ist mein Blut für euch vergossen zur Vergebung der Sünden.“

    Das Brechen des Brotes war eine zeichenhafte Vorwegnahme des „Zerbrechens seines Leibes“ durch den Tod am Kreuz.

    Das Darreichen des aus vielen Trauben gepressten Weines war zeichenhafte Vorwegnahme des Vergießens seines Blutes in seiner Passion.

    Er trug den Jüngern auf: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22, 19).

    Der auferstandene Christus erscheint nach den Evangelien des Lukas und des Johannes als einer, der wiederum mit den Jüngern Mahl hält: in Jerusalem und Emmaus.

    Dieser auferstandene Christus ist kein „Phantom“, keine gespenstische Erscheinung, kein Trugbild, wenn er auch anders gegenwärtig ist, als vor seinem Tod.

    Am See Gennesaret – wo er seine ersten Jünger berief – fragt er sie: „Habt ihr etwas zu essen hier?“ Dort am See Gennesaret bereitet er selbst den Jüngern nach einem reichen Fischfang das Mahl. „Kommt her und esst!“ sagt er ihnen. Diese Einladung Jesu begleitet die Kirche bis in unsere Tage.

    Liebe Pfarrangehörige, an diesen beiden Sonntagen nach Ostern folgen 48 Jungen und Mädchen aus unserer Pfarreiengemeinschaft dieser Einladung Jesu: „Kommt her und esst!“ Sie gehen zur ersten hl. Kommunion. Was für eine Chance für diese Kinder und Ihre Familien für eine bleibende Christusfreundschaft! Was für eine Bereicherung für unsere Gemeinden, dass so viele junge Menschen neu zur Mahlgemeinschaft gehören!

    Es wäre traurig und jammerschade, wenn diese Begegnung und Freundschaft mit Christus zu einem gesellschaftlichen „Event“ verkommen und verpuffen würde.

    Im Namen des Seelsorgeteams gratuliere ich allen Erstkommunionkindern und ihren Eltern aus unserer Pfarreiengemeinschaft und bleibe mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    12. April 2009, Ostern

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Im „Exultet“, dem feierlichen Osterlob, das am Anfang der Lichtfeier in der Auferstehungsfeier steht, heißt es: „Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger emporstieg. Wahrhaftig umsonst wären wir geboren, hätte uns nicht der Erlöser gerettet. O, unfassbare Liebe des Vater, um den Knecht zu erlösen, gabst du den Sohn dahin!“

    Was wir in dieser Osternacht feiern, ist so groß und bedeutsam, dass nur ein Lobgesang andeuten kann, um was es geht.

    Ja, wir können nur mit Worten der Preisung auf das wunderbare und unfassbare Geheimnis dieser Nacht reagieren: „Das ist der Tag, den Gott gemacht, der Freud’ in alle Welt gebracht“, so singen und jubeln wir.

    Im Lektionar zum Stundenbuch der Kirche steht eine eindrucksvolle Karsamstagpredigt aus dem 6. Jahrhundert. – Diese Predigt ist aufgebaut als Gespräch, das Christus, der neue Adam der erlösten Menschheit – mit dem ersten Adam führt.

    Christus fasst Adam an der Hand. Er zieht ihn empor und spricht: „Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein!“

    Der Mensch, dem dieses Wort des Erlösers gilt, dieser Adam – das sind wir, wir alle, jeder von uns!

    Im Bild des Schlafens erscheint der Tod in dieser Karsamstagpredigt als ein Zustand, der vorübergeht.

    Dem Schlaf folgt das Erwachen zu einem neuen Morgen. In der Auferstehung Christi ist dieser Morgen angebrochen.

    Die Liturgie formuliert eine eindrucksvolle Antwort auf das Ereignis der Osternacht:

    „Heute hat unser Erlöser die Pforten und Riegel des Todes alle zerbrochen. Vor seinem Anblick flüchtet der Tod, auf seinen Ruf erstehen die Toten. Die Pforten des Todes zerbarsten, da sie ihn schauten.“

    Mit Ostern, dem Fest der Auferstehung Christi, ist alles anders, ist alles neu! Wir gehen vom Tod zum Leben, aus dem Dunkel in das Licht! Das Dunkel des Todes wandelt sich – durch Gottes Machterweis – zum Licht des Lebens, des Lebens in Fülle ohne Ende.

    „Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit.“ Mit diesem bewegenden österlichen Lied wünscht das Seelsorgeteam allen Familien und Alleinstehenden von Haus zu Haus ein frohes und gesegnetes Osterfest.

    Ihre

    Brigitte Backes, Pfr.Sekr. Marpingen

    Barbara Kollmann, Pfr.Sekr. Alsweiler

    Gudrun Maurer, Gde.Referentin

    Wolfgang Breininger, Pfr.

    Leo Hofmann, Pastor

     

    05. April 2009, Palmsonntag

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Mit dem bevorstehenden Palmsonntag öffnet sich das Tor zur Karwoche (Kar bedeutet: Klage, Kummer, Sorge!), die auch „die große oder die heilige Woche“ genannt wird.

    Im Zentrum unseres christlichen Glaubens steht der gekreuzigte Christus, der von den Toten auferstanden ist. Dieses Ereignis wirft seine Licht in die Zeit davor und in die Zeit danach.

    Der Palmsonntag hat seinen Namen von der „Palmweihe“ und „Palmprozession“, die an diesem Tag vorgenommen werden. Palmen galten in Palästina als Zeichen der Königswürde und des Friedens.

    In der christlichen Tradition ist die Palmweihe seit dem 7. Jahrhundert bekannt. Vor dem Hauptgottesdienst werden die Palmzweige gesegnet:

    „Allmächtiger, ewiger Gott, segne diese Palmzweige, Zeichen des Lebens und des Sieges, mit dem wir Christus, unserem König huldigen.“

    Wir Christen verbinden mit diesen geweihten Palmzweigen die Bitte um den Schutz und den Beistand Gottes. Deshalb stecken wir zu Hause kleine Palmzweige an die Kreuze zu Häupten des gekreuzigten Christus.

    Die Liturgie des Palmsonntags ist durch zwei Rituale gekennzeichnet:

    Palmweihe und Palmprozession

    Die dramatische Darstellung des Einzugs Jesu in Jerusalem ist schon seit Anfang des 4. Jahrhunderts in Jerusalem entstanden.

    Am Nachmittag des Palmsonntags versammelten sich die Gläubigen auf dem Ölberg. Nach der Verkündigung des Evangeliums vom „Einzug Jesu in Jerusalem“ setzte sich eine Prozession von der Höhe des Ölbergs in die hl. Stadt in Bewegung. Man trug Palmzweig in den Händen und vollzog den Triumphzug Jesu aufs Neue, wobei der Bischof an Stelle Christi auf einer Eselin in die Stadt einzog.

    Dieser Brauch der Palmprozession wurde im 7./8. Jahrhundert vom christlichen Abendland übernommen.

    Heute versammeln sich die Gemeinden an einem Ort außerhalb der Kirche (je nach örtlichen Gegebenheiten!) und ziehen nach der Palmweihe und Verkündigung des Evangeliums vom „Einzug Jesu in Jerusalem“ in festlicher Prozession ins Gotteshaus.

    Mit diesem feierlichen Ritual an Palmsonntag beginnt keine Passionsspielzeit, sondern das Gedächtnis des Leidens und Sterbens Jesu.

    Wir begleiten Jesus, unseren König, nicht nur beim triumphalen Einzug in seine Stadt, sondern auch auf dem Kreuzweg.

    Zu den bevorstehenden Gedenktagen des Leidens und Sterbens Jesu lade ich Sie, liebe Pfarrangehörigen, alle herzlich zu den Gottesdiensten ein. Die Mitfeier der hl. Woche, die den Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres darstellt, ist Ausdruck unserer besonderen Verehrung und Liebe zu Christus.

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine friedvolle und gesegnete Woche und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    29.März.2009, 5. Fastensonntag

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Der bekannte Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich, der in Heidelberg und Frankfurt gelehrt hat, hat in den 60er Jahren ein Buch veröffentlicht mit dem Titel: „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“.

    Im 2. Weltkrieg waren ja viele Väter gefallen.

    Mit der „Kulturrevolution 1968“ und im Gefolge der „antiautoritären Erziehung“ wurde der Vater weithin „entbehrlich“.

    Auch heute fehlt der Vater oft. Viele Väter entziehen sich ihrer Verantwortung oder haben den Kontakt und das Gespräch mit ihren Kindern abgebrochen.

    Und doch liegt in jedem Menschen die verborgene Sehnsucht nach einem Vater.

    Sein Bild verbindet sich mit: Autorität, Orientierung, Heimat, Geborgenheit und Schutz. Vom Vater erwarten wir Verständnis, Nachsicht und Barmherzigkeit.

    Als der holländische Maler Rembrandt die „Heimkehr des verlorenen Sohnes“ malte, war er alt und fast erblindet. Auffällig an diesem Bild ist, dass Rembrandt den „barmherzigen Vater“, der seinen heimgekehrten „verlorenen Sohn“ umarmt, mit zwei unterschiedlichen Händen malt.

    Die linke Hand ist stark und kräftig, männlich. Die rechte Hand ist eine zärtlich berührende Hand. Die Hände ein und derselben Person erscheinen wie eine Männer- und eine Frauenhand.

    Auch in Gott gibt es diese beiden Seiten der Liebe: Er ist unser Vater. Jesus hat uns gelehrt: Gott unseren Vater zu nennen. Wenn ihr betet, sollt ihr sprechen: „Vater unser im Himmel …“

    Zugleich ist Gott wie eine Mutter zu uns. Er ist sogar mehr als jeder irdische Vater, als jede irdische Mutter.

    In Psalm 27 heißt es: „Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, der Herr nimmt mich auf.“

    Durch den Propheten Jesaia spricht Gott: „Kann den eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: Ich vergesse dich nicht!“

    Wiederum Jesaia: „Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch.“

    Schließlich spricht Gott durch den Propheten Hosea:zum Volk Israel: „Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb. Mit menschlichen Fesseln zog ich sie an mich, mit Ketten der Liebe. Ich war für sie wie Eltern, die den Säugling an ihre Wangen heben.“

    Einen solchen Gott kann und darf ich mich „an-vertrauen“. Er will jedem von uns Vater und Mutter sein.

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe, friedvolle und gesegnete Woche.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    22.März.2009, 4. Fastensonntag

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    „Gott existiert, ich bin ihm begegnet.“ So provozierend war der Titel eines Buches von André Fossard. Es war nicht nur vor Jahren in Frankreich, sondern auch im deutschen Sprachraum ein Bestseller. – Mich hat dieses Buch als Religionslehrer in Dillingen lange beschäftigt.

    „Gott existiert, ich bin ihm begegnet.“ Wer wagt es, ein solches Bekenntnis so auszusprechen? Und das von einem Mann, der bis zu diesem Moment mit: Gott, Glaube, Religion und Kirche absolut nichts am Hut hatte.

    Da hat so etwas stattgefunden wie: Ergriffenheit, Berührung mit dem Geheimnis Gottes, Begegnung!

    Dass Gott existiert, lässt sich mit naturwissenschaftlichen Methoden nicht experimentell beweisen.

    Aber ich kann das Geheimnis Gottes erfahren, ich kann es glauben. Wilhelm Busch sagt:

    „Weil ich glaube, bin ich sicher!“

    Die Bibel kennt viele Bilder von Gott: Er ist wie ein König, ein Hirt, ein Bräutigam, ein Freund, ja sogar wie Vater und Mutter. Das sind heilende Gottesbilder.

    Es gibt allerdings auch krank machende Gottesbilder. – Es gibt Menschen, die schleppen ein Leben lang solche krank machenden Gottesbilder mit sich herum:

    Von einem Gott, der:

    • wie ein Oberlehrer mit erhobenem Zeigefinger droht,
    • wie ein Polizist mit wachsamen Augen mein Tun verfolgt,
    • wie ein Richter oder Rächer meine Verfehlungen bestraft,
    • wie ein Buchhalter alles und jedes notiert, dem nichts entgeht.
  • Ein solcher Gott macht Angst, macht krank.
  • Es gibt Menschen, die fragen sogar: „Will Gott überhaupt, dass ich froh und glücklich lebe? Oder missgönnt er mir mein Glück?

    Im alttestamentlichen Buch der Weisheit (11, 26) wird Gott als „Freund des Lebens“ angesprochen. Auch meines Lebens! Er freut sich mit mir an meinem Leben. Er will nicht mein Unglück und mein Verderben. Er will, dass mein Leben gelingt. Jesus fügt hinzu: „Ich will, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10, 10).

    Liebe Pfarrangehörigen, diesem Gott des Lebens – auch meines und deines Lebens – dürfen wir uns „an-vertrauen“!

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und friedvolle Woche.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    15.März.2009, 3. Fastensonntag

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Die Gottesfrage ist die „Schicksalsfrage“ unserer geschichtlichen Stunde. Auch wenn es vielen noch nicht bewusst ist. Der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) hat mit einer ungeheuren Leidenschaftlichkeit den „Tod Gottes“ proklamiert.

    Er fügt dieses Ereignis vom „Gottesmord“ in die abendländische Geistesgeschichte und bekundet unsere Mitschuld an der „Tötung Gottes“. Er zeigt auf, welche schrecklichen Folgen dieser Gottesmord hat.

    Für die Verwegenheit dieser „Botschaft“ ist es bezeichnend, dass Nietzsche sie dem „tollen Menschen“ in den Mund legt:

    „Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittage eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: „Ich suche Gott! Ich suche Gott!“?

    Da dort viele von denen zusammenstanden, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter. Ist er denn verloren gegangen? Ausgewandert? - so schrien und lachten sie durcheinander. Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. „Wohin ist Gott?“ rief er, „Ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet - ihr und ich! Wir sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben? Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? - auch Götter verwesen! Gott ist tot! Gott bleibt tot! und wir haben ihn getötet!“

    Was Friedrich Nietzsche sich vom Herzen geschrieben hat, ist mehr als eine persönliche Auseinandersetzung. Es ist ein bestürzendes Kapitel aus der religiösen Geistesgeschichte des modernen Menschen.

    Erst am Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts ist Wirklichkeit geworden, was Nietzsche im 19. Jahrhundert aussprach.

    „Ist Gott wirklich tot? Oder könnte die Parole: „Gott ist tot“ nicht auch so verstanden werden, dass Gott bzw. das Interesse an Gott oder für Gott in den Herzen vieler Menschen auch in den Herzen vieler Christen! – gestorben ist?

    Wer die Worte des „tollen Menschen“ – besonders den Anfang aufmerksam liest und hört, erkennt: „Der tolle Mensch ist derjenige, der Gott sucht, indem er nach Gott schreit.

    Viele Aufzeichnungen Nietzsches bestätigen das, wenn er zum Beispiel schreibt:

    „Da es keinen Gott mehr gibt, ist die Einsamkeit nicht mehr zu ertragen.“

    Im innersten unausgesprochen, leiden viele heute an dieser Einsamkeit und Verlorenheit, weil sie den Glauben an Gott aufgegeben oder verloren haben. – Doch Gott lässt sich finden, wenn wir ihn suchen!

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche auf dem österlichen Weg und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    08.März.2009, 2. Fastensonntag

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Von dem Philosophen Friedrich Nietzsche (1844 – 1900), dem unerbittlichen Kritiker des verbürgerlichten Christentums des 19. Jahrhunderts, stammt das bedenkenswerte Wort: „Es gab nur einen wahren Christen, und der ist am Kreuz gestorben!“

    In diesem Ausspruch wird der Respekt Nietzsches vor Jesus Christus hörbar, der bereit war, für seine Botschaft und Lebensaufgabe in den Tod zu gehen.

    Wir müssten aber völlig taub sein, wenn wir in diesem Satz nicht auch eine abgrundtiefe Enttäuschung Nietzsches über die Christen seiner Zeit heraushören würden.

    Welches „Image“ hat das Christentum unserer Tage? Wie wird der heutige Christ von seinen Zeitkritikern beurteilt? – Man sagt und schreibt es bereits in aller Öffentlichkeit, dass der christliche Glaube krank und altersschwach sei, dass ein spürbarer „Verdunstungs- bzw. Zerbröckelungsprozess“ mit Substanzverlust im religiösen Bereich festzustellen ist.

    Man spricht bereits vom „Abendrot der christlichen Epoche“ und von der Zukunft eines nachchristlichen Zeitalters. Kurz, von einer Zukunft ohne Glauben an Gott!

    Zwar wird allenthalben von einer religiösen Neubesinnung und von einem liturgischen und biblischen Frühling gesprochen. Man liest Titel über Zeitungsberichten und Fernsehsendungen: „Die Religionen kommen zurück!“

    Aber viele Christen unserer Tage haben das Empfingen, es würde ihrem christlichen Glauben langsam aber sicher das Fundament unter den Füßen weggezogen.

    Ist die Gottesfrage für den heutigen Menschen bedeutungslos? –

    Keine Frage: Die gegenwärtige Stunde ist eine Stunde der Abwesenheit, der Dunkelheit und der Finsternis Gottes. Jedenfalls empfinden es so viele Menschen.

    In seinem 1953 erstmals erschienenen Buch „Gottesfinsternis“ schrieb der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber: „Die Gottesfinsternis ist in der Tat der Charakter der gegenwärtigen Weltstunde, in der wir leben.“

    Martin Buber hat, wie er selbst sagt, das Wort „Gottesfinsternis“ bewusst gewählt. – Wie bei der Sonnenfinsternis die Sonne tatsächlich da ist, aber durch das „Dazwischentreten“ des Mondes verdeckt ist und nicht mehr gesehen werden kann, so verhält es sich auch mit Gott.

    Trotz aller Parolen: „Gott ist tot“ oder „Gott gibt es nicht“ ist er dennoch da! Aber besondere Umstände, komplexe Ereignisse, Schicksalsschläge, missliche Lebenserfahrungen und vieles mehr können „dazwischentreten“, so dass unsere Sicht, unser Blick auf Gott total verdeckt und verstellt ist.

    Gerade der 40tägige österliche Weg will unsere Sicht reinigen und läutern, dass wir Gott wieder „unverstellt“ – im wahrsten Sinn des Wortes – in den Blick bekommen. Gebet, Lesen und Betrachten der heiligen Schrift und Mitfeier des Gottesdienstes können uns dabei eine ganz wichtige Hilfe sein.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen gesegnete Tage und Gottes Beistand.

    Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    01. März 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Die Geschichte vom armen Lazarus und dem reichen Prasser ist bekannt. Lazarus liegt vor der Tür des Reichen: Krank! – Hunde kommen und lecken seine Geschwüre.

    Mit den Brotkrumen des Prassers hätte Lazarus leben können. Aber niemand gab sie ihm.

    Beide sterben. Lazarus findet seinen Platz an der Seite Abrahams, der Prasser gerät an den Ort der Qualen. Hier kommt ihm der Gedanke: Lazarus könnte meine Qual lindern. Abraham winkt ab. – Auch die Bitte, doch wenigstens die Brüder zu warnen, wird nicht erfüllt:

     „Sie haben Moses und die Propheten. Wenn sie auf diese nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufsteht.“ (Lk-Evang.)

    Knapp, klar, knallhart!

    Vielleicht meinen wir, es wäre doch einen Versuch wert gewesen. Denn Menschen, die aus dem Jenseits zurückkommen, müssten doch großen Eindruck machen. Sie könnten einen Sinneswandel bewirken.

    Könnten sie das wirklich? Warum brauchen wir erst außergewöhnliche Zeichen und Wunder? Warum sind wir heute so scharf auf Berichte, Reportagen und Interviews mit Sterbenden und klinisch Toten? Weil wir Außerirdisches interessant finden? Weil wir den Tod enträtseln, das Außer- und Überzeitliche festhalten wollen?

    Das Evangelium sagt klipp und klar: Es gibt ein Leben nach dem Tod – und es gibt eine Vergeltung! Das ist so wahr wie das Amen in der Kirche!

    Wie, wo, in welcher Weise das Leben nach dem Tod fortgeführt wird, darüber macht die hl. Schrift keine konkreten Aussagen. Auf die Bitte des Prassers, doch den Brüdern eine Chance zu geben, umzukehren, antwortet Abraham. „Selbst Toten, die auferstehen, würden sie nicht glauben.“

    Wir haben noch die Chance zur Umkehr! Diese Botschaft ist am Aschermittwoch, dem Beginn der 40tägigen österlichen Bußzeit, an uns ergangen.

    Edith Stein sagte: „Mein Leben beginnt jeden Morgen neu und endet jeden Abend. Es ist nie zu spät. Aber man muss daran glauben und danach handeln.“

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine Zeit der Neubesinnung auf die Wege Gottes. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete österliche Bußzeit.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    22. Februar 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Marpingen und Alsweiler!

    Eine rheinische Zeitung berichtete über ein Baby, das am 11.11. um 11.11 Uhr geboren wurde. Über dieses „freudige Ereignis“ wurde überschwänglich berichtet.

    Ein paar Tage später nahm eine Leserzuschrift dazu Stellung, geschrieben von einem jungen Ehepaar, dem am selben Tag ein Sohn geboren wurde, der aber nur anderhalb Stunden lebte. Das junge Ehepaar schrieb diesem toten Kind einen Brief – ein erschütterndes Dokument menschlicher Trauer.

    Hieraus ein paar Zeilen. (Die Namen der Briefschreiber blieben aus verständlichen Gründen unbenannt.)

    „An unseren toten Sohn!

    Du kennst sie nicht, unsere Welt. Was du erlebt hast, war hektische Betriebsamkeit in einem Kreißsaal, bestürzte Ärzte und Pflegerinnen, das Pfeifen des Beatmungsgerätes, und dann setzte dein kleines Herz aus.

    Du kennst uns nicht, aber vielleicht hast du doch etwas von uns gespürt und mitbekommen von unserer Liebe, Vorsorge und Freude, als du dich ankündigtest …

    Wir denken an das erste Zeichen deines Lebens, an deine ersten Bewegungen. Wir waren heiter und gelassen. Deine Mutter und ich. Ich denke an die Augenblicke, in denen wir uns lieben wollten und es deinetwillen unterließen. Ich denke an den Kuchen, den deine Mutter nicht gegessen, an den Wein, den sie nicht getrunken hat, den geliebten Volkstanz, den sie wegen dir aufgab. Lieber lag sie in der Nacht wach, als dich durch Medikament zu gefährden … Mein Sohn, fünf Tage vor deiner Geburt und deinem Tod kam die erlösende Nachricht unserer Bekannten aus Schweden über die Geburt eines Jungen. Er hätte dein Freund werden können …

    Du hast unsere Welt am 11.11. betreten und verlassen, als Narren ihrer Freude Ausdruck gaben, und auch für uns sollte es ein Tag der Freude werden. Ob wir jemals an diesem Tag wieder feiern können? …

    Mein Sohn, wir werden keine Trauerkleidung tragen, obwohl wir maßlos traurig s ind. Wir werden nicht für dich zu beten brauchen, denn du bist bei Gott.

    Bitte du für uns und erhalte in uns die Hoffnung auf deine kommenden Brüder oder Schwestern. Bitte auch darum, dass immer weniger Eltern unser Schicksal teilen müssen. Bleibe bei uns, bis wir uns dereinst treffen werden. Deine Mutter und dein Vater.“

    Liebe Pfarrangehörige, es bleibt ein Geheimnis Gottes, warum er Leid und Schmerzen zulässt. Wir können daran zerbrechen, wir können aber auch im Blick auf das Leiden und Sterbe Jesu daran stark werden. Jedes zusätzliche Wort wäre hier unangebracht.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine frohe und gute Woche. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    15. Februar 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!
    Vor kurzem las ich folgende humorvolle Episode, die in die Fastnachtszeit passt:

    Der französische Philosoph und Schriftsteller Voltaire (1694 – 1778) ging während eines Englandaufenthaltes im Londoner Hydepark spazieren. Da trag er auf eine Menschenmenge, vor der ein Mann stand. – Mit heftigen Gesten und eindrucksvollen Gebärden redete er auf die Leute ein. -

    Seine Mimik war gekonnt. Er stand auf einem Baumstumpf. Seine Rede ging um politische Dinge. Es hagelte nur so Schimpf und Schande auf die Franzosen.

    Da schrie Voltaire sehr bissige Bemerkungen dazwischen. Die Londoner waren aufgebracht. Die Menge tobte, wollte den Franzosen lynchen.

    Voltaire sprang auf eine Bank, wandte sich der Menge zu, hob beschwörend seinen Arm zum Himmel und rief, so laut er konnte: „Engländer, habt lieber Mitleid mit mir. Bin ich nicht schon genug gestraft, dass ich kein Brite bin?“

    Die Leute waren verdutzt und baff. Dann klatschten sie. Tosender Beifall. Voltaire durfte abziehen, ohne dass ihm ein Haar gekrümmt wurde.

    Was lehr uns diese Geschichte? Geschicklichkeit und Humor, Witz und Schlagfertigkeit können oft mehr bewirken, als lange Reden oder ernste Predigten.

    Humor ist durchaus eine christliche Tugend. Das bewiesen Franziskanerbrüder in einer westdeutschen Stadt. Sie erhielten einen Brief folgenden Inhalts:

    „Aus Dankbarkeit und Freude darüber, dass mein schwer kranker Hund wieder gesund geworden ist, möchte ich den Brüdern des hl. Franziskus, der auch die Tiere in seine Güte einschloss, eine kleine Spende übergeben.“

    Die humorvollen Brüder antworteten dem Briefschreiber:

    „Wir danken für Ihre freundliche Spende. Der Dankbarkeit gegen Gott ist ja keine Grenze gesetzt, wie der hl. Paulus im Epheserbrief feststellt: Danket allezeit Gott, dem Vater, für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude mit ihrem Hund!“

    Ich denke, wenn wir Christen mehr Humor hätten – nicht nur in der Fastnachtszeit! – wenn wir humorvoller miteinander umgingen, dann wäre unser Leben menschlicher, froher und lebenswerter.

    Dann wäre das kritische Wort von Friedrich Nietzsche und Gleichgesinnten überflüssig: „Frohere Lieder müssten die Christen singen, um an ihren Gott glauben zu können.“

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe Woche. Versuchen Sie, vieles mit Humor auszugleichen, dann geht’s besser! Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    08. Februar 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    „Ich glaube …“ Mit diesen markanten und lapidaren Worten beginnen wir das Glaubensbekenntnis. – Was glaube ich als Christ?

    Um mich herum leben viele Menschen anderen Glaubens. Auch ein Moslem sagt: „Ich glaube …“ Als Christen sehen wir uns aber auch Menschen gegenüber die – wie sie sagen – nichts glauben.

    Wir müssen uns als Christen auch mit denen auseinandersetzen, die nur gelten lassen wollen, was sie fühlen, messen, wägen und zählen können. Kurz: Was ihrer Meinung nach wissenschaftlich gesichert ist.

    Was glaube ich als Christ? Es reicht mir nicht, dass mir gesagt wird, Gott sei nicht beweisbar im Sinne der Naturwissenschaften.

    Das Bedürfnis, etwas Verlässliches über Gott zu erfahren, hatte schon die Urgemeinde der Jünger: „Herr, zeige uns den Vater. Das ist uns genug!“ Die Bitte der Jünger, die sie an Jesus richten, ist verständlich. „Du sprichst immer vom Vater“, sagt da einer. „Können wir diesen Vater nicht wenigstens ein einziges Mal sehen?“

    Jesus weist das Bedürfnis, von Gott etwas zu sehen, nicht zurück. Seine Antwortet lautet: „Wer mich sieht, sieht den Vater.“- Gott hat Menschen sehen lassen, wie er zu ihnen steht, was er mit ihnen vor hat und was er von ihnen will. Er hat es an Jesus und durch Jesus „an-schaulich“ gemacht. - Menschen

    haben mit ihren eigenen Augen gesehen, wie Jesus mit ihnen umging.

    Sie haben mit eigenen Ohren gehört, was er gesagt hat.

    Und sie haben verstehen können, was er wollte. Denn er war ein Mensch aus Fleisch und Blutt, der in ihrer Sprache gesprochen hat.

    Augen- und Ohrenzeugen haben weitergegeben, was sie mit Jesus erlebt und erfahren haben.

    Wie soll ich aber sehen, dass auf das, was Jesus gesagt und getan hat, Verlass ist? – Objektiv beweisbar sind mathematische Formeln und Naturgesetze, nicht aber persönliche Erfahrungen.

    Dass auf einen Menschen Verlass ist, erfahre ich erst, wenn ich mich auf ihn einlasse und verlasse. Das zeigen uns schon die zwischenmenschlichen Beziehungen. Wer sich auf das verlässt, was er an Jesus sieht, wird dasselbe erfahren: dass darauf Verlass ist!

    Das ist das Besondere am christlichen Glauben: Wir glauben an den Gott, der nicht in schwer greifbarer Weise aus dem Jenseits gesprochen hat, sondern der in verständlicher Weise so viel von sich sehen lässt.

    Von Gott reden, heißt für den Christen: Von Jesus reden und ihn in dieser Welt bezeugen.

    An Gott glauben heißt: An den Vater Jesu Christ glauben.

    Ich wünsche Ihnen Freude aus dem Glauben in der kommenden Woche. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus
    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    01. Februar 2009

    Liebe Pfarrangehörige von Marpingen und Alsweiler!

    Wir feiern am kommenden Montag das Fest „Maria Lichtmess“. In der Sprache der Liturgie wird es „Fest der Darstellung des Herrn“ genannt.

    Wir feiern den denkwürdigen Tag, an dem Jesus im Tempel Gott dargestellt wird. Durch dieses Geschehen wurde nicht nur das jüdische Gesetz erfüllt, sondern Christus begegnete zum ersten Mal seinem Volk, das ihn im Glauben erwartete.

    Vom Heiligen Geist geführt kamen jene gottesfürchtigen Menschen: Simeon und Hanna zum Tempel.

    Sie erkannten Jesus als ihren Herrn  und Messias und verkündeten ihn voll Freude. Simeon preist Jesus als „das Licht zur Erleuchtung der Heiden“.

    Auch wir tragen im Gottesdienst das Licht in unseren Händen. Es ist das Licht, das in der Taufe in unseren Herzen entzündet worden ist.

    Bei der Tauffeier entzünden die Väter der Täuflinge die Taufkerze an der Osterkerze. Dabei spricht der Priester: „Empfanget das Licht Christi. Christus das Licht der Welt, hat ihre Kinder erleuchtet Sie sollen als Kinder des Lichtes leben …“

    Die Lichterprozession im Gottesdienst ist ein Bild unseres Lebens: Wir gehen Christus, dem Herrn, entgegen!

    In der Ostkirche wird dieses Fest „Hypapante“, d. h. „Fest der Begegnung“ genannt. – Der Messias begegnet den Menschen, die ihn im Glauben erwartet haben.

    Das geisterfüllte Wort vom „Licht, das die Heiden erleuchtet“, hat schon früh die Lichtprozession an diesem Festtag auf den Weg gebracht. – Aus Jerusalem berichtet um das Jahr 400 eine Pilgerin namens Egeria, dass der 40. Tag nach Weihnachten feierlich begangen worden ist.

    Bei der Auferstehungskirche – so berichtet die Pilgerin Egeria – habe eine Prozession stattgefunden. Bischof und Priester hätten in ihren Predigten jene biblischen Geschehnisse im Tempel von Jerusalem erklärt, wovon das Tagesevangelium berichtet.

    Christus – das Licht unseres Lebens! In seinem Licht dürfen auch wir den Weg unseres Lebens gehen. Wir sind eingeladen, ihm zu folgen und ihm entgegen zu gehen, wenn er kommt in Herrlichkeit.

    Davon spricht die Liturgie in einem Gebet zur Segnung der Kerzen am Lichtmesstag: „Gott, du bist das wahre Licht, das die Welt mit seinem Glanz hell macht. – Erleuchte auch unsere Herzen, damit alle, die heute mit brennenden Kerzen in deinem heiligen Haus vor dich hintreten, einst das ewige Licht deiner Herrlichkeit schauen.“

    Liebe Pfarrangehörige, ich lade Sie alle ganz herzlich zu den Gottesdiensten an diesem Festtag ein, der früher im Brauchtum auf dem Land eine ganz große Rolle gespielt hat.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute und gesegnete Woche und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    25. Januar 2009

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    In der frühen Kirche gab es mehrere Namen und Bezeichnungen für die Christen: Zum ersten Mal wurden die Anhänger Jesu in der syrischen Stadt Antiochien „Christen“ genannt, wie wir aus der Apostelgeschichte wissen (Apg 11, 26).

    In noch früherer Zeit werden die Christen „Anhänger des neuen Weges“ genannt (Apg 9, 2).

    Paulus erbat sich die Vollmacht vom Hohenpriester, um die „Anhänger des neuen Weges“ zu verfolgen. Im Rückblick nach seiner Bekehrung sagt er, dass er „den neuen Weg bis auf den Tod verfolgt hat“ (Apg 22,4).

    Noch eine dritte Bezeichnung kannte die frühe Kirche für die Christen: „Die den Namen des Herrn anrufen“.

    Hananias, ein syrischer Christ aus Damaskus, weiß, dass Saulus die Vollmacht vom Hohenpriester hat, alle zu verhaften, „die den Namen des Herrn anrufen“.(Apg 9, 14).

    Diese Textstelle aus der Apostelgeschichte könnte darauf hinweisen, dass Christen sowohl von Juden als auch Heiden als Menschen beschrieben werden, „die den Namen des Herrn anrufen“ .

    Die Christen der frühen Kirche haben sich aber auch selbst so genannt. Paulus schreibt an die Christen von Korinth: „An die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als Heilige mit allen, die „den Namen Jesu Christi, unseres Herrn überall anrufen“ (1 Kor 1, 2).

    „Den Namen des Herrn anrufen!“ Damit ist nicht so sehr das persönliche Glaubensbekenntnis des einzelnen Christen gemeint, sondern das gemeinsame Bekenntnis in der gottesdienstlichen Feier. Das zeigt auch ein Brief des Statthalters Plinius an den röm. Kaiser Trajan aus dem Jahre 112 n. Chr. Er schreibt: „Christen verstehen sich als Anhänger einer Religion, die sich an einem festgesetzten Tag (Sonntag!) noch vor Sonnenaufgang versammeln, um Christus als ihren Gott anzubeten.“

    Christen sind Menschen, die den Namen des Herrn anrufen! Diese uralte Bezeichnung für Christen zeigt die Bedeutung der Feier der Liturgie für das Leben der Christen von den ersten Anfängen an.

    Wenn ich die schwindende Zahl unserer Gottesdienstbesucher betrachte, frage ich mich: Verstehen wir uns noch als Christen, die den Namen Gottes anrufen? – Wie weit identifizieren wir uns noch mit unserem Glauben und mit der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden?

    Das Fest der Taufe Jesu, das wir vor zwei Wochen am Ende der Weihnachtszeit gefeiert haben, hat uns die Mahnung des hl. Papstes Leo d. Großen in Erinnerung gerufen: „Christ, erkenne deine Würde!“ Dieses Selbstverständnis wünsche ich Ihnen für die kommende Woche.

    Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor
    Leo Hofmann

    18. Januar 2009

     

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Vom 18. bis 25. Jan. begeht die Kirche alljährlich die „Weltgebetsoktav für die Einheit der Christen. Sie endet am 25. Jan. mit dem Fest „Bekehrung des hl. Apostels Paulus.“

    Dieses Fest findet im Jubiläumsjahr des 2000. Geburtstages des Völkerapostels eine besondere Beachtung. Papst Benedikt wollte mit diesem Jubiläumsjahr, das vom 29. Juni 2008 bis zum 29. Juni 2009 dauert, einen besonderen ökumenischen Akzent setzen:

    Der Apostel der Heiden, der sich besonders dafür einsetzte, die Frohe Botschaft des Evangeliums allen Völkern zu bringen, hat sich vollkommen für die Einheit und Eintracht aller Christen eingesetzt und verausgabt.

    Rund 15 Jahre hat Paulus nach seiner Bekehrung bei Damaskus missioniert. – Schon sehr früh machte sich unter den Christen eine verhängnisvolle Spaltung breit: Ein judenchristlicher Teil, der sich noch an der Beschneidung und dem jüdischen Gesetz mit seinen 613 Geboten und Verboten festhielt.

    Der heidenchristliche Teil wusste dagegen mit der Beschneidung und den Reinheitsvorschriften der Juden nichts anzufangen.

    Um das Jahr 49/50 n. Chr. fand in Jerusalem ein Apostelkonzil statt, an dem auch Paulus teilnahm.

    Anlass waren judenchristliche Prediger, die in heidenchristlichen Gemeinden die Beschneidung propagierten. Paulus wies das entschieden zurück und verteidigte seine zentrale Erkenntnis, dass die jüdischen Vorschriften durch das Evangelium Jesu Christi überwunden sind.

    Das Apostelkonzil war erfolgreich. Petrus erkannte die Eigenständigkeit der paulinischen Linie an. Die Spaltung der Kirche war vermieden.

    Bei einem weiteren Aufenthalt in Jerusalem im Jahre 57 wurde Paulus verhaftet. Die Römer machten ihm als Staatsfeind den Prozess.

    Paulus hat als römischer Bürger als letzte Instanz das kaiserliche Gericht in Rom angerufen. Von 60 bis 62 war er in Rom gefangen – genauer: Er stand unter Hausarrest, konnte aber Besuche empfangen. Viele fanden in dieser zeit durch Paulus den Glauben an Christus.

    Etwa um das Jahr 67 wurde Paulus unter Kaiser Nero durch das Schwert enthauptet. Über seinem Grab wurde später die Basilika St. Paul vor den Mauern errichtet, die auch heute noch eine große Anziehung für Rompilger hat.

    Der Erfolg des apostolischen Wirkens des Völkerapostels Paulus liegt in seiner völligen Hingabe an Christus, einer Hingabe, die sich vor Risiken, Schwierigkeiten und Verfolgungen nicht fürchtete.

    Im Brief an die Römer schreibt er selbst: „Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn“ (Röm 8, 38 – 39).

    Diese feste, beharrliche und beständige Christusbeziehung könnte unser labiles, unbeständiges und wankelmütiges Christ-sein stärken. Ich wünsche es uns allen!

    Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor

    Leo Hofmann

     

    11. Januar 2009

     

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Mit dem Fest der Taufe Jesu endet liturgisch betrachtet die Weihnachtszeit. Aber Weihnachten ist nicht einfach vorbei: Weihnachten gibt unserer Hoffnung ein Gesicht: das Gesicht Jesu.

    In Jesus hat Gott ein menschliches Gesicht angenommen. Er teilt unser Leben, um uns teilzugeben an seinem Leben. Deshalb kann der Apostel Paulus sagen: „Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit.“ (Kol 1, 27).

    In Christus findet unser Leben und unsere Geschichte einen Sinn. Wir setzen unsere Hoffnung auf Jesus Christus.

    Unsere Hoffnung hat ein Gesicht und unser Glaube ein Herz! – Unser Glaube ist nicht inhaltslos. Er ist nicht bloß ein verschwommenes, verworrenes religiöses Gefühl, das unverbindlich bleibt.

    Wie das Herz als Mittelpunkt des Menschen gesehen wird, so ist Jesus Christus der Mittelpunkt unseres Glaubens. Um unseres Heils willen ist er Mensch geworden aus Maria der Jungfrau.

    Unser Glaube richtet sich auf eine lebendige Person, auf Jesus Christus. Unser Glaube hat Herz, den der Glaube ohne Liebe wäre tot: Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott.“ (1 Joh 4, 15)

    Weihnachten gibt unserer Hoffnung Gesicht, unserem Glauben Herz und unserer Liebe Hände.

    Im Geheimnis der Menschwerdung wird Jesus Bruder aller Menschen. Das muss sich im alltäglichen Leben auswirken in tätiger Liebe. „Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben.“ (1 Joh 4, 20). – Der Johannesbrief fügt die Mahnung hinzu: „Wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in der Tat und Wahrheit.“ (1 Joh 3, 18).

    Wer Weihnachten einfach abgehakt hat, der hat nicht begriffen, was wir gefeiert haben. – Noch einmal: Weihnachten gibt unserem Glauben Herz und unserer Liebe Hände.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine gute Woche und bleibe mit den besten Grüßen und Wünschen

    Ihr Pastor

    Leo Hofmann

     

    Rückblick  2010

    Weihnachten 2010

     

    Was ich Ihnen zum Weihnachtsfest wünsche?

    • Ich wünsche Ihnen Augen, die die kleinen Dinge des Alltags wahrnehmen und ins rechte Licht rücken.
    • Ich wünsche Ihnen Ohren, die die kleinen Zwischentöne und Untertöne im Gespräch mit anderen aufnehmen.
    • Ich wünsche Ihnen Hände, die helfen, ohne lange zu überlegen.
    • Ich wünsche Ihnen das richtige Wort zur rechten Zeit.
    • Ich wünsche ihnen ein liebendes Herz, von dem Sie sich leiten lassen.
    • Ich wünsche Ihnen Freude, Liebe, Gelassenheit und Bescheidenheit.
    • Ich wünsche Ihnen genügend Arbeit, die Ihnen Freude macht und Erholung, die Sie kräftigt und stärkt.
    • Ich wünsche Ihnen Menschen, die Sie mögen und bejahen und Ihnen Mut machen.
    • Ich wünsche Ihnen Menschen, die Sie anregen und weiterhelfen, wenn Sie traurig, müde und erschöpft sind.
    • Ich wünsche Ihnen ein Herz, das voller Freude ist und diese Freude weitergibt.
  • Das alles wünsche ich Ihnen zur Weihnachten 2010 im Namen des Seelsorgeteams.
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    19. Dezember 10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    In einer alten russischen Legende las ich folgende Geschichte:

    „Bei einer Frau namens Olga klopfte es in einer kalten Winternacht, gerade als sie sich auf die warme Ofenbank legen wollte, an die Tür. Sie wollte nicht auf das Klopfen hören. Aber es wurde immer heftiger und aufdringlicher. Schließlich öffnete sie die Tür.

    Draußen standen Hirten mit roten Nasen und Schnee im Haar. Aufgeregt erzählten sie von einem Kind, das nicht weit entfernt in einem Stall geboren worden sei. „Komm“, sagten sie, „komm schnell! Du kannst besser mit Kindern umgehen. Wir können das nicht.“

    Die Frau schüttelte den Kopf. „Morgen“, sagte sie. „Wartet bis morgen!“

    Die Hirten gingen. Kurze Zeit später klopften sie wieder an die Tür. Sie bettelten um einen Korb mit etwas Brot und Milch und eine warme Decke. Sie wollten es schon selber zum Kind bringen.

    Frau Olga sagte: „Wartet bis morgen!“

    Am nächsten Tag hielt sie Wort. Sie packte einen Korb mit Nahrung und Geschenken, warme Kleidung für die Frau und das Kind. Doch als sie ankamen, war der Stall leer!“

    Ist das vielleicht auch unsere Weihnachtsgeschichte? Sagen wir nicht auch oft: „Es hat Zeit bis morgen!“ – Aber Gott gibt es immer nur im Jetzt! Wir müssen uns jetzt entscheiden! –

    Die Tage des Advents vergehen wie im Flug. – Die Erfahrung zeigt, dass Weihnachten kommt. Dann stellen wir (wieder?!) fest, dass wir allzu gerne gesagt haben: „Wartet bis morgen!“

    Wenn dann Weihnachten kommt, „ist der Stall leer“! Wir haben das Fest versäumt, weil wir so sehr mit uns selbst beschäftigt waren und den Hilferuf überhört haben.

    Ich wünsche Ihnen mitten in der Hektik und im Trubel des Alltags eine Oase der Stille und Besinnung.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen einen frohen und gesegneten Advent und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    12. Dezember 10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Vielleicht kennen Sie die bekannte Karikatur von Fritz Behrendt: Mit Paketen und Tannenbäumen bepackte Menschenmassen stürzen mit mürrischen Gesichtern über einen Zebrastreifen.

    Die Heilige Familie kommt mit ihrem Esel nicht weiter. Fassungslos ratlos und hilflos schauen sie dem ganzen Spektakel zu. Sie haben mit dieser Hektik, der Geschäftigkeit und dem ganzen Rummel nichts zu tun.

    Verdunkeln wir uns mit der übertriebenen, kommerziellen „Geschenke-Geschäftigkeit“ nicht den Blick für das Eigentliche und Entscheidende?

    Manche haben den ganzen Rummel satt und fliehen. Andere stellen sich der Tatsache, dass der uralte Brauch, sich zum „Christfest“ zu beschenken, gar nicht so schlecht ist.

    Warum soll ich denn nicht Menschen, die ich gerne habe, etwas schenken? – Die Tradition besteht ja nicht ohne Grund. Geschenk und Inhalt des Festes wollen uns daran erinnern.

    Leider verschwimmt dieser „Sinn-Grund“ heute immer mehr. Viele wissen überhaupt nicht mehr, dass wir uns zu Weihnachten deshalb beschenken, weil Gott uns zuerst beschenkt hat mit der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus.

    Der französische Maler Nicolas Poussin (1594 – 1665) hat ein beeindruckendes Weihnachtsbild gemalt: Maria zeigt liebevoll ihr Kind. Josef behütet die Seinen.

    Vier Hirten kommen mit leeren Händen:

    Der eine scheint zu beten.

    Der andere scheint zu staunen.

    Der dritte nicht zu erfassen, was sich dort ereignet.

    Der vierte blickt skeptisch.

    Die Hirten bringen nur sich selbst. Sie schenken Bewunderung und Verwunderung und zaghafte Zuneigung.

    Das ist das Eigentliche und Wesentliche beim Schenken:

    Sich selbst mit allem, was ich bind und habe, herzugeben,

    meine kostbare Lebenszeit, über die ich nur einmal verfüge, zu verschenken.

    Genau das wollen die Zeichen und Gaben, die wir schenken, ausdrücken.

    Das göttliche Kind bei dem Maler Poussin freut sich sichtlich über die Hirten. Es versteht, was hinter der Geste der leeren Hände steht. Geschenk heißt immer: Du bedeutest mir etwas. Du bist mir wichtig. Ich mag dich. Ich liebe dich.

    Wenn solche Sätze gerade durch die besondere Beziehung zu einem Menschen Klang und Farbe bekommen, so spricht Gott sie jedem von uns ins Herz. Sie wurden greifbar, als er sich in Jesus von Nazareth allen Menschen schenkte.

    In diesem göttlichen Schenken liegt der eigentliche Grund unseres weihnachtlichen Schenkens.

    Gott gegenüber dürfen wir wie die Hirten sein und mit leeren Händen kommen.

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams einen frohen und gesegneten Advent und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    05. Dezember 10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Immer, wenn die Weihnachtszeit naht, wird des Heiligen der Kinder gedacht. Kindererinnerungen aus längst vergangenen Nikolausabenden tauchen auf. Fragen werden gestellt nach der Geschichte des heiligen Bischofs und Kinderfreundes Nikolaus, Fragen nach dem Ursprung der vielen Legenden, die von seiner spontanen Hilfe in auswegloser Not und Gefahr berichten, schließlich auch Fragen über die Entstehung des Kultes und des Brauchtums.

    Wer ist dieser St. Nikolaus? Dieser beliebte und populäre Heilige ist um 270 n. Chr. in Patras in Lykien geboren. Später ist Nikolaus Bischof von Myra gewesen, einer Stadt an der äußersten Südwestküste der heutigen Türkei.

    Der Überlieferung nach hat er auch im Jahre 325 am Konzil von Nizäa teilgenommen, was durch seine Unterschrift bezeugt ist. Es gibt einen Bischof von Myra mit dem Namen Nikolaus, aber sonst wird nichts Näheres über ihn berichtet. Lediglich der Name ohne Angabe der Lebens- und Dienstzeit als Bischof ist in den Bischofslisten verzeichnet.

    Geschichtlich nachweisbar ist die Übertragung der Gebeine des Heiligen nach Bari in Apulien in Süditalien. Mit der Übertragung der Gebeine des Heiligen aus dem zerstörten Myra nach Bari am 08. Mai 1087 bekommt der im Osten weit verbreitete Nikolauskult auch bei den westlichen Christen neue Impulse. Nikolaus wird zum Universalheiligen der Ost- und Westkirche, der sich einer unbeschreiblichen Wertschätzung, Achtung und Beliebtheit bei Jung und Alt erfreut.

    Der Nikolauskult erlebte im byzantinischen Reich bereits vom 6. bis 9. Jahrhundert einen Höhepunkt. Schon in dieser Zeit wurde der 06. Dezember als sein Todes- und Begräbnistag gefeiert.

    Seine Berühmtheit, seine allgemeine Verehrung, seinen Ruf als besonders wirksamer Nothelfer verdankt Nikolaus der ältesten Geschichte, der Urlegende „Von den drei zum Tode verurteilten Feldherren.“ Die Legende lautet in der Kurzfassung so:

    Drei Hauptleute des Kaisers waren in hohe Gunst gekommen. Von Neid erfüllt, klagte der Anführer der Leibwache sie fälschlich beim Kaiser an, sie hätten sich des Hochverrats schuldig gemacht. Der Kaiser, gab dem Verleumder Gehör und verurteilte die Unglücklichen zum Tode. In ihrer großen Not gedachten sie des heiligen Bischofs. Und obwohl sie weit von Myra entfernt in einem Turm eingesperrt waren, flehten sie zu Gott, er möge ihnen seinen Diener Nikolaus zu Hilfe schicken. In der Nacht vor der Hinrichtung erschien der Heilige dem Kaiser, der im Schlafe lag, und hielt ihm sein Unrecht vor. Er drohte mit der Rache Gottes, wenn er das Todesurteil vollstrecken lasse. Erschreckt von diesem Gesichte, ließ der Kaiser die drei Hauptleute vor sich kommen, sie von ihren Fesseln befreien und sandte sie nach Myra, um dem heiligen Bischof für ihre Rettung zu danken.

    Die Legende will veranschaulichen: In Nikolaus spiegelt sich das Erbarmen Gottes wider, ein Erbarmen, das keine Grenzen kennt, keiner ausweglosen Not sich versagt. Insofern verkörpert Nikolaus geradezu den Heiland und Retter, der gekommen ist, „den Gefangenen die Entlassung zu verkünden und die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen“, wie die Schrift sagt (Lk 4, 18).

    Diese Legende machte Bischof Nikolaus in Russland außerordentlich beliebt. – Kein Heiliger genießt in der gesamten Ostkirche größere Verehrung – außer der Gottesmutter – als der hl. Nikolaus. Ungezählte Kirchen, Kapellen, Klöster, Altäre und Ikonen sind dem Heiligen gewidmet.

    Nach einem in Europa bekannten und weit verbreiteten Brauch besucht am Vorabend des 06. Dezember ein als Bischof verkleideter Mann Kinder und schenkt ihnen Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten. Sicher geht dieses Brauchtum auf die „Legende mit den drei Mädchen zurück.“ Der Legende nach wirft der hl. Nikolaus am Abend Goldkugeln durch das offene Fenster dreier Mädchen, die der Vater als Prostituierte in einem Bordell verdingen will, weil er weder Lebensunterhalt noch Aussteuer für die Heirat für die Mädchen aufbringen kann.

    Ist eine solche Anteilnahme am Lebensgeschick Not leidender Menschen nicht wunderbar und staunenswert? Verständlich dass Nikolaus auf diese schöne Legende hin zum Patron der heiratsfähigen Mädchen wird. Die Legende will die Milde des Heiligen offenbaren, sein Zartgefühl bewundern, mit dem St. Nikolaus zu helfen sucht und zugleich den anderen davor bewahrt, sich schämen zu müssen.

    Von keinem Heiligen der frühen Kirchen werden so viele Wundergeschichten erzählt, wie über den Bischof Nikolaus von Myra. In mittelalterlichen Legendensammlungen (legenda aurea) werden über 60 Geschichten überliefert.

    Aber gerade das macht uns als kritische Zeitgenossen ja so skeptisch. Wir sagen mit abschätzigem Ton: „Das ist doch alles nur legendär.“

    Mit dem Wort Legende verbinden wir unwillkürlich die Vorstellung des historisch nicht Zuverlässigen, des Erfundenen und "Märchenhaften". Damit werden wir aber der literarischen Darstellungsform der Legende nicht gerecht. Sie muss nach anderen Kriterien gelesen und betrachtet werden, als die Biographie, die sich ausschließlich auf geschichtliche Fakten stützt.

    Legenden wollen nicht eine Lebensbeschreibung im eigentlichen Sinn einer Biographie sein. Ihr Anliegen ist, den Heiligen als einen begnadeten Menschen darzustellen, dessen Taten aufgeschrieben werden, um seine Heiligkeit hervorzuheben.

    Die Legenden des hl. Nikolaus stammen aus einer Atmosphäre des Staunens, der Ehrfurcht, der Freude an Gott und allem Göttlichen. Sie werden dem Herzen nur dann vernehmbar, wenn es zu Lob und Dank gestimmt ist.

    Liebe Pfarrangehörigen, im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute und gesegnete Adventswoche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    31..Oktober  10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Wir gehen auf das Fest „Allerheiligen“ zu. Das Fest „Allerheiligen“ verdankt seinen Ursprung Papst Bonifaz IV. (608 – 615). Er weihte im Jahre 610 das „Pantheon“ in Rom zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria sowie „zu Ehren aller heiligen Märtyrer“.

    Dieser prächtige Tempel wurde ursprünglich von Marcus Agrippa, einem Schwiegersohn von Kaiser August (63 v. Chr. – 14. n. Chr.) im Jahr 27 v. Chr. erbaut „zu Ehren aller Götter“, die im antik-römischen Machtbereich verehrt wurden.

    Der Tempel wurde „Pantheon“ genannt, weil man darin die 3.000 Götter verehrte, die im antik-römischen Machtbereich anerkannt waren.

    Dieser Bau des „Pantheon“ ist ein Meistwerk der altrömischen Architektur, das heute noch täglich von Hunderten von Touristen oder Pilgern bewundert wird.

    Dieser prächtige Bau wurde nach Einführung des Christentums nicht zerstört wie viele anderen heidnischen Tempel. Kaiser Honorius (384 – 423) hatte befohlen, dass man ihn als „Denkmal der alten Herrlichkeit des Römischen Reiches“ bestehen lassen sollte. Seine Tore wurden aber verschlossen.

    Papst Bonifaz IV. kam auf den Gedanken, diesen Tempel aller heidnischen Gottheiten zu öffnen und zu reinigen.

    Der byzantinische Kaiser Phokas machte ihn dem Papst zum Geschenk. Der Tag der Weihe des herrlichen altrömischen Rundbaus zu einer christlichen Kirche wurde mit großer Feierlichkeit begangen.

    Am Vorabend führte man aus den Katakomben eine große Menge Reliquien heiliger Märtyrer auf achtzehn reich geschmückten Wagen herbei.

    Der Papst weihte die Kirche und nannte sie „Heilige Maria bei den Märtyrern“. Von diesem Tag an wurde das Fest „Allerheiligen“ alljährlich in dieser Kirche begangen und später von Papst Gregor IV, für die ganze katholische Kirche vorgeschrieben.

    Die Kirche gedenkt an diesem Tag aller Heiligen, auch derer, die nicht zu Ehren der Altäre erhoben worden sind.

    Letztlich verehrt sie in ihnen Christus selbst, dessen Gnade sich als machtvoll erwiesen hat und die Heiligen zur Vollendung geführt hat.

    Die Heiligen sind Zeugen für die Kraft Gottes und für den Sieg des Auferstandenen, der in seiner Kirche lebt und auch heute noch Menschen ergreift.

    Wir rufen die Heiligen als unsere Fürsprecher an. Gleichzeitig sind sie auch Wegweiser auf das Ziel hin, zu dem wir noch unterwegs sind.

    Ich lade Sie, liebe Mitchristen, im Namen des Seelsorgeteams herzlich am „Hochfest Allerheiligen“ zu den Gottesdiensten ein.

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    24..Oktober  2010

     

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Zu dem Gebetsschatz, der vielen Christen von Kindesbeinen an vertraut ist, gehört der Lobpreis auf den dreifaltigen Gott:

    „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen!“

    Wenn wir diesen Lobpreis sprechen oder singen, sind wir nicht allein. Wir stellen uns in einen großen Chor hinein. – Das „Te Deum“, der große Lobpreis, der bei besonders festlichen Anlässen gesungen wird, nennt einige herausragende Stimmen dieses Chores: Die ganze Schöpfung preist Gott, denn sie ist erfüllt von der Größe seiner Herrlichkeit. So heißt es dort:

    „Dich preisen die Scharen der Engel, die Cherubin und Seraphim. Ihn lobet der glorreiche Chor der Apostel, die ruhmwürdige Schar der Propheten, das strahlende Heer der Märtyrer.“

    Die Kirche bekennt ihn über den ganzen Erdkreis hin als den Herrn, „ihn den Vater voll unermesslicher Hoheit, seinen einzigen und wahren Sohn, der aller Anbetung würdig ist, und den Heiligen Geist, den er als Tröster gesandt hat.“

    In diesen großen, vielstimmigen Chor stellen wir uns hinein, wenn wir den dreifaltigen Gott preisen.. Von Anfang der Schöpfung erklingt dieser Lobpreis: „Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen!“

    Unsere Zeit ist das „Jetzt“, das „Heute“. Heute sind wir dafür verantwortlich, dass das Lob Gottes in unseren Gemeinden erklingt. – In einem Gebet, das wir an Gott richten, heißt es:

    „Gib, dass dein Lob in deiner Kirche nie verstumme!“

    Wir müssen als Mitglieder einer christlichen Gemeinde dafür Sorge tragen, dass das Lob Gottes in unserer Zeit nicht verstummt. – Wir tun das, indem wir in den großen Chor, der alle Zeiten umfasst, einstimmen:

    Jeder mit seiner Stimme.

    Jeder zu seiner Zeit.

    Jeder an seinem Ort.

    Wir verfügen nicht über alle Zeit, weder über den Anfang der Zeit, noch über die Ewigkeit. – Wir können nur hoffen und wünschen, dass Gott zu allen Zeiten gelobt und gepriesen wird.

    Für das „Jetzt“ und „Heute“ sind wir verantwortlich. In einem Kanonlied heißt es:

    „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn, sei gelobt der Name des Herrn.“

    Ein solcher Wunsch kann nicht unverbindlich bleiben. Wir zeigen, dass es uns mit diesem Wunsche ernst ist, indem wir Gott in unserer Zeit und an unserer Stelle loben.

    Zu diesem „Gotteslob“ lade ich Sie, liebe Gemeindemitglieder, im Namen des Seelsorgeteams herzlich ein, wenn wir miteinander Gottesdienst feiern.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    17..Oktober 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Fast alle Religionen benötigen für ihren Kult und ihre Gottesdienste „Gotteshäuser“. Viele Menschen sollen darin Platz finden. Ein „Gotteshaus“, das allen Gemeindemitgliedern gehört, kann nur Bestand haben, wenn alle Sorge dafür tragen.

    Die christlichen Religionen verstehen sich als Sinndeuter unseres Lebens. Daher wollen ihre Gotteshäuser, ihre Kirchen, immer eine wortlose aber anschauliche und einprägsame Predigt sein.

    Religion soll überzeugen, will einladen, will sich aber auch mitteilen! Deshalb darf eine Kirche nicht einfach übersehen werden. Deshalb gab es in früheren Zeiten oft einen Wettlauf in Größe und kunstvoller Ausgestaltung, um die Größe, Bedeutung und Erhabenheit des Glaubens darzustellen.

    Wenn Kirchen Privathäuser, sogar Regierungssitze überragten, war damit eindeutig eine bewusste Wertung gegeben. Die Bauherren machten damit deutlich: Was das Wichtigste und wer das Wichtigste ist!

    So spielt z. B. der Kirchturm – auch Glockenturm genannt – eine zentrale Bedeutung: Kirchtürme oder Glockentürme sind gewissermaßen die Sendemasten oder Funktürme in der alten Zeit.

    Wenn jemand eine Kirche besucht, so ist es schon – bewusst oder unbewusst – ihrer Einladung und Werbung gefolgt. Er hat sich „neugierig“ machen lassen.

    Die Neugier ist wahrscheinlich eine wesentliche Grundhaltung im Leben, ohne die kein Lernen und Begegnen gelingen kann.

    Wer schon alles weiß und kann, wer nicht mehr zu rufen und einzuladen ist, hat sein Leben wie im Panzer eines „Kokon“ verschlossen.

    Betrete ich aber neue oder fremde Räume, die älter und größer sind, als die eigenen vier Wände, so ist es wichtig, dass ich still, ruhig und gesammelt werde und diesen Raum zu mir sprechen lasse, mich von ihm innerlich berühren lasse.

    Oft werden Kirchen „betreten“, und der flüchtige, oberflächliche Blick reicht schon aus, um das schon vorgefasste „Vorurteil“ zu bestätigen.

    Der Besucher will anscheinend nichts Neues, schon gar nichts Wesentliches mitnehmen. Es kommt zu keiner Begegnung und inneren Erfahrung mit dem Kirchenraum wie: Stille – Ruhe – Frieden – Geborgenheit – das Gefühl des Zu-Hause.

    Eine Kirche „aufsuchen“ heißt: Gerade jetzt Zeit haben, jetzt für etwas offen sein, das viel größer ist als ich selbst. Daher macht es Sinn und ist ratsam, eine Kirche schweigend zu besuchen. Gläubige, die ein Zeichen der Anerkennung göttlicher Gegenwart bezeugen wollen, beugen die Knie oder verneigen sich. Denn das große Gotteshaus ist dem größeren Herrn, Hausherrn, geweiht.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche und lade Sie ein, unsere Gotteshäuser gerade bei der Feier der Eucharistie neu zu erleben.

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    10..Oktober 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Ende September und Anfang Oktober feiert die Kirche bedeutende Engelfeste: Die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael am 29. September und das Fest der hl. Engel und Schutzengel am 02. Oktober.

    Begegnen uns Menschen heute noch Engel oder kommen wir ohne sie aus?

    Auch in unserer Zeit ist durch die biblische Botschaft Gottes lebendige Zuwendung zugesagt. Das Versprechen ist nicht zurückgenommen, dass Gott zum Menschen unterwegs ist wie der Hirt zum verlorenen Schaf.

    Ob Gott nicht auch heute durch „Boten“ zu uns kommt? Solche Boten Gottes sind die Engel, von denen die Bibel erzählt. Häufig bringen sie den Menschen eine Nachricht von Gott. Immer wieder ist diese Nachricht darauf ausgerichtet, Hoffnung und Vertrauen zu wecken.

    So kommen Engel zu Menschen, um

    nach einer Entmutigung neuen Mut zu schenken,

    in einer ausweglosen Situation einen Weg und die Lösung eines Problems zu zeigen

    um in einer dunklen Stunde, in der wir uns wie in einer Nebelwand fühlen, Licht und Durchblick zu bringen.

    In unserer Vorstellung vom Engel sind zwei verschiedene religiöse Erfahrungen aus biblischer Zeit zusammengekommen: Der „Engel des Herrn“ und die „Diener Gottes“.

    Wenn die Bibel vom „Engel des Herrn“ erzählt, meint sie den Boten, der einem Menschen schützend zur Seite steht oder ihm eine Nachricht von Gott bringt.

    Oft kommt dieser Bote im „Alltagskleid“ zum Menschen – gleichsam „inkognito“ – ohne Flügel – ohne Engelsgewand.

    Der Gottesbote kommt aber auch als „Diener Gottes“ und als „Engel des Geleites“ und der Bewahrung vor einem Unheil und Leid zum Menschen.

    Er sagt ihm in einer schwierigen Lebenssituation Schutz und Hilfe, Kraft und Stärke zu.

    Welche innere Beziehung haben wir zu den Engeln?

    Vielleicht hat unser Gespür für das Unsichtbare in unserer wissenschaftlich-technisch geprägten Welt gelitten. In unserer Zeit wollen sich viele nur auf das verlassen, was sie sehen, greifen und spüren können.

    Sie suchen ihre Kraft und Stärke allein in dem, was sie leisten und aus sich heraus erreichen können.

    Für Engel ist da kein Platz in ihrer „Sachwelt“. Sie werden kurzerhand in den Bereich des Mythischen, Lebendären und Märchenhaften verwiesen.

    In einem Gedicht nimmt die Nobelpreisträgerin Nelly Sachs diese Beobachtung mit folgenden Worten auf:

    Ihr Ungeübten,
    die in den Nächten nichts lernen,
    viele Engel sind euch gegeben, aber ihr seht sie nicht.“

    Antoine de Saint-Exupéry lässt den Fuchs zum „Kleinen Prinzen“ sprechen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

    Ich wünsche Ihnen, dass Ihr „Schutzengel“ Sie alle Tage begleitet, schützt und Ihnen zur Seite steht, damit Sie vor Unglück und Schaden bewahrt bleiben.

    Sie selber sollten sich tagtäglich Ihrem Schutzengel anvertrauen, damit er Sie die Wege Gottes führt.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    03..Oktober 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Die feierliche Übergabe des „Vater unser“ an die Taufbewerber in der „Ordnung der Eingliederung Erwachsener in die Kirche“ erinnert daran, dass die Kirche ganz wesentlich Gebetsgemeinschaft ist.

    In den letzten Jahren habe ich in der Vorbereitung Erwachsener auf die Taufe diesen Ritus im Rahmen der Eucharistiefeier mehrfach vollziehen dürfen.

    Die Evangelien berichten an vielen Stellen, dass Jesus zu seinem himmlischen Vater gebetet hat. Wir richten deshalb unsere Gebete durch ihn an den Vater.

    Als die Jünger einmal sahen, mit welcher Innigkeit und Intensität Jesus betete, baten sie ihn: „Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.“ Da lehrte sie Jesus das „Vater unser“ (Lk 11, 1 – 4).

    Jesus mahnt die Jünger zu beten.

    Paulus fordert die christlichen Gemeinden immer wieder zum Gebet auf: einzeln oder in Gemeinschaft.

    Auch heute lernen wir beten, wenn wir sehen, wie andere beten. Es ist für unser Christ sein von größter Bedeutung, dass wir uns einander das Zeugnis des Gebetes schenken.

    Die Kirche ist von Anfang an eine Gebetsgemeinschaft, eine betende Kirche. Nach der Himmelfahrt des Herrn bleiben die Jünger in Jerusalem: „Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu und mit seinen Brüdern“ (Apg 1, 13 – 14).

    Von der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem heißt es:

    „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest

    und an der Gemeinschaft,

    Am Brechen des Brotes

    und an den Gebeten.
    Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt.“

    Als betende Gemeinschaft hält die Kirche über den Menschen den Himmel offen.

    Im Gebet sehen wir uns selbst und die Welt im Lichte Gottes.

    Als betende Gemeinschaft hilft die Kirche uns, aus der Oberflächlichkeit, Vordergründigkeit und Eindimensionalität unserer Welt hinauszutreten in die Weite des Lebens.

    Die Übergabe des „Vater unser“ an die Taufbewerber ist eine Einladung,, ein betender Christ zu werden und sich in die Gebetsgemeinschaft der Kirche hineinzustellen.

    Wer sich von dieser Gebetsgemeinschaft trennt, wer sich da herauslöst, begibt sich in die Gefahr, seinen Glauben zu verlieren. Die schwindende Zahl der Gottesdienstbesucher ist dafür ein alarmierendes Zeichen!

    Gerade zum bevorstehenden „Erntedankfest“ wollen wir unseren Dank gegenüber Gott in der Gebetsgemeinschaft der Kirche überzeugend zum Ausdruck bringen.

    Ihnen allen wünsche ich im Namen des Seelsorgeteams eine gute Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    26..September 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Das deutsche Wort „Kirche“ ist von dem griechischen Begriff „Kyrios“ = „Herr“ abgeleitet. Dieser „Kyrios“ meint den „Herrn Jesus Christus“. – Christen wissen sich von Anfang an Christus zugehörig. Die Apostelgeschichte berichtet: „In Antiochia“ (Syrien) nannte man die Jünger Jesu zum ersten Mal Christen“ (Apg 11, 26).

    Die Kirche ist eine Gemeinschaft von Menschen, die an Jesus Christus glauben, zu ihm gehören und seinen Namen anrufen.

    Der Apostel Paulus fragt:

    „Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht glauben?

    Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben=

    Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet?“ (Röm 10, 14 - 15

    Es ist von Anfang an eine wesentliche Aufgabe der Kirche gewesen, die Person Jesu, sein Leben, sein Wirken und seine Botschaft den Menschen nahe zu bringen.

    In diesem Grundanliegen beginnt Lukas sein Evangelium mit den Worten:

    Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet hat… Nun habe auch ich mit entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es der Reihe nach aufzuschreiben.“ (Lk 1, 1)

    Die Kirche als Gemeinschaft von Christen muss Sorge tragen, dass die Menschen Jesus Christus, sein Leben und seine Botschaft kennen lernen, damit sie an ihn glauben, ihn anrufen und seinem Wort folgen können.

    Als Erinnerungs- und Erzählgemeinschaft gibt die Kirche die Botschaft von Jesus Christus weiter und ist in diesem Sinn auch Gemeinschaft im Einsatz für das Evangelium.

    Die „Ordnung zur Eingliederung Erwachsener in die Kirche“ sieht die feierliche Überreichung des Evangeliums an die Menschen vor, die auf dem Weg in die Gemeinschaft der Kirche sind.

    Darin kommt zum Ausdruck, dass die Kirche als „Gemeinschaft der Christen“ die Botschaft Jesu weiter verkündet.

    Jeder/ jede Getaufte ist seinerseits mitverantwortlich, das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden.

    Die Pfarrangehörigen von St. Mauritius in Alsweiler feiern an diesem Wochenende ihr Patronatsfest. Alle Pfarrangehörige und Gäste laden wir herzlich ein zu den Gottesdienst.

    Wir sollten nicht vergessen: „Kirmes“ hat etwas mit der „Messe zur Kirchweihe“ zu tun.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich allen auf die Fürsprache des hl. Mauritius ein frohes Fest des Glaubens in der Gemeinschaft der Kirche.

     

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    19.September 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Ein Wort aus den jüdischen Weisheitsgeschichten der „Chassidim“ – das waren die frommen osteuropäischen Juden – berichtet folgende Begebenheit:

    Zwei Freunde begegnen sich. Da sagt der eine zum anderen: „Du sagst, du liebst mich. Weißt du auch, was mir „weh tut“?“ – „Nein“, sagt der andere. „Dann liebst du mich auch nicht!“

    Diese Begegnung führt uns anschaulich und tiefgründig vor Augen, wie oberflächlich manche unserer Beziehungen sind.

    Von wem wissen wir schon, was ihm wirklich „weh“ tut?

    Wer weiß von mir, was mir weh tut?

    Unter Kollegen am Arbeitsplatz, bei gemeinsamen Freizeitbeschäftigungen, ja selbst in der eigenen Familie und unter Freunden haben wir manchmal das Gefühl, dass wir uns nichts Wesentliches zu sagen haben.

    Vielleicht ahnen wir, dass der andere eigentlich noch viel zu sagen hätte. Aber es ist nicht die augenblickliche Situation, nicht der Raum und auch nicht der „Boden“ dafür da.

    Andererseits stellen wir fest: Da, wo einer in Achtsamkeit und Behutsamkeit einen „Kanal“ einen „Weg“ findet, über das zu sprechen,

    • was ihm „weh“ tut
    • was ihm Schmerzen bereitet,
    • was ihm Einsamkeit, Verlassen sein, Verloren sein bereitet,
  • da kann das Gespräch eine ganz neue Tiefe bekommen.
  • Der Schmerz kann Menschen auf eine tiefe Weise miteinander verbinden.

    Wenn ich um den Schmerz des anderen weiß, dann wird mir etwas von dem Geheimnis seines Lebens mitgeteilt.

    Wenn ich jemand etwas von meinem „Lebensschmerz“ mitteile, dann gebe ich etwas preis von dem Geheimnis meines Lebens.

    Das geht nicht immer und nicht überall. Denn wir machen uns damit verletzlicher. Das ist der Preis, um wirklich lieben und geliebt werden zu können.

    Doch ich bin sicher: Es gibt auch im alltäglichen Leben viele Gelegenheiten, offener, achtsamer und wachsamer zu sein für das, was einem anderen „weh tut“. Aber ebenso gibt es Möglichkeit und Gelegenheit offener und vertrauensvoller zu sein im „Teil-geben“ an dem was mir persönlich weh tut.

    Wo das unter uns Menschen geschieht, da kommt es an einem tiefen Punkt zur beglückenden Begegnung. Da wird unser Leben erfüllt, reich und fruchtbar.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine gute Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    12..September 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    „Endlich habe ich meine Berufung gefunden: Meine Berufung ist die Liebe!“ Dieser Ausspruch stammt von der Karmelitin „Therese von Lisieux“, die auch die kleine hl. Theresia genannt wird.

    Fotos dieser Frau, die vor gut hundert Jahren gestorben ist, zeigen meist ein Lächeln um ihren Mund. Ihr Lächeln ist ein Zeichen, dass sie bei aller inneren Anfechtung mit ihrer Berufung hinter Klostermauern glücklich war. Sie war viel krank, litt große Schmerzen und ist bereits mit 24 Jahren verstorben.

    „Meine Berufung ist die Liebe!“ Ein anderer Ausspruch von ihr lautet: „Dem, der liebt, fällt alles leicht.“

    Ob das nicht von jedem Menschen gilt? Wir wissen, dass Menschen unter Liebesentzug verkümmern und verkommen und dass sie aufblühen, wo sie Liebe erfahren.

    Jeder/ jede von uns hat erfahren, dass Liebe glücklich macht. – „Auch unglücklich!“ wird mancher einwenden. – Ja, die Liebe ist sehr zerbrechlich. Wenn sie scheitert, tragen Menschen vielleicht ein ganzes Leben lang ein „Trauma“, d. h. innere seelische Verletzungen und Verwundungen mit sich herum.

    Welch düstere Szenarien bekommen wir tagtäglich durch die Nachrichten ins Haus geliefert?

    Was erleben wir oft im beruflichen Alltag an Negativem:

    • Konkurrenz, Mobbing, Übervorteilung, Ellenbogenmentaliltät usw. ….
  • Im Evangelium lesen wir das Wort Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lk 10, 27). Dieser biblische Grundsatz findet sich als „Goldene Regel“ in allen großen Religionen, zumindest in der Negativform: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!“
  • Jesus formuliert es im Matthäus-Evangelium in der so genannten „Goldenen Regel“ positiv: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ (Mt 7, 12).

    Wir spüren sofort: „Das ist es!“ Eigentlich ist es so einfach, fast selbstverständlich. Und doch! Es wäre eine Revolution, wenn wir uns alle daran hielten.

    Und wie anders sähe die Welt aus, wenn ganze Volksgruppen, Völker und Staaten dieses Wort befolgten! Ist das eine Illusion, eine Utopie? – Auf jeden Fall ist es eine Vision, die uns Menschen tief ins Herz gelegt ist, um in Frieden miteinander zu leben.

    Die „Goldene Regel“ ist ein Grundsatzprinzip, das dem Verstand als wichtige Basis des Zusammenlebens einleuchtet.

    Grund genug, dass ich diese Goldene Regel einmal wenigstens einen Tag oder eine Woche lang zu meinem Motto mache, um zu erfahren, wie sie mein Leben und das der Menschen um mich herum verändert: Alles, was ich von anderen erwarte, das will auch ich ihnen tun.

    Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus! Im Namen des Seelsorgeteams

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    05..September 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Ein modernes religiöses Lied beginnt mit den Worten: „Menschen unterwegs durch die dunkle Nacht …“ – Unterwegs zu sein ist unsere menschliche Bestimmung. So manches Mal ist es ein Weg „durch die dunkle Nacht“.

    Eine besondere Form des Unterwegs-seins sind „Wallfahrten“, wie wir es bei unserer letzten Männerwallfahrt am letzten Samstag wieder mit 51 Männern erlebt  haben. Dabei haben wir auch die „Wallfahrtspsalmen“ gebetet, die vom Jubel und der Freude berichten, zur hl. Stätte, zum „Heiligtum“ hinaufzuziehen.

    Zum Unterwegs sein gehört das „Geschenk der Stille“, wie ich es gerne nenne. Das Schweigen läutert uns. Es ordnet vieles in unserem Leben, so dass sich unser persönlicher „Lebensweg“ wieder deutlicher zeigt.

    Der Weg ist das Ziel – das stimmt bis zu einem gewissen Grad. Die innere Dynamik erhält der Weg letztlich durch das Ziel, auf das wir zugehen.

    Ja, wir brauchen die Erfahrung des Weges: Uns aufmachen, dem Ziel entgegen ziehen, das ist immer wieder nötig, damit die innere Unruhe unseres Herzens bleibt, die uns lebendig erhält.

    Oft stehen wir in unserem Leben vor „Scheidewegen“. Das sind Weggabelungen, die eine Entscheidung verlangen.

    Solche Entscheidungen sind vor allem dann schwierig, wenn beide Wege verlockend sind. – Wie schön wäre es dann, wenn uns ein Engel vom Himmel zeigen würde, wo es lang geht!

    Ich glaube, solche Engel gibt es tatsächlich!

    Das ist zum einen mein Schutzengel, der mich mein Leben lang begleitet und mich immer wieder hellhörig macht für eine leise Stimme in mir, die es gut mit mir meint. Wir sollten öfters zu ihm beten!

    Das sind zum anderen gute Freunde, echte und vertrauenswürdige Wegbegleiter, die mir bei meiner Entscheidung helfen können.

    Wieder andere ziehen sich für eine gewisse Zeit mit Gottes Wort in der Hand in die Stille eines Klosters zurück, um alle Irrungen und Wirrungen auszuschalten und – frei von allen äußeren Ablenkungen – auf die entscheidende Stimme hin zu hören.

    Manchem hilft die Frage weiter: Was würde ich einem guten Freund in einer ähnlichen Situation raten? Oder:

    Wie möchte ich entschieden haben, wenn ich am Ende meines Lebens an diesen Augenblick zurückdenke?

    Das Wichtigste bei dieser Suche ist: Eine große innere Freiheit vor Gott und die Bereitschaft, mich von ihm auf meinem Lebensweg führen zu lassen, hin zum Ziel.

    Wenn ich mich dann entschieden habe, kehrt – wie ich oft erlebt habe – ein tiefer innerer Friede ein und die Freude, wieder ein „Etappen-Ziel“ erreicht zu haben.

     

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine gute Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    29..August 10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Wie oft hören oder sprechen wir Sätze wie diese: „Hoffentlich passiert nichts! Hoffentlich kommt er wieder gut heim! Hoffentlich sind meine Beschwerden kein Krebs!“ oder auch „Hoffentlich werde ich wieder gesund!...“

    Diese geläufigen Redensarten machen deutlich: Es gibt keine absolute Sicherheit. Sicher ist nur der Tod!

    Dieses „Hoffentlich …!“ könnte einem Angst machen. Es zeigt unmissverständlich, dass in unserem Leben nicht alles in unserer Hand liegt.

    Doch „Gott sei Dank!“ gibt es da noch einen, der „immer“ da ist. Selbst dann, wenn ich keine Hoffnung mehr sehe.

    „Wer glaubt, zittert nicht!“ hat Papst Johannes XXIII. einmal gesagt.

    Ihm nehme ich dieses Wort ab. In einem solchen Glauben kann ich das zwiespältige „Hoffentlich!“ meines Lebens positiv deuten: Als Bitte an den, der mir immer nahe ist.

    Hoffnung hat mit Vertrauen zu tun: „Ich hoffe auf dich“ – „Ich rechne fest mit dir“, sagen wir einem guten Freund, dem man traut, vertraut.

    Wie viele Menschen setzen vielleicht auch ihre Hoffnung auf mich?

    Kann ich all den Erwartungen, die in mich gesetzt werden, gerecht werden?

    Aber ist es nicht auch schön zu wissen, dass ich für so manche Menschen ein Helfer zur Hoffnung sein darf?

    „Mut machen“ und „Hoffnung schenken“ gilt als geistliches Werk der Barmherzigkeit und ist eine Gabe des Heiligen Geistes.

    Er ist der „Mutmacher“ und „Beistand“ wie Jesus ihn in seinen Abschiedsreden nennt.

    Diesem Heiligen Geist darf ich trauen. Er ist es, der das rechte Wort schenkt, wo andere auf mich hoffen.

    Unser Christ sein wird sich im Alltag gerade darin bewähren, wenn wir einander Helfer zur Hoffnung sind.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute und gesegnete Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    22..August 10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Waren Sie schon einmal rundum ganz glücklich und zufrieden, so dass Ihnen gar nichts fehlte?

    Es mag für kurze Zeit solche Momente in unserem Leben geben. Doch bei längerem Nachdenken merken wir, wie viele ausgesprochene und unausgesprochene Wünsche, Erwartungen und Begehrlichkeiten das sind:

    nicht verwirklichte Pläne

    begeisterte Ideen

    schwärmerische Träume, die sich nicht  - oder noch nicht – erfüllt haben.

    Ich glaube, wenn uns absolut nichts mehr fehlen würde zu unserem Glück, dann wären wir tot.

    Wenn uns einer fragte: „Fehlt dir etwas?“, dann spüren wir, dass es stimmt, was die Dichterin Ingeborg Brachmann einmal so formuliert hat:

    „In allem ist etwas zu wenig!“ oder wie es Maurice Sendak ausgedrückt hat in seinem Buch

    „Es muss im Leben mehr als alles geben.“

    So bleibt unser Leben offen und spannend wie es sich im Kontrast alles Lebendigen verhält. – Bewahren wir uns diese Lebendigkeit!

    Vielleicht nehmen wir uns im Alltag einmal ein paar Minuten Zeit und fragen uns: „Wie geht es mir? Was fehlt mir?“ Die Antwort auf diese Fragen kann ganz verschieden ausfallen. Vielleicht ist es die Sehnsucht nach:

    Ruhe und Frieden

    Heimweh oder Fernweh

    mehr Zeit für sich oder andere

    Alleinsein oder der Nähe eines geliebten Menschen.

    Manchmal bahnt sich – gerade in der Lebensmitte – tief im Herzen:

    die Sehnsucht nach Erfüllung des Lebens an,

    die Sehnsucht danach, mit dem eigenen Leben versöhnt zu sein,

    die Sehnsucht nach spürbarer Nähe Gottes in unserem Leben

    Immer ist es die Sehnsucht nach „mehr!“

    Der Mensch ist und bleibt das Wesen der Sehnsucht. Er ist „mehr“ als er ist.

    Der französische Mathematiker und Naturphilosoph Blaise Pascal fasste diese Erfahrung in das Wort: „Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen.“

    Diese Feststellung mündet bei ihm in das Gebet:

    „Gott, nur du kannst unsere unendliche Sehnsucht erfüllen. Gib uns den Mut zum Wagnis des Glaubens.“

    Diesen Wagemut zum Glauben wünsche ich Ihnen allen von Herzen!

    Im Namen des Seelsorgeteams grüße ich Sie alle und bleibe mit frohen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    15. August 10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Christen sind Menschen, die Hoffnung haben. Die Hoffnung ist für unser Leben bedeutsam.

    Deshalb mahnt der Apostel Paulus: „Ihr müsst unerschütterlich und unbeugsam am Glauben festhalten und dürft euch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch das Evangelium schenkt.“ (Kol 1, 23).

    Im Hebräerbrief heißt es: „Lasst uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu.“ (Hebr. 10, 23)

    Wie sieht unsere christliche Hoffnung aus? Mehr als viele Worte antwortet darauf das Bild Marias. Im „Salve Regina“ beten oder singen wir: „Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, unsere Wonne, unsere Hoffnung, sei gegrüßt.“

    Maria, unsere Hoffnung: Was bedeutet das für unser Leben? Maria ist das Vorbild des hoffenden Menschen. In ihr zeigt sich, wie die Hoffnung getragen ist von gläubigem Vertrauen. Sie vertraut dem Wort, das Gott durch den Engel zu ihr gesprochen hat. Gottes Wort ist der tragende und feste Grund, auf dem der Hoffende steht.

    Unsere christliche Hoffnung gründet nicht auf menschlicher Weisheit und Tüchtigkeit, sondern auf den Verheißungen und Tagen Gottes, der in dieser Welt und in der Geschichte mit den Menschen seine Treue gezeigt hat.

    Maria geht den Weg der Hoffnung. Ihre Hoffnung bewährt sich in Ausdauer und Geduld – auch in Stunden der Prüfung.

    Maria zeigt uns auch das Ziel christlicher Hoffnung. Wenn wir sie grüßen als die Begnadete, die Gott mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen hat, dann bekennen wir, was auch unsere Hoffnung ist. Durch die Auferstehung Jesu von den Toten hat Gott uns eine lebendige Hoffnung gegeben. Maria hat dieses Ziel schon erreicht.

    Aber auch uns hat Jesus Christus durch seine Auferstehung dieses neue Leben bei Gott eröffnet. – So ist Maria für uns, wie es in der Präfation heißt, ein untrügliches Zeichen der Hoffnung und eine Quelle des Trostes. – Im Blick auf Maria warten wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung. „Wir rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes“ (Röm 5, 2).

    Der Blick auf Maria, das Zeichen unserer Hoffnung, kann uns helfen, auf dem Weg zu bleiben, der hinführt zur Herrlichkeit Gottes. Wir rufen ihre Fürsprache an, dass auch unser Lebensweg zum Ziel gelange. So heißt es in einem Gebet: „Barmherziger Gott, lass uns auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, die du in den Himmel aufgenommen hast, zu Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.“

    Ich wünsche Ihnen allen im Namen des Seelsorgeteams frohe und gesegnete Festtage. Lasst uns miteinander in den Gottesdiensten voll Dankbarkeit das Fest unserer Hoffnung und Zukunft feiern.

    Mit herzlichen und frohen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    01. August 10

    Die Predigt ohne Worte

    Der Fluss im südlichen Afrika, entweder trocken oder eine reißende Lawine, hatte schon seine Todesopfer gefordert. Darum unterstützten der Missionar und der Häuptling den Plan eines weißen Maurers, eine Brücke mit einem Halteseil zu bauen, Aber würde das Dorf mithelfen? Es handelte sich immerhin um 2.000 DM und sechs Tage Arbeit für die ganze männliche Bevölkerung.

    Durch Aufrufe zur Mitarbeit in der Dorfversammlung und im Gottesdienst halfen anfangs auch 40-50 Freiwillige. Aber schon bald versteckten sich die Dorfbewohner hinter Hecken und Mauern, wenn sie Häuptling oder Missionar herankommen sahen. Jeder im Dorf wollte die Brücke, aber nur als Geschenk.

    Nachdem der Maurer und der Missionar das Material vorfinanziert hatten, die entscheidende Hilfe der Bevölkerung aber ausblieb, entschloss sich Missionar zu einem letzten Appell: Das war eine Predigt ohne Worte. Häuptling, Missionar und Maurer verabredeten sich und fingen eines Morgens ganz allein mit der Arbeit an. Sie karrten Sand, mischten Zement, aber grüßten und sprachen mit keinem, der vorüberging. Der erste Passant grüßte einmal, zweimal und noch einmal, er begann auf der Stirn zu schwitzen, ging 20 Meter weiter und kehrte wieder zurück. Als er die Schaufel anfasste, hatte er die Predigt ohne Worte verstanden, und die drei nahmen ihn mit Gruß in ihre Gemeinschaft auf. Nach drei weiteren Stunden hatten 20 Passanten die Predigt verstanden.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    25.Juli  10

    Liebe Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler,

    In den kommenden Urlaubswochen möchte ich Ihnen jeweils eine Geschichte „erzählen“, die zum Nachdenken anregen soll:

    Es ist ja mein Vater

    Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer seine gefährlichen Kunststücke.

    Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre hervor und fragte einen der Anwesenden: „Sagen Sie, trauen Sie mir zu, dass ich die Karre über das Seil schiebe?“ - “Aber gewiss“, antwortete der Gefragte fröhlich, und auch mehrere andere der Umstehenden stimmten der Frage sofort zu.

    „Würden Sie sich dann meiner Geschicklichkeit anvertrauen, sich in die Karre setzen und von mir über das Seil fahren lassen?“ fragte der Schausteller weiter. Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich. Nein, dazu hatten sie keinen Mut! Nein, das trauten sie sich und ihm nicht zu. Plötzlich meldete sich ein Junge. „Ich setze mich in die Karre“, rief er, kletterte hinauf, und unter dem gespannten Schweigen der Menge schob der Mann das Kind über das Seil Als er am anderen Ende ankam, klatschten alle begeistert Beifall. Einer aber fragte den Jungen: "Sag, hattest du keine Angst da oben?“ - "Oh nein“, lachte der, „es ist ja mein Vater, der mich über das Seil schob!“

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine gesegnete Woche und das frohe Bewusstsein, von Gott angenommen und geliebt und zu sein.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    18.Juli  10

     

    Liebe Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler,

    In den kommenden Urlaubswochen möchte ich Ihnen jeweils eine Geschichte „erzählen“, die zum Nachdenken anregen soll:

    Der Gefangene im Turm

    Ein hoher Beamter fiel bei seinem König in Ungnade. Der König ließ ihn im obersten Raum eines Turmes einkerkern. In einer mondhellen Nacht aber stand der Gefangene oben auf der Zinne des Turmes und schaute hinab. Da sah er seine Frau unten stehen. Sie gab ihm Zeichen und berührte die Mauer des Turmes. Gespannt blickte der Mann hinunter, um zu erkennen, was seine Frau hier tat. Aber es war für ihn nicht verständlich, und so wartete er geduldig auf das, was da kam. Die Frau am Fuß des Turmes hatte ein Honig liebendes Insekt gefangen; sie bestrich die Fühler des Käfers mit Honig. Dann befestigte sie das Ende eines Seidenfadens am Körper des Käfers und setzte das Tierchen mit dem Kopf nach oben an die Turmmauer, gerade an die Stelle, über der sie hoch oben ihren Mann stehen sah. Der Käfer kroch langsam dem Geruch des Honigs nach, immer nach oben, bis er schließlich dort ankam, wo der gefangene Ehemann stand. Der gefangene Mann war aufmerksam und lauschte in die Nacht hinein, und sein Blick ging nach unten. Da sah er das kleine Tier über die Rampe klettern. Er griff behutsam nach ihm, löste den Seidenfaden, befreite das Insekt und zog den Seidenfaden langsam und vorsichtig zu sich empor.

    Der Faden aber wurde immer schwerer, es schien, dass etwas daran hing. Und als der Ehemann den Seidenfaden ganz bei sich hatte, sah er, dass am Ende des turmlangen Fadens ein Zwirnfaden befestigt war. Der Mann oben zog nun auch diesen Faden zu sich empor. Der Faden wurde immer schwerer, und siehe, an seinem Ende war ein kräftiger Bindfaden festgemacht. Langsam und vorsichtig zog der Mann den Bindfaden zu sich empor. Auch dieser wurde immer schwerer. Und an seinem Ende war dem Manne eine starke Schnur in die Hand gegeben. Der Mann zog die Schnur zu sich heran, und ihr Gewicht nahm immer mehr zu, und als das Ende in seiner Hand war, sah er, dass hier ein starkes Seil angeknotet war. Das Seil machte der Mann an einer Turmzinne fest. Das weitere war einfach und selbstverständlich. Der Gefangene ließ sich am Seil hinab und war frei. Er ging mit seiner Frau schweigend in die stille Nacht hinaus und verließ das Land des ungerechten Königs.

    Impulse zum Nachdenken:

    Es gibt offenbar keine auswegslosen Situationen

    Liebe und Not machen erfinderisch

    Wir sind aufeinander angewiesen

    Verlässlichkeit und Treue zahlen sich aus

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine frohe Woche. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Mit freundlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    11.Juli  10

    Liebe Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler,

    In den kommenden Urlaubswochen möchte ich Ihnen jeweils eine Geschichte „erzählen“, die zum Nachdenken anregen soll:

     

    Wie viel Erde braucht der Mensch?

    Einem armen Bauern, der kaum das Nötigste zum Leben hat, wird eines Tages ein unerwartetes Glück zuteil. Ein reicher Grundbesitzer erlaubt ihm, so viel Land als sein Eigentum zu erwerben, wie er in der Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und -untergang zu Fuß umschreiten kann. Die einzige Bedingung: Er muss, wenn die Sonne untergeht, genau wieder an dem Punkt angekommen sein, an dem er morgens aufgebrochen ist.

    Zunächst ist der arme Bauer überglücklich, weil er bei weitem nicht den ganzen Tag brauchen wird, um so viel Land zu umwandern, wie er zu einem reichlichen Lebensunterhalt braucht. So geht er frohen Mutes los, ohne Hast, mit ruhigem Schritt. Doch dann kommt ihm der Gedanke, diese einmalige Chance auf jeden Fall auszunützen und so viel Boden wie nur eben möglich zu gewinnen. Er malt sich aus, was er alles mit dem neu gewonnenen Reichtum anfangen kann, wozu er ihn verwenden will.

    Sein Schritt wird schneller, und er orientiert sich am Stand der Sonne, um nur ja nicht den Zeitpunkt zur Rückkehr zu verpassen. Er geht in einem großen Kreis weiter, um noch mehr Land zu erhalten. Dort will er noch einen Teich hinzubekommen, hier eine besonders saftige Wiese und da wiederum ein kleines Wäldchen. Sein Schritt wird hastig, sein Atem wird zum Keuchen, der Schweiß des Laufens und der Schweiß der Angst treten ihm auf die Stirn. Endlich, mit letzter Kraft, ist er am Ziel angekommen: Mit dem letzten Strahl der untergehenden Sonne erreicht er den Ausgangspunkt, ein riesiges Stück Land gehört ihm - doch da bricht er vor Erschöpfung zusammen und stirbt; sein Herz war der Belastung nicht gewachsen. Es bleibt ihm jenes winzige Stück Erde, in dem er beerdigt wird; mehr braucht er jetzt nicht mehr.

    In dieser Woche haben die großen Schulferien begonnen. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrerinnen und Lehrern frohe und erholsame Wochen. Aber auch allen anderen, die Urlaub machen, wünsche ich im Namen des Seelsorgeteams eine erholsame und erlebnisreiche Zeit. Auch Zeit für Gottes Wort und für das Gebet!

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    Liebe Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler,

    In den kommenden Urlaubswochen möchte ich Ihnen jeweils eine Geschichte „erzählen“, die zum Nachdenken anregen soll:

     

    Wie viel Erde braucht der Mensch?

    Einem armen Bauern, der kaum das Nötigste zum Leben hat, wird eines Tages ein unerwartetes Glück zuteil. Ein reicher Grundbesitzer erlaubt ihm, so viel Land als sein Eigentum zu erwerben, wie er in der Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und -untergang zu Fuß umschreiten kann. Die einzige Bedingung: Er muss, wenn die Sonne untergeht, genau wieder an dem Punkt angekommen sein, an dem er morgens aufgebrochen ist.

    Zunächst ist der arme Bauer überglücklich, weil er bei weitem nicht den ganzen Tag brauchen wird, um so viel Land zu umwandern, wie er zu einem reichlichen Lebensunterhalt braucht. So geht er frohen Mutes los, ohne Hast, mit ruhigem Schritt. Doch dann kommt ihm der Gedanke, diese einmalige Chance auf jeden Fall auszunützen und so viel Boden wie nur eben möglich zu gewinnen. Er malt sich aus, was er alles mit dem neu gewonnenen Reichtum anfangen kann, wozu er ihn verwenden will.

    Sein Schritt wird schneller, und er orientiert sich am Stand der Sonne, um nur ja nicht den Zeitpunkt zur Rückkehr zu verpassen. Er geht in einem großen Kreis weiter, um noch mehr Land zu erhalten. Dort will er noch einen Teich hinzubekommen, hier eine besonders saftige Wiese und da wiederum ein kleines Wäldchen. Sein Schritt wird hastig, sein Atem wird zum Keuchen, der Schweiß des Laufens und der Schweiß der Angst treten ihm auf die Stirn. Endlich, mit letzter Kraft, ist er am Ziel angekommen: Mit dem letzten Strahl der untergehenden Sonne erreicht er den Ausgangspunkt, ein riesiges Stück Land gehört ihm - doch da bricht er vor Erschöpfung zusammen und stirbt; sein Herz war der Belastung nicht gewachsen. Es bleibt ihm jenes winzige Stück Erde, in dem er beerdigt wird; mehr braucht er jetzt nicht mehr.

    In dieser Woche haben die großen Schulferien begonnen. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrerinnen und Lehrern frohe und erholsame Wochen. Aber auch allen anderen, die Urlaub machen, wünsche ich im Namen des Seelsorgeteams eine erholsame und erlebnisreiche Zeit. Auch Zeit für Gottes Wort und für das Gebet!

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    04.Juli  10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Als ich noch zur Schule ging, gab es eine Zeit, in der ich gegen alles treten musste, was rund war. Kein Ball war vor mir sicher. Es machte mir Riesenspaß mit anderen Jungen Ball zu spielen: Fußball, Völkerball oder andere Ballspiele.

    Die Zuschauerzahlen in den Sportarenen und Stadien der Welt sprechen die gleiche Sprache. – Alles, was rund ist, lockt die Menschen in Scharen an: ob Fußball, Handball, Tennis oder Tischtennis. Nicht von ungefähr reißen sich die Fernsehsender um die entsprechenden Übertragungslizenzen, um hohe Einschaltquoten zu erreichen und ihren Marktanteil zu erweitern.

    Ich frage mich oft, worin der „Reiz“ und die „Attraktivität“ des Ballspiels liegen. Bestimmt sind es nicht die physikalischen Eigenschaften einer „Lederkugel“, die sie für den Sport so geeignet machen.

    Ich meine, da muss mehr dahinter stecken! – Eine Rolle spielt wahrscheinlich die gleichmäßige Gestalt des Balles:

    Eine Kugel hat keine Ecken und keine Kanten. Sie strahlt so etwas wie „Vollkommenheit“ aus. Insofern ist sie sogar Symbol und Bild für Gott.

    Dafür spricht auch, dass bei Völkern, die „runde“ Sterne als Götter verehrten, die Ballspiele besonders beliebt waren.

    Auf der anderen Seite ist der Ball als Kugel ein Zeichen für Bewegung und Dynamik. Wenn er sich dreht und bewegt und wie berechnet konsequent ins Ziel gelangt, macht es Spaß zuzuschauen. Die Zuschauer sind begeistert und geraten in eine Art Extase. Wir haben das alle in diesen Tagen erlebt.

    Für mich fällt ganz besonders ins Gewicht, dass der Ball ein wunderbares Hilfsmittel beim Spielen ist. – Wir Menschen brauchen die Freude am Spiel. Dann lockert sich manche Verkrampfung, die der stressige Berufsalltag mit sich bringt. Es entstehen: Gemeinschaft, Solidarität und Identität.

    Gerade Kindern ist die fröhliche und natürliche Unbefangenheit beim Spiel anzumerken.

    Vielleicht hat Jesus gerade deshalb gesagt: „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 18, 3).

    Mag sein, dass Christen im Mittelalter genau aus diesem Grund sogar in den Kathedralen mit Bällen gespielt haben. Damals gab es während der Gottesdienste noch Tänze, zum Beispiel am Osterfest. Spielerisch leicht wanderte der Ball von einem Christenmenschen zum anderen. Frei von Zwängen und voller Freude haben sogar Domherren und Bischöfe auf dem Labyrinth - ein Symbol für die Irrnisse und Wirrnisse des Lebens - am Eingang der Kathedrale getanzt. So ist es uns von Chartres überliefert.

    Unsere liturgischen Bücher und Rituale müssten für Spiel und Tanz mehr Raum und Möglichkeiten geben – nicht nur in Kinder- und Familiengottesdiensten! Dann wären unsere Gottesdienste wieder ein Stück lebendiger.

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und spielfreudige Woche – ob aktiv oder als Zuschauer.

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    27.Juni  10

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Ein angemessenes und hoffnungsvolles Bild für die Kirche ist – nicht die „feste Burg“ – sondern „die Oase“.

    Mit dem Bild „der Burg“ verbindet sich eine Verteidigungsmentalität:

    Man schirmt sich nach außen hin ab.

    Die Burg kennt klare Grenzen.

    Es gibt ein Innen und ein Außen.

    Man lebt von dem Wasser und dem Proviant, den man in die Burg mitgenommen hat. Aber wie lange wird das reichen?

    Das Bild der „Oase“ weckt andere Assoziationen: Die Oase lebt mitten in der Wüste von ihrer tiefen Quelle. Das reichlich vorhandene Wasser gibt Menschen, pflanzen und Tieren Lebens- und Überlebensraum. Je mehr Wasser aus der Quelle sprudelt, umso weiter breitet sich die Oase in die Wüste hinein aus.

    Eine Oase ist kein starrer Ort und Raum mit festen Grenzen. Das vorhandene Quellwasser macht sich noch im weiten Umfeld bemerkbar. Ein grüner Strauch oder einige Büschel Gras, auf die man in der Wüste trifft, deuten schon auf vorhandenes Wasser hin.

    Pflanzen, die in der Wüste wachsen, haben besondere Veranlagungen. Sie können überhaupt nur entstehen, weil Wasser vorhanden war.

    Wenn das Wasser knapp wird oder verschwindet, dann ziehen sich diese Pflanzen zusammen und scheinen einzutrocknen. Doch wenn sie wieder Wasser bekommen, entfalten sie sich neu und beginnen wieder zu grünen und zu blühen, wie wir es von der „Rose von Jericho“ kennen.

    Das Bild der Oase lädt uns ein, dass wir uns in der Gemeinschaft der Kirche auf unsere christlichen Quellen – Schriftlesung, Gebet, Gottesdienst und christliche Caritas – besinnen.

    Vielleicht müssen wir sie von mancherlei „Schutt“, „Geröll“ und „Asche“, die sich als geschichtlicher Ballast im Laufe der Zeit darauf gelegt haben, befreien.

    Vielleicht müssen wir aber auch tiefer graben, um die Quellen wieder reichlicher zum Sprudeln zu bringen.

    Von Quellen kann neues Leben ausgehen. Sie können auch die geistigen und geistlichen Wüsten unserer Zeit verändern und uns neue Lebenskraft und Hoffnung in einer „hoffnungs-losen“ Zeit geben.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche und lade Sie ein, in unseren Gottesdiensten die „Oase für den Alltag“ zu entdecken.

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    20.Juni  10

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Ein angemessenes und hoffnungsvolles Bild für die Kirche ist – nicht die „feste Burg“ – sondern „die Oase“.

    Mit dem Bild „der Burg“ verbindet sich eine Verteidigungsmentalität:

    Man schirmt sich nach außen hin ab.

    Die Burg kennt klare Grenzen.

    Es gibt ein Innen und ein Außen.

    Man lebt von dem Wasser und dem Proviant, den man in die Burg mitgenommen hat. Aber wie lange wird das reichen?

    Das Bild der „Oase“ weckt andere Assoziationen: Die Oase lebt mitten in der Wüste von ihrer tiefen Quelle. Das reichlich vorhandene Wasser gibt Menschen, pflanzen und Tieren Lebens- und Überlebensraum. Je mehr Wasser aus der Quelle sprudelt, umso weiter breitet sich die Oase in die Wüste hinein aus.

    Eine Oase ist kein starrer Ort und Raum mit festen Grenzen. Das vorhandene Quellwasser macht sich noch im weiten Umfeld bemerkbar. Ein grüner Strauch oder einige Büschel Gras, auf die man in der Wüste trifft, deuten schon auf vorhandenes Wasser hin.

    Pflanzen, die in der Wüste wachsen, haben besondere Veranlagungen. Sie können überhaupt nur entstehen, weil Wasser vorhanden war.

    Wenn das Wasser knapp wird oder verschwindet, dann ziehen sich diese Pflanzen zusammen und scheinen einzutrocknen. Doch wenn sie wieder Wasser bekommen, entfalten sie sich neu und beginnen wieder zu grünen und zu blühen, wie wir es von der „Rose von Jericho“ kennen.

    Das Bild der Oase lädt uns ein, dass wir uns in der Gemeinschaft der Kirche auf unsere christlichen Quellen – Schriftlesung, Gebet, Gottesdienst und christliche Caritas – besinnen.

    Vielleicht müssen wir sie von mancherlei „Schutt“, „Geröll“ und „Asche“, die sich als geschichtlicher Ballast im Laufe der Zeit darauf gelegt haben, befreien.

    Vielleicht müssen wir aber auch tiefer graben, um die Quellen wieder reichlicher zum Sprudeln zu bringen.

    Von Quellen kann neues Leben ausgehen. Sie können auch die geistigen und geistlichen Wüsten unserer Zeit verändern und uns neue Lebenskraft und Hoffnung in einer „hoffnungs-losen“ Zeit geben.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche und lade Sie ein, in unseren Gottesdiensten die „Oase für den Alltag“ zu entdecken.

    Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    13.Juni  10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Es ist die Gefahr einer jeden Religion, einzig den „Kult“, den Gottesdienst, im Auge zu behalten und die soziale Verantwortung zu vernachlässigen.

    Umso verständlicher ist die Kritik an dieser Einseitigkeit, die der Prophet Hosea im Namen Gottes auf die Kurzformel bringt: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.“ (Hos 6, 6).

    Jesus greift diese Kritik auf mit einer Unerbittlichkeit, die erschrecken kann:

    „Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe vor dem Altar liegen. Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gaben.“ (Matth. 5, 20 ff)

    Bei der Beschreibung der Gemeindeordnung im 18. Kapitel des Matthäusevangeliums richtet Petrus an Jesus die Frage: „Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben? Etwa sieben Mal?“ Jesus antwortet ihm: „Nicht sieben Mal, sondern siebenundsiebzig Mal!“ (Mt. 18, 22). Das heißt im Klartext: Immer!

    Die göttliche Barmherzigkeit kennt nur eine Grenze: Die Unbarmherzigkeit des Menschen, die sich Gott bewusst verweigert. Da ist Gott – so paradox es klingt – machtlos! – Da kann er nicht seine Verheißung erfüllen:

    „Ich nehme das Herz aus Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ (Ez. 36, 26)

    Das Lukasevangelium lässt sich als das große Evangelium der Barmherzigkeit Gottes lesen. Es fasst Jesu Botschaft zusammen in dem Wort:

    „Seid barmherzig, wie es auch euer himmlischer Vater ist!“ (Lk 6, 36)

    Die Mitglieder einer christlichen Gemeinde müssen sich im Umgang mit einander gerade an dieser Haltung der Barmherzigkeit messen lassen.

    Die Apostelgeschichte berichtet, dass die Heiden diese Einstellung an den Christen bewundert haben, wenn sie sagten: „Seht, wie sie einander lieben.“

    Liebe Christen unserer Pfarreiengemeinschaft, gehen wir gut mit einander um, auch wenn der „Umgangston“ im Binnenklima unserer Gesellschaft oft rau, schroff und unversöhnlich ist.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute und friedvolle Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    06.Juni  10

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    In einem Gespräch unter Mitbrüdern wurde einmal erzählt, dass ein Pastor bei einer Fronleichnamsprozession erst unterwegs merkte, dass er zwar die Monstranz, aber nicht die große Hostie mit dem „Leib des Herrn“ mitgenommen hatte.

    Die Prozession war gut organisiert, es fehlte nichts – außer dem Wesentlichen und Wichtigsten – dem „Fronleichnam“, d. h. dem „Leib des Herrn“.

    Peinlich berührt, ja zutiefst erschrocken, ließ der Pastor die Prozession anhalten, eilte in die Kirche, um den Leib Christi, in der Gestalt der Hostie, aus dem Tabernakel zu holen. Danach konnte die Prozession weiter gehen.

    Ob sich das wirklich so zugetragen hat oder nur eine schaurig-makabre Geschichte ist – weiß ich nicht.

    Mich hat diese seltsam anmutende Begebenheit merkwürdig berührt: Ich denke darüber nach, ob diese Geschichte nicht ein Bild für eine christliche Gemeinde – ja ein Bild für uns und für mich persönlich sein könnte!

    • Aktionen und Aktivitäten gibt es in unseren Pfarrgemeinden viele – nicht nur an Fronleichnam.
    • Der viel beklagte Stress ist längst in das kirchliche Gemeindeleben eingezogen:
    • Priester, hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen haben übervolle Terminkalender.
    • Vielleicht wäre es gut, wenn wir da gelegentlich genau so erschrecken würden wie der Pastor mit der „leeren“ Monstranz.
  • Jesus mahnt uns im Evangelium vom „Weinstock und den Rebzweigen: „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“
  • Ja, wir müssen schon höllisch aufpassen, dass wir Christen nicht, ohne es zu mekren, das Wichtigste vergessen und verlieren.

    Nicht unser Tun, unser engagierter Einsatz in der Kirche,

    keine noch so große Betriebsamkeit und Geschäftigkeit wird die Welt verändern, sondern zu allererst der Herr, der von sich sagt:

    „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, bringt reiche Frucht.“ (Joh 15, 18).

    Wenn wir auf eigene Faust schaffen, wirken und „wursteln“ im Vertrauen darauf, dass wir von uns aus – ohne den Herrn – Früchte hervorbringen, dann sind wir „schief gewickelt.“

    Früher oder später werden wir angesichts unserer „leeren Hände“ erschrecken, wie damals Petrus, der ohne Auftrag des Herrn fischen ging und feststellen musste: „Herr, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“

    Jesus ist und bleibt die Quelle aller Fruchtbarkeit.

    Ohne ihn oder an ihm vorbei ist all unser Tun sinnlos und erfolglos.

    Es endet im sinnlosen „Leer-lauf“.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine gute und fruchtbare Woche. Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    30. Mai  2010

    Es ist bemerkenswert: Wenn Jesus vom „Vater im Himmel“ spricht, redet er meistens von der Erde:

    Also von Dingen, die jeder kennt,

    von Erfahrungen, die Menschen im Umgang miteinander machen.

    Oder vom Gegenteil:

    von Geschichten, die sich nicht jeden Tag ereignen.

    So erzählt er z. B. von einem Vater, der zwei Söhne hat. Dem jüngeren wird es zu Hause zu eng. Er will endlich unabhängig und selbständig sein.
    Der Sohn ist frei. Die gewonnene Freiheit gebraucht er dazu, das väterliche Erbe in Saus und Braus durchzubringen.

    Und der Vater – hält seine Tür offen. Der Sohn kann und darf zurückkommen. Eine offene Tür – zum Weggehen und eine offene Tür – zum Zurückkommen. So spricht Jesus von Gott!

    Eine offene Tür – das ist ein Zuhause. Zu Hause bin ich,

    wo ich nicht erst fragen muss, ob ich kommen darf,

    wo mir keiner vorschreibt, wie lange ich bleiben darf,

    wo ich nicht bloß deswegen eingeladen werde, weil man mich mag.

    Zu Hause bin ich, wo ich auch dann dazu gehöre,

    wenn ich müde, erschöpft oder auch gereizt bin: wenn ich ganz und gar nicht liebenswert bin.

    Kinder wissen sehr wohl, wo sie zu Hause sind: Dort, wo sie zu jemandem „Vater“ und „Mutter“ sagen dürfen.

    Jesus nennt Gott „Vater“ – und die Menschen „Brüder“ und „Schwestern“. Sie wohnen mit ihm zusammen im gleichen „Vater-Haus“. Und die Türe zu Hause bleibt für uns jeder Zeit offen. Es ist nie zu spät, zurückzukommen.

    Jesus sagt: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe euch voraus, um euch eine Wohnung zu bereiten, damit ihr auch da seid, wo ich bin.“

    Liebe Pfarrangehörigen, es ist gut zu wissen, wohin wir gehören und wo wir ein zu Hause haben. Das gibt Halt und Sicherheit!

    Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und gesegnete Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    16. Mai  2010

    Im apostolischen Glaubensbekenntnis sprechen und bekennen wir: „Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche ….“

    Mit dem Glauben an den Heiligen Geist haben viele ihr Problem: weil sie ihn nicht sehen, sich ihn nicht vorstellen können.

    Für Kinder ist „Geist“ oft gleichbedeutend mit „Gespenst“.

    Was die Kirche angehet, existiert das Problem gerade umgekehrt: Da sehen wir zuviel, was uns – zumal in der gegenwärtigen Situation – nicht gefällt und abstößt.

    Es fällt uns schwer zu glauben, dass die Kirche heilig sei. Viele sagen: Es geht oft mehr unchristlich als christlich in ihr zu. Sie scheint nicht zu aller Zeit und überall vom Geist Gottes erfüllt zu sein. Manche meinen, sie sei gerade in der gegenwärtigen Situation von allen guten Geistern verlassen.

    Es stellt sich aber die Frage:

    • An welchem Bild von Kirche messen wir die Kirche, die wir kennen?
    • Ist es nicht immer ein bestimmtes Wunschbild, ein Idealbild von Kirche?
    • Wenn wir einmal bei uns selbst anfangen mit der Kritik an der Kirche: Könnte ich aus Menschen wie mir eine ideale „Wunschkirche“ bauen?
  • Wenn Jesus eine ideale Gemeinschaft hätte gründen wollen, hätte er sich seine Leute von anders woher holen müssen.
  • - Soweit wir etwas über die erfahren, die Jesus nachgefolgt sind, waren das keine Übermenschen und Supermenschen ohne Fehl und Makel. Es waren vielmehr Menschen, denen nichts Menschliches fremd war.

    Auch die frühen Christengemeinden, deren Bild sich in den Schriften des Neuen Testamentes spiegelt, waren alles andere als Idealgemeinden. Paulus muss im 1. Brief an die Korinther mit den Gemeindemitgliedern „Tacheles“ reden, weil die Missstände für ihn unerträglich sind.

    Das „Bodenpersonal“, auf das Jesus sich eingelassen hat, war immer schon unzulänglich, so ernüchternd oder bedauerlich das klingen mag.

    Man kann sich nur darüber wundern, dass diese Kirche, die aus schwachen, fehlerhaften und sündigen Menschen besteht, nicht schon längst zerbrochen und zerfallen ist. In der 2000jährigen Kirchengeschichte ist ihr der Untergang oft angedroht oder zumindest vorausgesagt worden.

    Können wir trotz allem noch darüber staunen, dass der Geist Gottes dafür sorgt, dass Glaube, Hoffnung und Liebe in dieser Kirche nicht ausgehen? Allein auf menschlichen Geist angewiesen, wäre die Kirche – weiß Gott – nicht mehr zu retten.

    In dieser Welt werden immer und überall: Geist und Ungeist, Weizen und Unkraut zusammen existieren.

    Und doch: Trotz aller menschlichen Unzulänglichkeit und Erbärmlichkeit bringt die Kirche immer wieder neue „Zweige“ der Erneuerung hervor.

    Überall in der Welt, in allen Völkern und Nationen leben Menschen, die der Geist Gottes zum Glauben und zur Nachfolge Jesu Christi bewegt hat. In der Kraft des Heiligen Geistes ist die Kirche eine katholische – d. h. übersetzt – eine weltumfassende Gemeinschaft. Sie ist als „Zeichen Gottes unter den Völkern“, das Werk des Heiligen Geistes.

    Ich lade Sie im Namen des Seelsorgeteams ein, in der Pfingstnovene in besonderer Weise um diesen Geist der Erneuerung in der Kirche zu beten.

    Eine gute und gesegnete Woche! Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    09. Mai  2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Die Tage vor Christi Himmelfahrt nennen wir seit alters „Bittage“. Jesus sagt: „Bittet und ihr werdet empfangen, suchet und ihr werdet finden, klopfet an und es wird euch geöffnet werden.“

    Ein Grundanliegen der Menschen ist „der Friede“, weil davon Glück und Unglück der Menschen abhängt.

    Aber was ändern unsere Bitten und Fürbitten an den Verhältnissen dieser Welt und an unserer eigenen Lebenssituation?

    Das Bittgebet gehört neben dem Lob- und Dankgebet zu den Grundgestalten des Betens. Es findet sich in allen Religionen und hat in der biblischen Tradition einen ganz besonderen Platz.

    Im 1. Timotheusbrief (2, 1 – 2) schreibt der Apostel Paulus. „Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zur Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.“

    Daran haben sich die Christen zu allen Zeiten gehalten. Schon der Kirchenlehrer Justin, der Märtyrer (+ 165 n. Chr.) erwähnt, dass die Christen bei der Feier des Herrenmahles Fürbitten in besonderen Anliegen vorgetragen haben.

    In den Fürbitten übt die Gemeinde durch ihr Beten für alle Menschen ihren priesterlichen Dienst aus. Dieses Fürbittgebet gehört zu jeder mit der Gemeinde gefeierten Messe: Es sind Fürbitten für: die Kirchen, die Regierenden, für jene, die von vielerlei Not, Unglück, Krieg und Katastrophen bedrückt sind.

    Im Bittgebet wenden sich Menschen mit ihren Nöten an Gott. Sie erkennen und wissen, dass sie auf Hilfe von Gott angewiesen sind. Sie vertrauen Gott, dem nichts zu banal und zu unbedeutend für ein Bittgebet ist.

    Fürbitten und persönliche Bitten erwachsen aus dem Vertrauen, dass Gott nur Gutes schenkt. Er ist der „Geber aller guten Gaben“, wie die Schrift sagt.

    Was sich Menschen an Gutem wünschen und was Gott an Gutem schenkt, was Menschen wollen und was Gott will, das stimmt nicht immer überein. Trotzdem bitten wir, weil wir Gott vertrauen.

    Bittgebete ersetzen nicht unser eigenes Tun.

    Für Menschen in Not zu beten und ihnen nicht zu helfen,

    um Frieden zu bitten und selbst keine Versöhnungsbereitschaft zu zeigen, widerspricht dem Sinn des Gebetes und macht es unglaubwürdig.

    Beten kann dazu beitragen, dass Menschen sich ändern und bekehren, und damit können sich auch unliebsame und missliche Verhältnisse in der Welt und in unserem eigenen Leben ändern.

    Der Apostel Paulus ermutigt uns dazu: „Betet ohne Unterlass.“ Dazu möchte auch ich Sie gerade in dieser Zeit einladen.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    02. Mai  2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Wir nennen den Monat Mai auch den „Marienmonat“. – Seit Jahrhunderten steht in diesem Monat die Marienverehrung im Mittelpunkt.

    Das apokryphe „Jakobusevangelium“ aus dem 2. Jahrhundert gilt als ältestes Zeugnis der Marienverehrung. Das Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) verlieh der Mutter Jesu den Hoheitstitel „Gottesgebärerin“.

    Festtage zu Ehren der Mutter Gottes entstanden, die sich großenteils bis heute erhalten haben.

    Die ältesten Marienfeste, die auch heute noch Bedeutung haben, sind: „Maria Lichtmess“ (02. Februar), „Mariä Verkündigung“ (25. März), „Maria Himmelfahrt“ (15. Aug.) und „Maria Geburt“ (08. Sept.).

    Andere Marienfeste sind später entstanden.

    Im Mittelalter wurde Maria von den Mystikern und Dichtern wie eine Geliebte verehrt. Es entstand die so genannte „Marienminne“, besonders durch die Zisterziensermönche unter der Führung von Bernhard von Clairvaux gefördert.

    Die Mai- und Rosenkranzandachten haben ihre Wurzeln im Mittelalter, ebenso die Marienverehrung in Kapellen, die außerhalb der Kirchen entstanden.

    Die Erwählung der Gottesmutter zur Schutzpatronin von Berufsgruppen, Orden, Städten, ja ganzen Ländern und Erdteilen hat die Marienverehrung sehr gefördert.

    Das älteste und bekannteste Gebet zur Mutter Gottes ist neben dem „Gegrüßet seist, du Maria“ das Gebet „Unter deinem Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin …“ Seit dem 4. Jahrhundert bis heute gehört es zu den Grundgebeten der katholischen Christen.

    „Führe uns zu deinem Sohn“, heißt es im Gebet. Jesus Christus ist der wahre Heiland, Retter und Erlöser. Maria ist „Mittlerin“ und „Fürsprecherin“ bei ihrem Sohn.

    Durch viele Jahrhunderte hindurch haben Menschen Trost, Schutz und Hilfe von Maria erfahren. Maria hat die Freude der Mutterschaft, aber auch die Sorge um das ihr anvertraute Kind, die Not des Loslassen-Müssens, die Angst um den einzigen Sohn, die Ohnmacht im Angesicht des Todes erleben und erleiden müssen.

    Nach Ostern befand Maria sich im Kreis der Jünger und empfing mit ihnen den Heiligen Geist. Vom Ende der Trauer erzählen die österlichen Marienlieder, vor allem das „Freu dich, du Himmelskönig, freu dich Maria“ aus dem 12. Jahrhundert.

    Seit dem 12. Jahrhundert wurde im Gefolge des Rosenkranzgebetes das „Ave Maria“ mindestens so häufig gebetet wie das „Vater unser“. Fragt man heute Kinder und Jugendliche, ob sie das „Gegrüßet seist du, Maria“ kennen, zucken sie ahnungslos mit den Achseln. – Es hat bedauerlicherweise keinen Ort und Raum mehr im persönlichen Gebet. So ist Maria trotz ihrer Menschlichkeit und Lebensnähe der jüngeren Generation heute fremd geworden.

    Der „Marienmonat“ Mai könnte einen Anstoß geben, das Gebet zur Mutter Gottes wieder zu verlebendigen und vertiefen.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen einen frohen und gesegneten Monat Mai.

    In der Liebe zur Mutter Gottes verbunden, grüßt Sie alle von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    25. April  2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Am 04. Aug. 1859 starb Johannes-Maria Vianney, der als „Pfarrer von Ars“, einem kleinen französischen Ort bei Lyon, weltbekannt geworden ist.

    Dieser einfache, bescheidene Priester hat durch seine radikale Glaubwürdigkeit, seine Liebe zu den Menschen und seine gelebte Armut innerhalb weniger Jahre nicht nur das durch die Französische Revolution verlotterte und verkommene Dorf Ars bekehrt, sondern darüber hinaus Tausende zum Glauben geführt.

    • Der Pfarrer von Ars war ein Mann Gottes von tiefer mystischer Gotteserfahrung.
    • Dutzende Kranke, die zu ihm gebracht wurden, fanden Heilung.
    • Ungezählte Menschen, die bei ihm beichteten, gesunden an ihrer Seele durch sein „Charisma“ der Seelenschau
    • Im Jahr 1925 wird Johannes-Maria Vianney heilig gesprochen.
    • Im Jahr 1929 wird er von Papst Pius XI. zum Patron der Priester ernannt.
    • Im Juni 2009 ruft Papst Benedikt XVI. ein weltweites Priesterjahr aus im Hinblick auf den vor 150 Jahren verstorbenen Pfarrer von Ars, der ein leuchtendes Beispiel gelebten Glaubens ist.
    • Folgende Begebenheit wird vom Pfarrer von Ars berichtet:
    • Am Abend des 19. Feb. 1818 fragte Johannes-Maria Vianney einen Hirten nach dem Weg zu seiner neuen Pfarrgemeinde Ars. Er kam von Exully, wo er Kaplan gewesen war. Er hatte 30 Kilometer zu Fuß zurückgelegt.
    • Der Hirte wies dem Unbekannten den Weg nach Ars und bekam als Dank folgende Worte zu hören: „Mein Freund, du hast mir den Weg nach Ars gezeigt. Ich werde dir den Weg in den Himmel zeigen.“
  • Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und friedvolle Woche in der österlichen Zeit und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus
  •  

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    18. April  2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Am See Gennesaret, der auch das „Meer von Galiläa“ genannt wird, hat Jesus einige Jahre vor dem Osterereignis die Brüder Simon, genannte Petrus, und Andreas vom Fischernetz und ihrer alltäglichen Arbeit weggerufen mit den Worten: „Folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ (Mt 4, 18 – 19).

    Im letzten Kapitel des Johannesevangeliums (Joh 21, 1 – 14) wird erzählt, dass Jesus nach seiner Auferstehung im Morgengrauen dem Petrus und anderen Aposteln wieder am See Gennesaret erscheint, als sie – wenn auch erfolglos und vergeblich – zum Fischfang ausfahren.

    Jesus weist sie an: „Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen.“ Dann heißt es weiter: „Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.“

    Wieder hält Jesus ein Mahl mit seinen Jüngern, wie er es vor seinem Tod so oft getan hat. Dann stellt er dem Petrus die Frage: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?“

    Petrus antwortet – fast artig: „Ja, Herrn, du weißt, dass ich dich liebe.“

    Dreimal fragt Jesus den Petrus, ob er ihn liebe.

    Petrus wird darüber traurig, weil er Jesus dreimal verraten hat. Er bereut sein Versagen und antwortet: „Herr, du weißt alles. Du weißt auch, dass ich dich liebe.“ Die Vergebung Jesu ist im Auftrag: „Weide meine Schafe“ enthalten.

    „Gott schreibt auch auf krummen Zeilen gerade“, sagt ein bekanntes Sprichwort. Die Wahrheit dieses Wortes wird besonders in den Lebenswegen der Apostel Petrus und Paulus deutlich.

    Was Paulus über sich selbst bekannt hat, gilt auch für Petrus: „Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin.“ (1 Kor 15, 10)

    Bevor den Aposteln das Amt in der Kirche als „Dienst-Amt“ übertragen wird, werden sie daran erinnert, dass dieses Amt an der Liebe zu Gott und zu den Menschen gemessen wird.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine frohe österliche Zeit und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

    11. April  2010

    Liebe Pfarrangehörige von Alsweiler und Marpingen!

    Wer einmal einen „Spitznamen“ hat, wird ihn so schnell nicht wieder los, besonders, wenn er „passt“.

    Der Apostel Thomas hat einen solchen Spitznamen. Wegen seines kritischen Verhaltens den Auferstehungsberichten gegenüber wird er von vielen bis heute der „ungläubige Thomas“ genannt. Dieses Wort ist so bekannt, dass es schon sprichwörtlich gebraucht wird.

    Wenn jemand einen Bericht oder eine außergewöhnliche Erzählung von irgendeinem Ereignis oder einem Menschen anzweifelt, wird er manchmal als „ungläubiger Thomas“ gescholten.

    Es stimmt: Thomas war zurückhaltend und skeptisch. Er zweifelte und konnte den Mitaposteln nicht glauben und machte das in aller Deutlichkeit klar.

    Es gibt einen Zweifel, der den Glauben nährt, so paradox das auch klingt. Nicht „Leicht-Gläubigkeit“ ist verlangt, sondern „Tief-Gläubigkeit“!

    Und das ist die andere Seite des Thomas. Sein Wort: „Mein Herr und mein Gott“ angesichts des auferstandenen Herrn ist das erste und tiefste Glaubensbekenntnis der Kirchengeschichte.

    Das Verhalten des Thomas zeigt, dass Fragen und Zweifel, die den Glauben betreffen, nicht Hindernis, sondern „Weg zum Glauben“ sein können.

    Thomas fand den Weg zu einem Glauben, den er als lebenswichtige Erfahrung an die Menschen weitergegeben hat.

    Er ging im Zeugnis für den auferstandenen Herrn bis Indien und verkündete dort das Evangelium.

    Den Spitznamen „Zweifler“ und „Ungläubiger“ wird Thomas nicht mehr los. Aber er bezeichnet nur den Weg, nicht das Ziel. Das Ende des Weges ist ein Glaube, den jeder von uns sich nur wünschen kann.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen allen eine frohe österliche Zeit und bleibe mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    21.  März 2010

    Liebe Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Der Weg zurück in die Kirche

    In den letzten Wochen der vorösterlichen Zeit sind Menschen aus unseren Gemeinden wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen worden.

    Ein Kirchenaustritt ist keine unwiderrufliche Entscheidung. Immer wider wollen Menschen – oft nach längeren Jahren – in die volle Gemeinschaft der Kirche zurückkehren. Es werden – trotz Kirchenaustritten – immer mehr.

    Die Gründe für einen solchen Wiedereintritt sind vielfältig:

    Begegnungen mit glaubwürdigen Christen.

    Der Wunsch nach einer kirchlichen Eheschließung

    Die Geburt eines Kindes, dem man den Weg zu einem Leben in der Kirche öffnen möchte

    Schicksalsschläge, die die Frage nach dem Lebenssinn neu stellen

    Positive Erfahrungen, die religiöse Fragen und Glaubenserfahrungen wieder wach werden lassen

    Und noch viele andere Gründe mehr bewegen Christenmenschen, ihre Entscheidung des Kirchenaustritts zu revidieren.

    Die Auswirkungen eines Kirchenaustritts sind beträchtlich!

    Sie schränken die Teilnahme am kirchlichen Leben stark ein, die beim Austritt vor einer zivilen Behörde in der Regel keine Erwähnung finden: Verlust fast aller Rechte, z. B.:

    Ausschluss von der Kirchenmitgliedschaft

    Ausschluss vom Empfang der Sakramente

    Ausschluss von der Ausübung kirchlicher Ämter und Dienste

    Ausschluss von der Übernahme des Patenamtes bei Taufe und Firmung

    kein kirchliches Begräbnis, wenn nicht vor dem Tod ein Zeichen der Reue gegeben wurde.

    Schließlich können auch qualifizierte Berufe wie Lehrer/innen, Erzieher/innen und Betreuer/innen kirchlicher Institutionen und Einrichtungen nicht angestellt werden.

    Wer meint, er profitiere aber beträchtlich, weil er keine Kirchensteuer zahlen muss, sollte daran denken, dass er die soziale und caritative Arbeit der Kirche schwächt, die für die Menschen in unserer Gesellschaft von großer Bedeutung ist.

    Nicht selten nehmen solche, die aus der Kirche ausgetreten sind, selbstverständlich das Angebot kirchlicher Kindergärten, Krankenhäuser, Beratungsstellen oder viele andere Dienste mehr in Anspruch.
    Eigentlich sagt uns der klare Menschenverstand: Ich kann nicht die eine Hälfte des Huhns zum Eier legen und die andere zum Kochen haben!

    Wie kann ich in die Kirche zurück?

    Während ein Kirchenaustritt vor einer zivilen Behörde erfolgt, ohne dabei mit einer kirchlichen Stelle in Berührung zu kommen, erfordert ein Wiedereintritt den persönlichen Kontakt zu Kirche und Gemeinde.

    Wie geht das konkret?

    Suchen Sie das Gespräch mit einem Priester (Es muss nicht der zuständige Gemeindepfarrer des Wohnsitzes sein) oder einem/r Seelsorger/in Ihres Vertrauens.

    Wenn Sie sich zum Wiedereintritt entschlossen haben, ist in jedem Fall die Mitwirkung eines Priesters erforderlich.

    Bei diesem Gespräch werden Ihre Personalien aufgenommen: Name – Taufdatum – Zeitpunkt des Austritts – Gründe, die zum Austritt geführt haben.

    • Die Wiederaufnahme geschieht in einer einfachen, schlichten Feier. Dabei sprechen Sie mit dem Priester das Glaubensbekenntnis und dokumentieren durch Unterschrift ihren Willen, wieder mit allen Rechten und Pflichten zur Kirche zu gehören.
    • Der Priester spricht Sie dann im Auftrag des Bischofs los von der Exkommunikation. Damit ist der Exkommunizierte wieder volles Mitglied der Kirche.
    • Der Wiedereintritt wird auch im Taufbuch vermerkt, wo auch der Austritt eingetragen war.
    • Der Zeitraum nach dem Antrag auf Wiedereintritt beträgt etwa eine Woche.
  • Ich wünsche und erbitte allen, die – aus welchen Gründen auch immer – der Kirche den Rücken zugekehrt haben, den Mut und das Vertrauen zu haben, sich mit Ihrem Gesicht der Kirche und der Gemeinschaft der Glaubenden zuzuwenden!
  • Ich wünsche Ihnen im Namen des Seelsorgeteams eine frohe und friedvolle Woche.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    14.  März 2010

    Liebe Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Der emeritierte Bischof von Magdeburg, Leo Nowak, hat im Benno-Verlag Leipzig ein Buch herausgegeben mit dem Titel „Unglaublich – Wege zum Glauben“.

    In diesem Buch erzählen 41 Menschen:

    Wie sie in der äußersten Diaspora Kontakt zur katholischen Kirche fanden.

    Auf welche Weise sie zum Glauben gekommen sind.

    Weshalb sie sich haben taufen lassen.

    Die einzelnen Lebenszeugnisse sind nicht nur spannend zu lesen, sondern zeigen, wie Gott auch heute noch Menschen seine Wege führt.

    Diese Glaubenszeugnisse haben mich sehr beeindruckt. Mit Betroffenheit wird der Leser Zeuge „unglaublicher Glaubensgeschichten“.

    Diese Glaubensgeschichten und Glaubenszeugnisse sind so lebensnah und froh machen, dass ich Ihnen ein Beispiel mitteilen möchte:

    Ich klopfe an

    Schon als Kind verstand ich die Welt nicht mehr, als meine Freundinnen zum Religionsunterricht gingen und ich nicht mitgehen durfte. Meine Eltern (Vater evangelisch Mutter katholisch) verstanden mein Interesse nicht, erklärten mir, dass Nichtgetaufte daran nicht teilnehmen dürfen. Zum Gottesdienst aber durfte ich mitgehen. Ich verstand zwar nicht, wovon die Rede war, aber dennoch beeindruckte mich die Situation jedes Mal aufs Neue.

    Schon das Betreten einer Kirche war und ist etwas Großartiges für mich. Das Gefühl der machtvollen Geborgenheit hat mich nicht mehr losgelassen.

    Erst 20 Jahre später (ich hatte alles erreicht, was ich wollte: einen guten Job, glücklich verheiratet, ein Haus gebaut) beschäftigte mich die Frage nach dem Sinn des Lebens.

    Den Anstoß zur Antwort gab mir die Geburt unseres Kindes. Eine Freundin und meine Mutter machten mir Mut, und ich vereinbarte einen Termin im Pfarramt, mit dem Ziel, unsere Tochter taufen zu lassen. Im Gespräch mit Pfarrer W. wurde mir klar, dass noch mehr dazu gehört, als nur mal eben einen Tauftermin festzulegen. Es sollten wöchentlich Gespräche stattfinden, um mich auf meine Taufe vorzubereiten. Ich hatte wirklich Angst davor bei „Null Ahnung“ von geistlichen Themen. Auf was hatte ich mich da eingelassen?

    Jetzt bin ich Pfarrer W. sehr dankbar für seine Hilfe. Ich lernte viele liebe Menschen kennen, die mir zeigten wie sie ihren Glauben leben und verwirklichen. Ich gewann Vertrauen. Eigentlich war es so einfach, ich klopfte an eine Tür und wurde herzlich aufgenommen.

    In der 0sternacht 2003 erfüllte sich mein Traum; meine Taufe werde ich nie vergessen. Inzwischen bin ich Gemeindemitglied und versuche im Chor mein Bestes zu geben. Ich bin unendlich dankbar, dass ich den Weg zum Glauben erkannte und möchte keinen Schritt mehr zurückgehen. Ich bitte für alle Menschen, welche diesen Weg nicht erkennen können, ein offenes Auge oder Ohr dafür zu haben.

    Susanne W., 32 Jahre

     

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche auf dem österlichen Weg und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus.

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

     

    20.  Februar 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen - Alsweiler!

    Im „Apostolischen Glaubensbekenntnis“ bekennen wir: „Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn , unseren Herren.“

    Warum genügt es nicht, an Gott zu glauben, sondern an die Gottheit dieses Menschen Jesus? – Genügt es nicht, Jesus als großartigen Weisheitslehrer und Verkünder einer echten Menschlichkeit zu verehren?

    Was ist das Besondere an Jesus? In dieser Frage werde ich nie zur Klarheit kommen, wenn ich nur in der „Studierstube“ meiner Vernunft nach wissenschaftlichen Methoden – philosophisch, theologisch, historisch und psychologisch – den „Fall Jesus“ untersuche.

    Ich muss Jesus „nahe kommen“. Ich muss ihm „begegnen“, dann weiß ich, wer Jesus ist und warum ich an ihn glauben „darf“.

    Das Bekenntnis „Jesus ist der Sohn Gottes“ ist leer und sinnlos, wenn es nicht als Zeichen und Signal für eine ganz menschliche „Jesusbegegnung“ gesehen wird.

    Die Verfasser der vier Evangelien machen es mir möglich, diesen Weg Jesu nachzugehen. – Sie schildern Szenen und Bildern, damit auch mir aufgeht, was ihnen aufgegangen ist.

    In diesen Szenen und Bildern muss ich mich mit allen Sinnen und meiner ganzen Vorstellungskraft einleben, dann kann ich ihn erkennen:

    Jesus ist ganz und gar Mensch. Was er bewirkt und auslöst, gerade bei gescheiterten Existenzen und „elenden Kreaturen“, das ist nicht Menschenwerk.

    Das ist das Werk der Liebe, die Tat Gottes. Wer Jesus sieht und erlebt, der sieht und erlebt: Jesus ist wahrer Mensch und Gott.

    Jesus lässt alle Menschen in seine Nähe:

    Er ist mit den Sündern am selben Tisch

    Er berührt und heilt die Aussätzigen.

    Er rehabilitiert und integriert die, die gesellschaftlich ausgestoßen waren.

    Er gibt den Stummen die Sprache und den Tauben das Gehör.

    Er macht die Blinden sehend und die Lahmen gehend.

    In seiner Nähe verliert der Tod alle Schrecken.

    Er lässt sich von einer Sünderin berühren gegen alle Regeln des Anstandes und der Moral.

    Durch Jesus Christus erleben Menschen ganz sinnenhaft, wie hautnah uns Gott ist. Die Kraft der Nähe Jesu ist die Kraft der Nähe Gottes. Darum heißt es im Epheserbrief: „Durch Jesus Christus seid ihr in die Nähe Gottes gekommen.“

    Diese „Nähe Gottes“ gilt es in dieser österlichen Bußzeit neu zu entdecken.

    Dazu helfen:

    das Gebet

    das Lesen der hl. Schrift

    die Mitfeier der Eucharistie

    „Exerzitien im Alltag“ und „Bibelgespräche“ sind „Angebote“ auf diesem Weg. Dazu laden wir Sie ein.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen gesegnete Erfahrungen auf dem österlichen Bußweg.

    Mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

     

    07.  Februar 2010

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Mit unseren Kommunionkindern sprechen wir gerade über das „Letzte Abendmahl Jesu“. – Wir haben versucht, es mit den Kindern „spielerisch“ nachzuvollziehen. Gar nicht so einfach!

    Und trotzdem: Dieses größte Zeichen der Liebe Christi spricht für sich, weil es auch in unserer menschlichen Erfahrung eine Entsprechung findet.

    Liebende sagen nicht nur: „Ich liebe dich.“ Sie nehmen sich an der Hand, umarmen sich, küssen einander. Das ist die Sprache der Liebe! – Ein Strauß Blumen, ein Ring, ein Armband: alles Zeichen der Zuneigung, Wertschätzung und Liebe.

    Die an Jesus glauben, verstehen sein Leben und Sterben als Zeichen seiner Liebe.

    Als Jesus vor seinem gewaltsamen Tod am Kreuz von seinen Jüngern Abschied nahm, gibt er ihnen beim „letzten Abendmahl“ ein Zeichen seiner Liebe, an das sie sich halten sollen.

    Er nimmt das Brot, spricht das Dankgebet und sagt: „Das ist mein Leib – für euch hingegeben.“ –

    Da liegt alles drin! Damit sagt er: Mein ganzes Leben: Alles, was ich gesagt und getan habe, vermache ich euch!

    Dann nimmt er den Kelch mit Wein und sagt: „Das ist mein Blut.“ Es wird für euch vergossen. Das heißt: Mein Leben habe ich gelebt für euch. So sterbe ich auch meinen Tod für euch.

    So verstehen Christen das Leben und Sterben Jesu als sichtbares Zeichen der Liebe Gottes. Dieses Zeichen gilt für alle Zeiten. Das ist das eigentliche Geheimnis der Eucharistie: In dem gemeinsamen Essen und Trinken, im Austeilen von Brot und Wein wir mir zugesprochen: „Jesu Leib für dich!“ Und „Jesu Blut für dich!“

    Wie die Taufe ist auch die Eucharistie Zeichensprache und Zeichenwirklichkeit.

    Sollte Jesus dieses existentielle Zeichen gegeben haben, damit es nicht verstanden und nicht erfahren wird? Das wäre absurd!

    Zeichen ist das Brot. Ein Samenkorn muss sterben, damit viele Körner daraus wachsen. Das haben die Kommunionkinder sichtbar erlebt. Viele Körner müssen zermahlen werden, damit Brot zum Leben daraus werden kann.

    Zeichen ist der Wein. Viele Trauben müssen zerstoßen und zerstampft werden, damit der kostbare Wein entstehen kann.

    Zeichen ist auch das Essen von dem einen Brot. Von einem Brot esse ich mit Familienangehörigen, Freunden und guten Bekannten. Aus einem Gefäß trinke ich nur mit einem, der ganz eng zu mir gehört.

    So versichert mir jede Eucharistiefeier, an der ich teilnehme: Du lebst nicht für dich allein. – Du gehörst zu der Gemeinschaft, für die Jesus gelebt hat und für die er gestorben ist.

    Um das Geheimnis der Eucharistie zu erfassen, dürfen wir nicht fragen: „Was habe ich davon? Was kriege ich dafür? Welchen Nutzen ziehe ich daraus? – Diese Fragen versperren mit den Zugang zu dieser Feier.

    Wichtig ist die Frage: Was geschieht mit mir durch die Teilnahme an der Eucharistie? Die Antwort lautet: Ich werde eins mit Jesus und eins mit seiner Gemeinde.

    Im Namen des Seelsorgeteams grüße ich Sie alle von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    31.  Januar 2010

    Zum Bibelsonntag

    Liebe Pfarrangehörige der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Am letzten Sonntag im Januar feiern die Christen in Deutschland, Österreich und der Schweiz alljährlich den ökumenischen Bibelsonntag.

    Unter allen Büchern der Welt gibt es bis heute keines, das so oft übersetzt (in etwa 1900 Sprachen und Dialekte), so weit verbreitet und so viel gelesen wurde wie die Bibel. Durch die Schriften des Alten Testamentes fühlen sich Juden in Israel und in der weiten Welt miteinander verbunden.

    Alle christlichen Kirchen berufen sich auf die Bücher des Alten und Neuen Bundes als Wort Gottes.

    Jahrhunderte hindurch haben Christen aus diesen Büchern der Bibel (46 Bücher des AT und 27 Bücher des NT!) Trost, Kraft und Mut geschöpft.

    Die abendländische Kultur, besonders die darstellende und bildende Kunst, die Literatur und die Musik ist weithin durch Themen und Motive dieser „heilig“ genannten Schriften geprägt. – Selbst der Kirche entfremdete Dichter und Künstler schätzen sie. Mit Recht verdient die Bibel den Namen „Das Buch“ (griechisch: biblos!) oder „Das Buch der Bücher“.

    Neuere Handschriftenfunde sowie die Veröffentlichung über Fragen moderner Bibelauslegung haben seit Jahren das Interesse für die Bibel geweckt. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962 – 65) hat die Bibel zudem für die Katholiken ein neues Gewicht erhalten.

    Zwar galt die Bibel immer als „Wort Gottes“ und wurde regelmäßig im Gottesdienst verkündet, doch blieb sie den meisten im wahrsten ´Sinn des Wortes „ein Buch mit sieben Siegeln“.

    Das hat nicht zuletzt seinen Grund in einer Abwehrhaltung der katholischen Kirche gegenüber den Reformatoren (Luther, Calvin, Zwingli!), die sich einzig auf die Bibel berufen und die mündliche Tradition ablehnten.

    Es fehlt bis heute den Katholiken oft der vertraute Umgang mit der Bibel. Unter diesem Defizit „leiden“ wir Katholiken heute noch.

    Gerade zu einem persönlichen Lesen, zu einem unmittelbaren und direkten Zugang zur hl. Schrift als Fortführung der Verkündigung im Gottesdienst, ruft die katholische Kirche heute immer wieder auf. Sie empfiehlt unbedingt die Teilnahme an Bibelgesprächen oder Bibelkursen, die von den Gemeinden angeboten werden.

    Die Kirche wiederholt den Ruf des hl. Johannes Chrysostomus (+ 507): „Schafft euch Bibeln an!“ In vielen Häusern befindet sich heute eine Bibel, zumindest eine Ausgabe des Neuen Testamentes. Aber wird die Bibel auch gelesen? Oder fristet sie ihr Dasein verstaubt im Bücherschrank? Oft wird wohl mehr über die Bibel gesprochen und diskutiert als in ihr gelesen!

    Ich lade Sie alle ein, diesen Bibelsonntag zum Anlass zu nehmen, in der Bibel, dem Wort Gottes an uns, zu lesen.

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine frohe und gesegnete Woche und bleibe mit den besten Grüßen von Haus zu Haus

    Ihr Pastor Leo Hofmann

     

    24.  Januar 2010

    Liebe Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Marpingen-Alsweiler!

    Vom 18. – 25. Januar begehen wir alljährlich die Gebetsoktav für die Einheit der Christen.

    Das II. Vatikanische Konzil hat in einem bedeutsamen „Dekret über den Ökumenismus“ in Kapitel 2, Artikel 8 erklärt:

    „Die Bekehrung des Herzens und die Heiligkeit des Lebens ist in Verbindung mit dem privaten und öffentlichen Gebet für die Einheit der Christen als die Seele der ganzen ökumenischen Bewegung anzusehen. Sie kann mit Recht geistliche Ökumenismus genannt werden.“

    Ein Bild des Epheserbriefes im Neuen Testament kann diese Aussage verdeutlichen: „Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut. Der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammen gehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.“ (Eph 2, 20 – 22)

    Bau, Tempel, Wohnung: Mit diesen Bildern beschreibt der Epheserbrief die Kirche. Sie ist eine geistliche und zugleich konkrete Realität.

    Durch Christus wird der Bau zusammengehalten. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort des griechischen Urtextes „zusammengefügt“.

    Durch Christus wird der Bau der Kirche in seinen „Fugen“ gehalten. Wenn er „aus den Fugen gerät“, ist es wichtig, die Verbindung mit Christus wieder zu suchen und sich von ihm „einfügen“ zu lassen. „Er ist der Grund, auf dem der ganze Bau steht. Er ist der Schlussstein, der alle zusammenhält.

    Dem Epheserbrief ist der Gedanke der Verbindung mit Christus im Blick auf die Kirche sehr wichtig. Deshalb fügt er hinzu: „Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.“ „Im Geist“, d. h.: Der Aufbau der Kirche ist wesentlich ein geistliches Geschehen.

    Die Kirche ist nicht nur ein Verwaltungsapparat, eine Institution und Organisation. Die Kirche ist zwar auch Organisation; jede menschliche Gemeinschaft muss „organisiert“ sein, sonst triftet sie ab ins Chaos.

    Organisation ja – aber mehr noch ist die Kirche lebendiger Organismus. Sie ist „Leib Christi“ – wir alle sind die Glieder und Organe am Leib Christi!

    Wir müssen uns deshalb öffnen für Gottes Geist und uns von ihm ergreifen und führen lassen.

    Das Bemühen um die Einheit der Kirche ist deshalb wesentlich ein geistliches Bemühen. Die Einheit ist ein Geschenk, um das wir Gottes Geist bitten.

    Jeder von uns kann es tagtäglich tun mit dem kleinen Pilgergebet der Heilig Rock Wallfahrt 1959, das im Gotteslob Nr. 935 steht: „Herr, Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt. Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist. Amen“

    Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen eine gute Woche und bleibe

    mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor

    Leo Hofmann

     

     

    17.  Januar 2010

    Liebe Pfarrangehörigen von Alsweiler und Marpingen!

    Es war kurz vor Ende des 2. Vatikanischen Konzils (1962 – 1965). Die in Rom versammelten Bischöfe der Weltkirche hielten mit den nichtkatholischen Beobachtern in der Kirche von „St. Paul vor den Maurern“ einen gemeinsamen Gottesdienst.

    Papst Paul VI. hielt damals eine Ansprache. An deren Ende erzählte er folgende denkwürdige Geschichte:

    Der bekannte russische Religionsphilosoph Wladimir Solowjew (1853 – 1900) (Er erstrebte die Wiedervereinigung der russisch-orthodoxen Kirche mit Rom.) war zu Gast in einem russischen Kloster. Er hatte sich mit einem frommen und gelehrten Mönch bis spät in die Nacht hinein angeregt unterhalten. Schließlich brach er zur Nachtstunde auf, um in seine Zelle zurückzukehren, die man ihm bei seiner Ankunft zugewiesen hatte. Er verabschiedete sich von seinem Gesprächspartner und ging auf den Kreuzgang hinaus, auf den alle Türen der einzelnen Mönchszellen führten.

    Allerdings glichen diese Türen einander bei Nacht wie ein Ei dem anderen. Solowjew konnte die Tür zu seiner Zelle beim besten Willen nicht herausfinden. Nirgends brannte ein Licht. In dieser Finsternis war es ihm auch nicht möglich, zur Zelle des Mönches, mit dem er so lange im Gespräch gewesen war, zurückzukehren. Auch die erkannte er nicht wieder. –

    Während des strengen nächtlichen Stillschweigens konnte er auch nicht an irgendeiner Mönchszelle anklopfen. –

    Was blieb dem Philosophen anders übrig, als sich in sein Schicksal zu ergeben und die ganze lange Nacht auf dem zugigen und finsteren Gang zu verbringen?

    Langsam ging er auf und ab, ganz in Gedanken versunken. Die Nacht wurde ihm lang und schwer. Doch im ersten Licht der Morgendämmerung gelang es ihm schließlich ohne viel Mühe, die Tür zu seiner Zelle zu erkennen.

    Der Religionsphilosoph Solowjew zog aus dieser Erfahrung die Erkenntnis: Genauso geht es oft denen, die die Wahrheit suchen. In schlaflosen Stunden des Grübelns und Forschens gehen sie oft nahe daran vorbei, ohne sie zu finden, bis ihnen ein Sonnenstrahl der göttlichen Weisheit den Zugang öffnet.

    Geht es den von einander getrennten Christen nicht ähnlich? Wenn wir vom 18. – 25. Januar wieder wie alljährlich um die Einheit aller Christen beten, die auf Christi Namen getauft sind, so bekennen wir damit doch, dass wir „hüben und drüben“ noch unterwegs, d. h. auf der Suche sind. Dass wir als Christen von einander getrennt sind, ist ein „Skandal unter Brüdern“, den wir nicht einfach hinnehmen dürfen.

    Jesus betet: „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, so sollen auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Joh 17, 21).

    Das ist sein innerstes Herzensanliegen, sein Testament!

    Mit den besten Grüßen und Wünschen von Haus zu Haus

     

    Ihr Pastor

    Leo Hofmann

     

     

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    Erstellt: durch  Klaus Recktenwald;  zuletzt geändert am:

    Montag, 1. August 2011